Emgoldex: 150 Euro, zwei Empfehlungen und 3.500 Euro pro Zyklus

Emgoldex verspricht 3.500 Euro pro Zyklus für nur 150 Euro und zwei Empfehlungen. Das Problem ist mathematisch: Anwerbungsbäume wachsen nicht unendlich.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Emgoldex: 150 Euro, zwei Empfehlungen und 3.500 Euro pro Zyklus
Emgoldex: 150 Euro, zwei Empfehlungen und 3.500 Euro pro Zyklus

Lohnt es sich, 150 Euro in ein Unternehmen zu stecken, das verspricht, alle zwei Monate 3.500 Euro zurückzuzahlen? Das fragt sich jeder, der das Konzept von Emgoldex liest, der Tochterfirma, die 2010 von der deutschen Gold & Silver Physical Metals KG gegründet wurde, um Gold aus Dubai über das Internet zu verkaufen. Das System ist, wie beschrieben, einfach: Man zahlt einmal, wirbt zwei Kunden, diese tun dasselbe, und man wird in Goldbarren von 1 bis 100 Gramm oder per Rückkauf in bar bezahlt. Die Bedingung für den Verdienst ist wörtlich genommen: Anwerbung.

Das Problem ist nicht das Gold. Es ist die Struktur. Ein Geschäft, das nur zahlt, wenn man zwei Personen anwirbt, die wiederum je zwei weitere anwerben, verkauft kein Metall: Es verkauft Positionen in einer Warteschlange. Und Warteschlangen dieser Art haben ein bekanntes mathematisches Problem: Sie wachsen exponentiell und erschöpfen sich. Bei zwei Empfehlungen pro Person würde die zehnte Generation 1.024 neue Teilnehmer für jeden Ausgangsteilnehmer erfordern. Die elfte: 2.048. Irgendwann hat der Baum keine Blätter mehr.

Der Zwei-Monats-Zyklus und die 3.500 Euro

Die ursprüngliche Botschaft versichert, dass die Zyklen „etwa 2 Monate bis zum Abschluss brauchen" und dass jeder Zyklus 3.500 Euro einbringt. Das bedeutet eine annualisierte Rendite, die kein legales Finanzinstrument ohne Risiko bietet. Weder Gold, noch Immobilien in ihren besten Zeiten, noch ein Risikokapitalfonds. Wenn jemand eine solche Rendite verspricht und sie zudem an die Kundengewinnung knüpft, lautet die Frage nicht mehr, ob das System tragfähig ist, sondern wann es zusammenbricht.

Das Unternehmen selbst führt einen Ausstiegsmechanismus ein: Wer nach zwei Zyklen keine zwei Kunden geworben hat, bekommt sein Geld zurück und wird aus dem System entfernt. Das klingt nach einem Sicherheitsnetz. In Wirklichkeit ist es das Eingeständnis, dass der Zyklus ohne neue Teilnehmer nicht abgeschlossen wird. Die Späteren finanzieren die Früheren. Es ist das klassische Muster eines Schneeballsystems, verpackt in Edelmetall.

Dubai, München und die Geografie der Intransparenz

Auch die Wahl des Firmensitzes hilft nicht. Eine deutsche Firma, die sich „aus Steuergünden" in Dubai registriert und zudem von München aus operiert, schafft eine doppelte Gerichtsbarkeit, die die Geldspur erschwert. Banküberweisungen, die einzige akzeptierte Zahlungs- und Auszahlungsmethode, hinterlassen zwar Spuren, lassen den Anleger aber ohne den Schutz eines klaren europäischen Regulators. Gold als Köder verleiht einen zusätzlichen Anstrich von Seriosität, den die Struktur nicht trägt.

Manche verteidigen das Angebot damit, dass das Produkt existiert und das Unternehmen seit 2006 in der Branche tätig ist. Es stimmt, dass physisches Metall gehandelt wird und der Rückkauf eine Option ist. Es stimmt aber auch, dass ein System ein echtes Produkt haben und trotzdem nicht tragfähig sein kann: Der Betrug steckt nicht im Barren, sondern im Versprechen unendlicher Renditen auf einer endlichen Basis von Angeworbenen.

Wer gewinnt und wer verliert

Die Ersten werden bezahlt. Das erklärt, warum es Erfahrungsberichte über Einnahmen gibt und warum das Unternehmen Erfolgsgeschichten vorweisen kann. Die Letzten, diejenigen, die kommen, wenn der Baum nicht mehr wächst, verlieren ihr Geld oder bleiben gefangen und warten auf Empfehlungen, die nie kommen. Die Asymmetrie ist strukturell, nicht zufällig. Und der Anreiz, Freunde und Familie anzuwerben, macht das persönliche Netzwerk zum eigentlichen Aktiv des Geschäfts.

Der Hinweis, dass man sein Geld innerhalb von 15 Tagen zurückholen kann, klingt nach Verbraucherschutz. Aber die Frist ist zu kurz, damit der neue Teilnehmer das System versteht, und zu lang, als dass das Unternehmen den ersten Zyklus abgeschlossen hätte. Das Ausstiegsfenster ist so gestaltet, dass es fast niemand nutzt.

Am Ende lautet die Frage nicht, ob Emgoldex Gold verkauft. Sondern ob ein vernünftiger Mensch Gold kaufen würde, das einen Aufschlag von 2.000 % auf den Marktpreis kostet, im Gegenzug für ein Versprechen von Empfehlungen. Mit diesen Zahlen schreibt sich die Antwort von selbst.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (63 Antworten).

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