Energy Saver Pro: Der Kondensator, der 75 % Stromkosten sparen soll

Ein Kondensator im Kasten verspricht, die Stromrechnung um 75 % zu senken, korrigiert aber nur einen Leistungsfaktor, für den Privathaushalte gar nicht zahlen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Energy Saver Pro: Der Kondensator, der 75 % Stromkosten sparen soll
Der Kondensator, der den Strompreis um 75 % senken soll, ändert nichts an Ihrer Rechnung

Ein Gerät, das die monatliche Stromrechnung um bis zu 75 % senken will, hat einen Markennamen und eine physikalische Erklärung, die in einen Schuhkarton passt. Drin ist ein Kondensator. Nichts weiter. Und ein Kondensator reduziert in einem Haushalt nicht die Energie, die man bezahlt: Er korrigiert den Leistungsfaktor, eine Größe, die Privathaushalten nie in Rechnung gestellt wird. Das Geschäft gibt es durchaus, nur liegt es auf der anderen Seite des Zählers.

Das 75-%-Versprechen hält der elementarsten Physik nicht stand

Das Verkaufsargument stützt sich auf eine halbe Wahrheit. Es stimmt, dass ein Kondensator den Leistungsfaktor verbessert und dabei die Stromstärke in der Installation senkt. Von dort bis zu einer Rechnung, die um drei Viertel sinkt, ist es aber ein weiter Weg. Nach einer Berechnung, die im Forum kursiert, erreichten die Rabatte für einen besseren Leistungsfaktor bei alten Drehstromtarifen 4 %; die Strafen für einen zu niedrigen Wert lagen bei bis zu 20 %. Nichts mit den 75 % aus der Werbung.

Entscheidend ist, was gemessen wird. Eine Stromzange misst Stromstärke, keine Leistung, und ohne Leistung gibt es keine Wirkenergie. Ein Nutzer berichtet, ein Gerät könne den Zangenwert von 7 auf 4 senken, ohne dass sich die häusliche Abrechnung um einen Cent bewegt, weil der Blindanteil, den ein Haushalt erzeugt, gering ist und nicht abgerechnet wird. Die Werbung verwechselt die Anzeige mit der Kasse.

Warum der Leistungsfaktor den Strom zu Hause nicht billiger macht

Weil die Stromlieferanten Wirkenergie abrechnen, nicht Blindenergie. In einem Haushalt gibt es wenige Motoren — Kühlschrank, Klimaanlage — und der zugehörige Blindanteil ist marginal. Wichtig wird er in der Industrie, wo Motoren und Wicklungen stundenlang laufen: Dort amortisieren sich Kondensatorbänke, und manche Elektriker haben davon gelebt. Dieses Schema auf eine Wohnung zu übertragen, ist wie einem Homeoffice-Arbeitsplatz einen Arbeitsanzug zu verkaufen.

Manche behaupten, „schmutziger“ Strom verkürze das Leben der Geräte und eine Stabilisierung schütze sie. Die These kursiert, aber keine Haushaltsmessung stützt sie, und die Geschichte des Verkäufers widerspricht sich selbst: Würde das Gerät tatsächlich das Leben der Waschmaschine verlängern, stünde es in direktem Widerspruch zur geplanten Obsoleszenz, die die Hersteller so sorgfältig pflegen. Zu schön, um wahr zu sein.

Das echte Risiko: Was passiert, wenn man ihn einsteckt

Die Gefahr liegt nicht beim Sparen, sondern in der Installation. Ein falsch dimensionierter Kondensator kann Geräte beschädigen und ihre Lebensdauer verkürzen, und keine Garantie aus der Werbung deckt das ab. Das Gerät zahlt man einmal; die Reparatur des Kühlschranks ebenfalls.

Die Empörung derer, die sich dem Thema aus dem Ingenieurswesen nähern, ist verständlich: Es ist schwer zu glauben, dass jemand auf so eine Verpackung hereinfällt. Aber der Betrug lebt nicht davon, Techniker zu überzeugen, sondern von der Not derer, die am Monatsende auf ihre Rechnung blicken. Keine Stromzange misst die Verzweiflung.

Die Prognose, mit Vorbehalt: Solange die Stromrechnung wehtut, wird es Kisten mit Kondensator und runden Versprechen geben. Die Physik ändert sich nicht. Der Preis der Kiste auch nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (20 Antworten).

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