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Draghi beendet 'Whatever it takes': Zehnjährige Phase mit 5%-Zinsen
Mario Draghi warnt vor struktureller Inflation und langanhaltenden hohen Zinsen. Ein Haushalt verliert bis zu 45% seiner Finanzierungskraft.
Draghi beendet 'Whatever it takes': Zehnjährige Phase mit 5%-Zinsen
Wie verteuert sich eine Hypothek, wenn die Zinsen von 1% auf 5% steigen? Diese Frage ist nicht mehr hypothetisch, seit Mario Draghi, der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), andeutete, dass das «whatever it takes», das die Geldpolitik ein Jahrzehnt lang stützte, zurückkehrt. Draghi weist auf höhere Staatsausgaben hin, um ökologische, energetische und geopolitische Herausforderungen zu bewältigen – ein Cocktail, der zu einer höheren strukturellen Inflation führt, gegen die die Zentralbanken kämpfen müssen. Klartext: Teures Geld für fünf Jahre, vielleicht sogar ein ganzes Jahrzehnt.
Was bedeutet ein Festzins von 5% für eine durchschnittliche Hypothek?
Die entscheidende Zahl ist die Finanzierungskraft. Ein Haushalt, der monatlich 1.000 € für die Rate verwenden kann (bei einem Nettoeinkommen von rund 3.000 €), konnte vor zwei Jahren noch ein Darlehen von 265.000 € über 25 Jahre bei einem Festzins von 1% erhalten. Bei einer Laufzeit von 35 Jahren waren es 354.000 €.
Derselbe Haushalt erreicht bei einem Festzins von 5% nur noch 171.000 € über 25 Jahre oder 198.000 € über 35 Jahre. Der Anstieg um 400 Basispunkte führt zu einem Verlust der Finanzierungskraft zwischen 35% und 45%. Eine Wohnung, die früher für 300.000 € auf dem Markt war und zehn Kaufinteressenten hatte, findet heute nur noch zwei. Die detaillierte Aufstellung zeigt eine Spanne, die selbst Experten überrascht.
An der Arithmetik gibt es nichts zu deuteln. Diskutiert wird nur, wie stark die Preise fallen müssen, damit die Gleichung wieder aufgeht.
Warum hohe Zinsen in den 90ern kein Vorteil waren
Immer wieder kommt das Argument: In den 90ern wurden Autos mit 20% und Wohnungen mit 12% finanziert, ohne dass es Probleme gab. Das stimmt beim Nominalzins, täuscht aber über die Wirkung hinweg. Die Peseta wurde Anfang des Jahrzehnts gegenüber der deutschen Mark um mehr als 30% abgewertet. Nominale Ersparnisse in Landeswährung lösten sich auf, während man 5% Rendite erhielt. Gleichzeitig kauften Menschen im Nachbarland Immobilien an der Küste mit einer Währung, die immer mehr wert war.
Ein weiterer Aspekt: Hypotheken liefen maximal zehn Jahre, und Wohnraum kostete im Verhältnis zum Gehalt einen Bruchteil dessen, was er heute kostet. Manche erinnern sich an prekäre Jobs in jungen Jahren mit 100.000 Pesetas Lohn und berechnen, dass man heute viermal so viel bräuchte, um mit gleicher Leichtigkeit ein Haus zu kaufen: etwa 2.400 Euro in einem ebenso unsicheren Job.
Konkrete Preise illustrieren dies besser als jede Theorie. Eine Dreizimmerwohnung kostete 1985 knapp über 3 Millionen Pesetas; im selben Viertel lag eine Vierzimmerwohnung 1991 bei 14 Millionen. In Mazarrón gingen Zweizimmer-Apartments 1996 für 3.500.000 Pesetas über den Tisch. Alles in Pesetas, während Inflation und Abwertung im Hintergrund nagten.
Inflation versus Stagflation: Der Unterschied im Diagnosebild
Der entscheidende Unterschied zu den 90ern liegt nicht im Zinsniveau, sondern im Umfeld. Damals herrschte Inflation; heute droht Stagflation. Bei Inflation sah der Schuldner, wie seine Schulden real schrumpften, während die Beschäftigung wuchs. Bei Stagflation werden Schulden teurer und der Arbeitsmarkt kühlt gleichzeitig ab. Damals lohnte sich Risiko; viele gründeten Unternehmen. Heute rät das Umfeld eher zur Vorsicht.
Auf den Analysetischen lastet zudem eine unbequeme These: Inflation durch Staatsausgaben zu stützen, während Kredite teurer werden, zerstört Nachfrage. Wer diese Ansicht vertritt, fügt hinzu: Bleiben die Zinsen unter der Inflationsrate, zahlt der Sparer die Zeche. Im Klartext: Bestrafung derer, die ihr Geld auf der Bank lassen.
Insolvenzen, Zahlungsausfälle und schwindende Ersparnisse
Wenn Kredit teurer wird, brechen nicht zuerst die Gewinnbilanzen zusammen, sondern Familien mit knappen Budgets. Daten zu Unternehmensinsolvenzen in Galicien – drei Monate hintereinander Pleiten – deuten darauf hin. Die ernsteste Warnung betrifft nicht die Zinsen, sondern das Ausgehen der spanischen Ersparnisse, denn sie sind der einzige Puffer, der echte Not verhindert. Ohne Rücklagen werden Zahlungsausfälle mehr als nur Zahlen in einer Bilanz.
Wer kürzlich eine Hypothek abgeschlossen hat, stellt sich die einfache Frage: Wie lange hält mein Spielraum aus, bevor die Bank anruft?
Nach der Theorie müssten die Immobilienpreise angesichts dieser Zinssätze stark korrigieren. Sie steigen weiter. Und nein, das liegt nicht daran, dass Käufer bessere Rechner sind als Sie.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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