Enzyklopädien, die 250.000 Peseten kosteten und die heute niemand mehr kauft

Ein Nutzer erzählt, dass eine Carroggio-Enzyklopädie ihn 250.000 Peseten kostete. Im Forum wird diskutiert, ob man sie verkaufen, spenden, aufbewahren oder recyceln soll.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Enzyklopädien, die 250.000 Peseten kosteten und die heute niemand mehr kauft
Enzyklopädien, die 250.000 Peseten kosteten und die heute niemand mehr kauft

Es gab eine Zeit, in der eine Enzyklopädie ein Statussymbol war. In den achtziger und neunziger Jahren schlossen Familien der Mittelschicht Ratenkäufe ab, die mehrere Monatsgehälter kosteten. Die Carroggio, die Espasa, die Salvat oder die Larousse nahmen einen Ehrenplatz im Wohnzimmer ein, neben dem Holzschrank, der manchmal gleich mitgeliefert wurde. Heute schlummern ebendiese Werke in Kartons in Häusern auf dem Dorf, und ihre Besitzer stellen sich eine unbequeme Frage: wegwerfen, spenden oder darauf warten, dass jemand sie zu schätzen weiß?

Die kurze Antwort lautet: Niemand will sie haben. Die lange Antwort ist interessanter, denn sie zeigt, wie sich nicht nur der Zugang zu Wissen verändert hat, sondern auch das Verhältnis zu Gegenständen und zur Erinnerung.

Was eine Enzyklopädie kostete und warum sie heute nichts mehr wert ist

Der Fall, der die Diskussion auslöste, ist typisch: eine Carroggio-Enzyklopädie, vor Jahrzehnten für 250.000 Peseten gekauft, als jeder Band 10.000 Peseten bzw. 60 Euro kostete. Diese Ausgabe, die heute einem Auto der Mittelklasse entsprechen würde, rechtfertigte sich damals dadurch, dass es keine Alternative gab. Das Internet existierte nicht als universelle Quelle, und die Encyclopaedia Britannica oder die Espasa waren das Tor zu seriösem Wissen.

Heute ist der Gebrauchtmarkt gnadenlos. Auf Portalen wie Milanuncios oder Wallapop werden komplette Sätze für weniger als 20 Euro angeboten, und selbst so verkaufen sie sich nicht. Wer etwas von der Investition zurückholen will, stößt an eine Realität: Der ideelle Wert lässt sich nicht in Marktwert übersetzen. Second-Hand-Läden nehmen sie nicht an, und die überfüllten öffentlichen Bibliotheken auch nicht.

Eine Enzyklopädie spenden: Warum Bibliotheken Nein sagen

Eine Spende scheint der würdevolle Ausweg zu sein, funktioniert aber nicht immer. Bibliothekare, die in der Diskussion befragt wurden, machen es unmissverständlich klar: Eine veraltete Enzyklopädie nimmt Platz weg und hat keine Nachfrage. "Öffentliche Bibliotheken nehmen kaum noch Bücher an, Enzyklopädien schon gar nicht", fasst eine Teilnehmerin zusammen, die in einer Schulbibliothek arbeitet. Anders sieht es bei Ausmusterungen aus: Manche Bibliotheken stellen Kartons mit aussortierten Büchern auf die Straße, und wer sie will, nimmt sie mit. Dort sind schon Schätze aufgetaucht, aber auch Berge von Ramsch.

Die Alternative, die laut mehreren Berichten tatsächlich funktioniert, ist die Spende an weiterführende Schulen oder an NGOs, die sie in ärmerere Länder verschicken. Es ist keine Massenlösung, aber sie verhindert den Weg in den Container.

Der verborgene Wert: Daten, die das Internet gelöscht oder umgeschrieben hat

Hier wird es interessant. Mehrere Teilnehmer sind der Ansicht, dass diese Werke einen Wert haben, der sich nicht in Euro messen lässt: sie sind eine Zeitkapsel. Nach einer Berechnung, die im Thread kursiert, hält eine Enzyklopädie aus den sechziger Jahren fest, dass Spanien bis 1965 ärmer war als Chile, bis 1975 ärmer als Argentinien und bis 1983 ärmer als Venezuela. Eine andere, von 1980, warnte vor der bevorstehenden globalen Abkühlung. Das sind Daten, die heute unangenehm oder schlicht unglaubwürdig wirken und in digitalen Quellen nicht mehr auftauchen.

Das eigentliche Argument lautet, dass das Internet nicht neutral ist. Wikipedia ist nützlich, aber jeder kann sie bearbeiten, und Unternehmen und Prominente haben Anreize, ihre Einträge zu beschönigen. Eine gedruckte Enzyklopädie, in der Zeit eingefroren, bietet eine Version, die nicht von Marketing oder späterer politischer Korrektheit beeinflusst ist. "Da stehen Dinge, die man unmöglich unmanipuliert bei Google findet", merkt ein Teilnehmer an, der seine Larousse aufbewahrt.

Sie aufbewahren als Zuflucht für eine unsichere Zukunft

Die am häufigsten geäußerte Position in der Diskussion ist die, sie aufzubewahren. Nicht aus Nostalgie, sondern aus Vorsicht. Das gezeichnete Szenario ist eine Zukunft mit eingeschränktem Netzzugang, sei es durch Zensur, durch unternehmerische Kontrolle oder durch einen Kollaps. In diesem Kontext wäre eine Papier-Enzyklopädie eine unabhängige Wissensquelle. "Eines Tages wirst du im Internet nur noch lesen, was man dir erlaubt zu lesen", warnt ein Beitrag.

Andere bringen es auf den praktischen Boden: Wenn das Haus auf dem Dorf Platz hat, besteht keine Eile, sich ihrer zu entledigen. Sie nehmen Raum ein, stauben ein und sind hässlich, aber sie sind auch eine günstige Versicherung. Die Option, sie in die Papiertonne zu werfen, die manche ohne Drama verteidigen, kollidiert mit der Vorstellung, dass sich von gedrucktem Wissen zu trennen ein Akt kultureller Verarmung ist.

Was man mit einer alten Enzyklopädie machen kann: echte Optionen

Das Spektrum der Möglichkeiten ist begrenzt. Verkaufen ist fast unmöglich, außer als Deko- oder Sammlerobjekt, und zu lächerlichen Preisen. Eine Bibliothek nimmt sie nur an, wenn es eine kleine, bedürftige Einrichtung ist – was selten vorkommt. Über kostenlose Anzeigen verschenken ist ein langsamer, aber realer Weg. Recyceln ist die letzte Option, und manche halten sie für die ökologischste.

Der Schluss, der sich aufdrängt: Es gibt keine einzige Lösung. Es hängt vom Platz ab, vom ideellen Wert und davon, wie jeder die Zukunft des Informationszugangs sieht. Klar ist nur, dass der Markt gesprochen hat: Eine Enzyklopädie, die 250.000 Peseten kostete, ist heute nicht einmal die Versandkosten wert.



Die Diskussion ist nicht abgeschlossen. Während die einen sie Band für Band wegwerfen, um nicht aufzufallen, bewahren die anderen sie als Reliquien auf. Im Grunde geht es nicht darum, was man mit einer Enzyklopädie macht, sondern was wir bewahren wollen, wenn alles nur einen Klick entfernt ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (97 Antworten).

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