Drogentunnel nach Ceuta: Spaniens Regierung wusste ein Jahr lang Bescheid

Der Drogentunnel zwischen Marokko und Ceuta soll laut Berichten für Drogenschmuggel und die illegale Einreise von Migranten genutzt worden sein – und die Regierung wusste seit einem Jahr davon…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Drogentunnel nach Ceuta: Spaniens Regierung wusste ein Jahr lang Bescheid
Ceuta und der Drogentunnel, durch den auch Migranten kamen

Der Tunnel, der Marokko mit Ceuta verbindet, war nicht nur eine Pipeline für Haschisch. Nach veröffentlichten Berichten diente derselbe Durchgang auch der Einreise von Migranten, und die Regierung wusste seit mehr als einem Jahr von seiner Existenz. Die offizielle Darstellung lautet, man habe gehandelt, sobald die Guardia Civil (spanische paramilitärische Polizeitruppe) davon erfuhr. Das Detail, wann sie davon erfuhr und wer vorher Bescheid wusste, ist der Punkt, an dem das Problem beginnt.

Was die Netzwerke zugeben und was die Regierung zugeben muss

Die Drogenhandelsstrukturen selbst würden laut diesen Berichten einräumen, dass der Durchgang sowohl für den Drogentransport als auch für die Einreise von Migranten genutzt wurde. Der unbequeme Teil ist die Chronologie: Die Regierung hätte den Tunnel seit mindestens einem Jahr gekannt. Die offizielle Antwort reduziert sich auf einen Satz: „Gehandelt wurde, als die Guardia Civil davon erfuhr“.

Übersetzt heißt das: Entweder wusste die Regierung nicht, was ihre eigene bewaffnete Polizeitruppe wusste, oder sie wusste es und wartete. Keine der beiden Lesarten kommt gut weg.

OCON-Sur, Garagen und die Landkarte des Geschäfts

Parallel dazu fiel die Auflösung der OCON-Sur – einer spanischen Antidrogeneinheit, angeordnet laut veröffentlichten Daten wenige Tage nach einem Treffen in Marokko – mit einer Ausweitung des Drogenhandels in Andalusien zusammen. Diese Abfolge lädt zu der Frage ein, ob ein Instrument abgebaut wurde, ohne dass das nächste bereitstand, oder ob der Zeitplan kein Zufall war.

Dazu kommt eine rein wirtschaftliche Folge: Laut veröffentlichten Berichten vermieteten die Netzwerke Garagen an frisch Angekommene, um sie vor der Polizei zu verstecken. Die Polizei hat zudem angeblich Chats aufgedeckt, in denen dazu aufgerufen wurde, „einzutreten und sich in den Kanälen zu verstecken, bis sich die Spanier beruhigt haben“. Ein Geschäft im Geschäft, mit garantierter Miete und ohne Skrupel.

Golden Owl und die wiederkehrenden Daten: 2., 3. und 8. September

Das Technologieunternehmen, das die Massenankunft in Ceuta vorhergesagt hatte – Golden Owl – warnte zum Zeitpunkt dieser Berichte vor neuen Mobilisierungen in sozialen Netzwerken mit Melilla und den Kanarischen Inseln als Zielen und nannte den 2., 3. und 8. September als Schlüsseldaten. Man sollte diese Angabe mit Vorsicht genießen: Eine Vorhersage ist keine Tatsache. Aber eine wiederholte Warnung von jemandem, der einmal recht behielt, verdient mehr Aufmerksamkeit als automatische Skepsis.

Druck auf Soldaten und der ausstehende Grenzschutz

Spanische Soldaten marokkanischer Herkunft haben angeblich vor „Druck“ der Dienste von Rabat gewarnt, wenn sie im Urlaub zu ihren Familien reisen; manche, so diese Berichte, verzichten gleich ganz auf die Überfahrt. Und es gibt Fachleute, die fordern, die Grenzen von Ceuta und Melilla mit dauerhafter staatlicher Präsenz zu sichern. Die Frage ist nicht, ob die Grenze porös ist – sie ist es –, sondern wie viel des Stroms dorthin fließt, wo niemand hinsieht.



Das vorhersehbare Ende: Kommen die genannten Daten nicht zustande, wird die Warnung als Geräusch abgeheftet. Kommen sie zustande, ist die Sache kein Tunnel mehr, sondern die Frage, wer weggeschaut hat, während gegraben wurde.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).

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