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Doppelt so viel Gehalt, halbes Leben: das Lkw-Fahrer-Paradox
Ein Lkw-Fahrer verdient heute 3.000 Euro im Monat, doppelt so viel wie vor einem Jahrzehnt, lebt aber schlechter. Die echte Inflation frisst jede Gehaltserhöhung auf.
Doppelt so viel Gehalt, halbes Leben: der Inflationstrug
Was nützt es, doppelt so viel zu verdienen wie vor zehn Jahren, wenn sich alles andere verdreifacht hat? Das ist die Frage, die über dem Fall des Lkw-Fahrers schwebt, der angeblich 3.000 Euro im Monat auf Inlandsrouten verdient. Auf dem Papier klingt das nach Erfolg. Aber vom Papier kann man nicht leben.
Das Paradox des 94. Perzentils
Manche halten dieses Gehalt für gut bezahlt, andere für eine Illusion. Es wurde ein Lohn zitiert, der im 94. Perzentil der spanischen Arbeitnehmer liegt: also über 94 % der Erwerbsbevölkerung. Und trotzdem sagt derjenige, der ihn bekommt, dass er lebe wie ein Armer in den 80er-Jahren. Keine Übertreibung: Nehmen wir das Beispiel Auto. Vor drei Jahrzehnten kostete der Wechsel einer Blinkglühbirne zweihundert Peseten. Heute erfordert derselbe Defekt bei einem modernen Fahrzeug mit LED-Technik den kompletten Austausch des Scheinwerfers samt Demontage der Front: 1.200 Euro. Das ist die Inflation, die nicht in die Schlagzeilen kommt: diejenige, die aus einem guten Gehalt ein Überlebensgehalt macht.
Das Dilemma des hohen Gehalts
Die eigentliche Debatte dreht sich nicht darum, ob Löhne steigen oder fallen, sondern ob das System Arbeit oder Vermögen belohnt. Ein geerbtes Haus, ein Partner ohne Job oder das Leben weit weg von Madrid sind zu wohlstandsentscheidenden Faktoren geworden – genauso wie das Gehalt. Man kann gut verdienen und sich arm fühlen; man kann eine kleine Stütze beziehen und sorgenfrei leben. Unterdessen haben die Zahlen den Bezug zur physischen Realität verloren.
Der Lkw-Fahrer, der doppelt so viel verdient wie vor einem Jahrzehnt, hat also zwei Optionen: es mit einem Mittagsmenü feiern, das so viel kostet wie ein Dreigang-Menü 2015, oder weiter mit kaputtem Blinker seinen Dacia fahren. Die Leistungsgesellschaft wartet derweil weiter auf dem Standstreifen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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