DKV steigt bei Muface aus – Regierung hat nur noch Asisa
Könnten 1,5 Millionen Menschen ihren langjährigen Arzt verlieren? Diese Frage steht im Zentrum des Muface-Vertrags, nachdem DKV das zweite Ausschreibungsangebot abgelehnt hat, das die staatliche Zahlung um 33,5 % erhöhte. Adeslas war bereits zuvor abgesprungen. Asisa ist nun der einzige verbleibende Versicherer und hat noch nicht bestätigt, ob es teilnimmt, prüft die Bedingungen jedoch genau. Muface wird die Versorgung bis Mitte September sicherstellen, sodass niemand sofort seine Gesundheitskarte verliert. Aber die Uhr tickt.
DKV fällt raus – Asisa prüft das Dossier allein
Die Regierung hat zweimal nachgelegt, doch beide Male ohne Erfolg. Im Oktober wurde eine Erhöhung von 17 % genehmigt; vor Weihnachten stieg sie fast doppelt so hoch, auf 33,5 %. Kein Angebot überzeugte die Versicherer, die für einen Dreijahresvertrag (2025–2027) mindestens 40 % forderten. Adeslas zog sich zuerst zurück, DKV folgt jetzt.
Damit liegt der Ball bei Asisa. Das Unternehmen hat weder zu- noch abgesagt, aber ein Detail erklärt die Zurückhaltung: Würde Asisa allein weitermachen, würde es nicht nur die 500.000 Beamten und Angehörigen übernehmen, die ihm in einer normalen Aufteilung zustünden, sondern auch die über eine Million Kunden der anderen beiden Anbieter. Wirtschaftlich bedeutet dies den Wechsel von einem Teilvertrag zu einer Monopolstellung mit der gesamten Mutualität. Und die Bilanzen des Sektors sind seit Jahren negativ.
Manche argumentieren, dass Verwaltungen Wettbewerbe oft sterben lassen oder Studien beauftragen, wenn sie keine Vergabe wollen. Der Unterschied hier: Es geht um ein System, das 1,5 Millionen Menschen versorgt, und die Entscheidung trifft ein Dritter, dessen Kalkulation nicht aufgeht.
Was passiert, wenn die Muface-Ausschreibung scheitert?
Muface muss die Versorgung bis Mitte September garantieren, was der Exekutive Zeit gibt, um einen neuen Vertrag auszuhandeln. In diesem Szenario stellt sich die Frage, ob die bisherige Zugehörigkeit der Mitglieder und ihrer Familien erhalten bleibt.
Politisch lehnen die Koalitionspartner Sumar und Podemos das System offen ab. Vor allem Sumar feiert diskret die Möglichkeit eines gescheiterten Vergabeverfahrens, da dies zu ihrem Kernprogramm passt: Beendigung der öffentlich-privaten Zusammenarbeit und Überführung der Beamten in das allgemeine Gesundheitssystem. Für das Finanzministerium ist dies unbequem, da es die Kosten dieser Umstrukturierung tragen müsste, während es selbst seine Haushaltsprobleme nicht löst.
Wer zahlt Muface und was kostet die Rückkehr von 1,5 Mio. Patienten ins öffentliche System?
Das System basiert auf einer ungewöhnlichen Mischung: Private Beiträge decken 18,5 %, der Staat subventioniert die restlichen 80 %. Dieses Design zieht Kritik auf sich: Gegner sehen darin einen Privileg, das nicht auf die Gesamtbevölkerung ausgeweitet wurde und durch allgemeine Steuern finanziert wird.
Es gibt konkrete Berechnungen zur Umstrukturierung. Nach einer im Umlauf befindlichen Schätzung kosten die fehlgeschlagenen Vertragsverhandlungen in den nächsten drei Jahren 1,492 Milliarden Euro pro Jahr. Verteilt auf die eine Million Nutzer, die tatsächlich ins öffentliche System wechseln würden (die übrigen 30 % sind bereits dort), ergibt dies etwa 1.492 Euro pro Person und Jahr, verglichen mit den durchschnittlichen 2.000 Euro, die das öffentliche Gesundheitssystem pro Patient ausgibt. Nach dieser Rechnung verliert der Staat durch den Wechsel Geld.
Andere Teilnehmer relativieren die Auswirkung: 1,5 Millionen Menschen in ganz Spanien machen weniger als 5 % der Gesamtnutzer aus. Die Belastung wird besonders dort spürbar sein, wo viele Beamte arbeiten. Madrid, Katalonien und Andalusien müssten ihre Gesundheitsbudgets neu organisieren; in der Region Madrid werden bereits Maßnahmen zur Kostendämpfung vorbereitet, um die neuen Versicherten aufzunehmen.
Versicherer wollen keine 70-jährigen Mutualisten
Hier liegt die Arithmetik, die die Firmen nicht laut aussprechen. Ein großer Teil der Gruppe ist privatwirtschaftlich unrentabel: Es handelt sich um Personen im Alter von 60, 70 und 80 Jahren mit medizinischer Vorgeschichte. Wie einige Mutualisten berichten, lautet die Antwort auf Anfragen zur privaten Weiterversicherung außerhalb von Muface immer gleich: Vorherige medizinische Prüfung und maßgeschneiderte Konditionen. In der Praxis bedeutet dies für viele, dass sie den Rest ihres Lebens keine Krankenversicherung mehr abschließen können.
Ein zweiter Effekt zeigt sich erst bei genauerem Hinsehen. Mutualisten zahlen 35 % der Medikamentenkosten, eine Zuzahlung, die im öffentlichen System ab dem Ruhestand entfällt. Wenn Muface endet, ändern sich diese Ausgaben. Da die Mehrheit der Gruppe in der Altersklasse liegt, die am meisten Rezepte verbraucht, ist die Anpassung nicht unerheblich.
Óscar López, Montero und zwei Wochen Frist
Der politische Knotenpunkt liegt zwischen Finanzministerium und Ministerium für Öffentlichen Dienst. Laut Berichten im Konflikt hat Finanzministerin María Jesús Montero Óscar López keine haushaltspolitische Alternative angeboten, um die Beamten zu unterstützen. López hat ein enges Zeitfenster – etwa zwei Wochen –, um vom Finanzministerium ein Budget zu bekommen, das Asisa überzeugt. Dies geschieht in einem Kontext, in dem die Regierung die öffentlichen Finanzen nicht stabilisieren kann und unter Druck von Junts und Podemos aus entgegengesetzten Richtungen steht.
Monteros Schweigen, Sumars diskrete Freude und die Tatsache, dass alle drei Versicherer seit Jahren Verluste schreiben, zeichnen ein Bild, in dem niemand derjenige sein will, der das Spiel abbricht. Sagt Asisa nein, fällt die Last auf das Ministerium für Öffentlichen Dienst. Sagt es ja, unterzeichnet es einen Vertrag mit papiergebundenen Verlusten und übernimmt zusätzlich eine Million neue Mutualisten.
Bleibt die Option, dass alles in einem dritten Vertrag endet, der in letzter Minute geschlossen wird und die Versicherer als Retter des Systems darstellen. Dies wäre allerdings das erste Mal in diesem Durcheinander, dass jemand etwas anderes als Zeit gewinnt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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