El Ariki Mau: Das Profil, das die spanischen Traditionalisten verwirrt
Ein Nutzer, der sich als praktizierender Katholik und Verteidiger des spanischen imperialen Erbes präsentiert, argumentiert, dass Spanien mit den Westgoten entstand, der katholische Glaube untrennbar mit der Nation verbunden sei und die chinesische Diktatur Gläubige vernichte. Diese Kombination ergibt keinen Sinn. Im Geopolitik-Subforum, wo er postet, lautet die häufigste Antwort identisch: Er riecht nach Troll.
Laut jenen, die mit ihm interagiert haben, treibt sich diese Figur seit langem in karlistischen Umgebungen herum. Er prahlt mit einer Abstammung, die er selbst als „regazo“ beschreibt, während er über Hispanidad, die Kirche und den Papst spottet. Dieses Detail – die beanspruchte Abstammung im Gegensatz zur Institution, die er zu verteidigen behauptet – hat schließlich die Geduld der Veteranen gesprengt.
Was El Ariki Mau genau vertritt
Seine zentrale These ist, dass das erste Spanien mit den Goten entstand, nicht mit den Katholischen Königen. Zwei Gründe: territoriale Einheit als unabhängiges Königreich und religiöse Einheit, die das Überleben gegen die sarracinische Invasion ermöglichte und die zerstreuten christlichen Königreiche wiedervereinigte. Daraus folgert er, dass Spanien vom katholischen Glauben untrennbar ist.
Diese Schlussfolgerung stößt sogar bei bekennenden Katholiken auf Widerstand. Wenn Spanien mit einer religiösen Konfession gleichgesetzt wird, so das Argument, dann existiert Spanien weder als politische Nation noch kann es existieren. Die Begründung stammt von jemandem, der sich als praktizierender Gläubiger bezeichnet und die Doktrin kennt. Es ist kein Angriff von außen.
Das Imperium, Mestizaje und die Legende, die nicht passt
Hier betritt das Profil vermintes Gelände. Er behauptet, das Imperium habe Mestizaje im Ausland gefördert und Immigration nach Europa verboten. Die Antwort ist deutlich: Zulassung von Mestizaje bedeutet nicht Förderung. Sie wurde toleriert, weil Konkubinat skandalös war und bestimmte Hidalgos Verbindungen zum lokalen Adel suchten. Interrassenehen waren dreihundert Jahre lang eine Randerscheinung, und Endogamie unter Criollos war sehr hoch, laut einem Forumsmitglied.
Seit Karl I. war Mestizen der Zugang zu zivilen, kirchlichen und Zunftpositionen untersagt, laut derselben Quelle. Neuspanien hatte bei der Unabhängigkeit 60 % unvermischte Indigene, 30 % Castas und 10 % Weiße (meist Criollos), nach seiner Berechnung. Heute ist Mexiko, das den größten Teil dieses Vizekönigreichs umfasst, zu 70–80 % mestizo, laut derselben Schätzung. Die unabhängigen Republiken enteigneten Gemeindeland, schafften das Kastensystem ab und importierten Europäer massenhaft. Massives Mestizaje kam nach dem Imperium, nicht währenddessen, argumentiert er.
Limpieza de Sangre: Wer rein sein konnte und wer nicht
Eine sekundäre, aber aufschlussreiche Front. Ein Nutzer behauptet, indigene Völker könnten nicht „rein von Blut“ sein, da sie Neophyten im Glauben seien. Ein anderer korrigiert ihn: Indigene konnten durchaus rein sein, mit Vorteilen gegenüber Europäern, da kein Verdacht auf jüdische, maurische oder lutherische Vorfahren bestand. Ein adliger Indigener entsprach automatisch der Limpieza de Sangre. Die Inquisition hatte kaum Fälle in Amerika und konzentrierte sich auf vermeintliche Judaisanten oder Lutheraner, nicht auf Indigene, laut dieser Version.
Der Begriff Limpieza de Sangre bezog sich auf Verdächtige mit nicht-katholischer abrahamitischer Herkunft. Er hat nichts mit dem Rassismus des 19. Jahrhunderts zu tun, wird argumentiert. Wer dies verwechselt, projiziere angeblich anglo-germanische Geschichtsschreibung.
Das wiederkehrende Muster: Falsche Dilemmata und geschlossene Lager
Die schärfste Kritik am Profil ist methodisch, nicht doktrinär. Ihm wird vorgeworfen, falsche Dilemmata zu konstruieren: Entweder ersetzen dich lateinamerikanische Hispanics ethnisch oder marokkanische Migranten; entweder unterstützt du Israel oder genießt Moscheen in deiner Nachbarschaft; entweder leugnest du die Religion oder die weiße Rasse verschwindet. Ultimaten, die laut Kritikern aus dem Nichts gezogen werden, um eine Wahl zwischen zwei Übeln zu erzwingen.
Hispanidad, so wird insistiert, ist Katholizismus und spanischer Patriotismus, nicht Pro-Immigration. Das Problem sei, dass Parteien wie PP und Vox sowie auch die Linke dieses Erbe korrumpiert hätten, laut einem Nutzer. Das Imperium förderte Mestizaje im Ausland und verbot Immigration nach Europa, fügt er hinzu. Die Unterscheidung ist wichtig, und das Profil verwischt sie.
Warum die Figur solche Ablehnung erzeugt
Manche behaupten, das Profil sei durch Kooptation in Organisationen eingedrungen, die genutzt werden, um Unruhen zu inszenieren. Der Verdacht der Unterwanderung ist in diesen Kreisen nicht neu. Man erinnert sich an einen digitalen Raum, gegründet von ehemaligen Teilnehmern eines anderen Wirtschaftsforums, um eine alternative Rechte aufzubauen, bevor Vox populär wurde. Ihre Gründer seien, so wird behauptet, mit US-Interessen verbunden gewesen. Die Geschichte wird als unheimlich beschrieben.
Das angeprangerte Muster ist dasselbe: Die europäische Neo-Rechte-Schlange wechselte wie durch Zauberhand von einem angeblich anti-messianischen Hemd zu einem philo-zionistischen, laut einem Nutzer. Profile, die sich als Hispanistas und Karlisten präsentieren, vertreten am Ende Positionen, die zu keiner der beiden Traditionen passen.
Fazit: Ein Profil, das nicht ganz passt
El Ariki Mau wird voraussichtlich weiterhin in karlistischen Umgebungen herumtreiben. Seine Kombination aus militantem Katholizismus, Verteidigung des spanischen Imperiums und Sympathie für Mächte, die Gläubige verfolgen, ist keine isolierte Widersprüchlichkeit. Es ist ein Muster, das sich am Rande der europäischen Radikalen Rechten wiederholt, laut Kritikern. Ob die Figur ein Unterwanderer ist oder einfach jemand mit einem inkohärenten Weltbild, lässt sich mit den verfügbaren Daten nicht feststellen. Was man sagen kann, ist, dass seine Präsenz die Hispanidad gezwungen hat, erneut zu erklären, was sie nicht ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (108 Antworten).