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Dominikaner in Spanien: das Paradox, die Grenze anderer zu verteidigen
Eine Gruppe Dominikaner bietet an, Geschäfte in Spanien zu schützen und wird gefragt, warum sie die haitianische Einwanderung im eigenen Land nicht stoppen
Wer Ihr Geschäft schützt, aber nicht das eigene: das dominikanische Paradox
Eine Gruppe dominikanischer Staatsbürger bietet an, spanische Geschäfte vor möglichen Angriffen zu schützen, und fordert andere Gruppen heraus, es ihnen gleichzutun, wie ein in sozialen Medien verbreitetes Video zeigt. Die Szene hat eine unbequeme Frage aufgeworfen: Wer verspricht, Spanien zu verteidigen, wird zugleich gefragt, warum er nicht die Grenze des eigenen Landes gegen die Masseneinwanderung aus Haiti schützt. Das Paradox ist nicht gering. Die Dominikanische Republik teilt sich eine Insel mit Haiti und führt einen Migrationskonflikt, der nach Angaben der Beteiligten selbst ungelöst ist.
Der Schutz von Geschäften als gesellschaftliches Barometer
Die Geste hat eine unmittelbare wirtschaftliche Lesart. Kleine Stadtteilgeschäfte, die vielfach von lateinamerikanischen Familien geführt werden, sind das am stärksten der Unsicherheit ausgesetzte Glied und erhalten den geringsten institutionellen Schutz. Manche argumentieren, das Schutzangebot entstehe genau daraus: aus dem Fehlen einer öffentlichen Antwort, nicht aus einer neu entdeckten nationalen Identität. Die Rechnung ist kalt. Wer ein Geschäft zu verlieren hat, verteidigt das Geschäft.
Doch das Gespräch drehte sich schnell zum vergleichenden Groll. Es wird argumentiert, dieselben Gruppen, die in Spanien Schutz fordern, verlangten ihn in ihren Herkunftsländern nicht, und die Solidarität mit dem Gastland gehe einher mit einer fragwürdigen Toleranz gegenüber den eigenen Problemen. Die Kritik ist nicht neu, wohl aber die Verpackung: Jetzt kommt sie von denen, die auf dem Papier eigentlich auf der anderen Seite der Theke stehen sollten.
Der Hispanismus als Tauschwert
Die Figur des Hispanisten Iván Gatón erscheint im Gespräch als Bezugspunkt einer Strömung, die die Verbindung zum Mutterland betont und die, so ein Teilnehmer, unter in Spanien lebenden Dominikanern zunimmt. Es ist kein Massenphänomen und auch nicht frei von Widersprüchen: Dieselbe Tradition, die das spanische Erbe verherrlicht, existiert neben einem Schulnarrativ in Lateinamerika, das die Kolonisierung als Plünderung darstellt. Das Ergebnis ist ein zynisches Hin und Her, das die Beteiligten selbst benennen.
Die demografische Rechnung, die niemand sehen will
Die Diskussion mündete in die eigentliche Kernzahl: die Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung. Es wird darauf hingewiesen, dass Vertrauen in die Zukunft und berufliche Stabilität Voraussetzungen für Kinder sind und dass eine Gesellschaft, die beides verloren hat, den Trend kaum umkehren wird. Die Folge ist mechanisch: Den demografischen Ersatz wird leisten, wer von außen kommt. Und wer von außen kommt, wird nach dieser Lesart das Land, das ihn ernährt, entschlossener verteidigen als der, der es beiläufig bewohnt.
Über der ganzen Angelegenheit schwebt eine Ironie. Wer verspricht, Spanien vor der Kriminalität zu verteidigen, wird beschuldigt, das eigene Land nicht zu verteidigen. Und die, die es laut offizieller Erzählung verteidigen sollten, schauen seit Jahren weg. Wer schützt wen, wenn sich der Staat zurückzieht?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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