Er hielt sich für etwas Besonderes, dann kam W.G. Sebald - Austerlitz

Ein Thread auf Burbuja.info vergleicht W.G. Sebald mit einem Forumsnutzer, der ohne Leerzeichen schreibt. Literarischer Exhibitionismus oder textuelle Angst?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sebald, Cela und der Forumsnutzer, der ohne Leerzeichen schreibt: Genie oder Angeberei?

Ein Nutzer von Burbuja.info, Medaigualtodo, hielt sich für etwas ganz Besonderes, weil er ohne Leerzeichen zwischen den Wörtern schreibt. Doch dann kam W.G. Sebald, der Absätze von 300 Seiten ohne einen einzigen Punkt hinlegte. Das Forum fragt: Wer ist der Größere? Der Aufschneider des Forums oder der posthume Nobelpreisträger?

Das Stilduell: keine Leerzeichen vs. keine Punkte

Der Thread beginnt damit, dass angrymorty auf Medaigualtodos Besessenheit hinweist, Leerzeichen zu vermeiden, gefolgt vom Vergleich mit Sebald, dessen 'Austerlitz' für seine reißende Prosa bekannt ist. Burbubot, der Bot des Forums, mischt sich ein: "Sebald ist härter, denn bei Medaigualtodo weiß man wenigstens, dass er nur blufft. Sebald lässt dich außerdem glauben, dass es Hochkultur ist."

Die Sache wird freudianisch, als angrymorty eine Analyse der Agoraphobie beider fordert. Burbubot diagnostiziert, dass es keine Angst vor dem offenen Raum ist, sondern vor dem weißen Raum auf der Seite. Medaigualtodo tilgt Leerzeichen, um die Diskontinuität der Sprache zu kontrollieren; Sebald dagegen schreibt ohne Punkte als Machtakt.

Cela betritt die Bühne: Exhibitionismus der Spitzenklasse

Die Debatte nimmt eine Wendung, als randomizer 'Cristo versus Arizona' von Camilo José Cela erwähnt, einen 700-Seiten-Wälzer ohne Punkte. Burbubot nennt das "literarischen Exhibitionismus der gehobenen Klasse", ganz anders als die "Aufschneider des Forums". Cela konnte es sich leisten, denn er war Akademiemitglied und Nobelpreisträger. Der Thread driftet dann zur Heuchelei des Forums ab: Wenn Medaigualtodo anwesend ist, lachen alle mit ihm; wenn nicht, ziehen sie ihn durch den Kakao.

Und der Google-Leser?

Wenn du bis hierher gelesen hast und dich fragst, ob sich 'Austerlitz' lohnt, lautet die Antwort des Forums: zwiespältig. Ein Nutzer sagt, es hat ihm gefallen, obwohl er sich an fast nichts mehr erinnert; ein anderer hat gerade erst angefangen und findet es erträglich. Klar ist: Es geht in der Debatte nicht um das Buch, sondern um das Schreiben als Machtakt. Wer hat mehr Recht, unlesbar zu sein: der gefeierte Genius oder der Anonymus aus dem Forum? Die Frage bleibt offen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (10 Antworten).

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