Dividenden mit 25 oder mit 65: die Steuerdebatte unter Anlegern

Die Debatte, ob Dividendeninvestments etwas für Junge oder für Rentner sind, stößt auf eine Tatsache: Die Doppelbesteuerung frisst den Zinseszins auf. Die…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Dividenden mit 25 oder mit 65: die Steuerdebatte unter Anlegern
Dividenden investieren: Strategie für Junge oder für Rentner?

Dividenden vor dem 35. Lebensjahr zu kassieren, ist ein Steuerfehler. Das ist die These, mit der die Debatte eröffnet wird und die der Argumentationsgang selbst wenige Absätze später widerlegt. Die Frage ist nicht, ob die Dividende gut oder schlecht ist, sondern ob es sinnvoll ist, sich einer Doppelbesteuerung zu unterwerfen — erst die Körperschaftsteuer, die das Unternehmen bereits gezahlt hat, dann die Einkommensteuer des Aktionärs —, wenn man das Geld nicht zum Leben braucht und es sofort wieder anlegen will. Der Ausgangsgedanke ist einfach: Wer jung ist, braucht den Cashflow nicht, und jede kassierte Dividende geht durchs Finanzamt, bevor wieder Aktien gekauft werden. Die «Magie» des Zinseszinses, so der Autor des Beitrags, geht dabei verloren.

Die überwiegende Antwort lässt nicht lange auf sich warten und ist in einem Punkt einstimmig: Je früher man anfängt, desto besser. Nicht die anfängliche Summe zählt, sondern die Zeit. Ein Anleger mit dreizehn Jahren Erfahrung bringt es auf den Punkt: Das zusätzliche Einkommen geht nicht verloren, es wird reinvestiert, und genau darin liegt die Magie. Ein weiterer Teilnehmer ergänzt das psychologische Argument: Mit einem Portfolio dividendenzahlender Aktien tut ein Kursrückgang weniger weh, weil die Einnahmen weiterfließen und günstigere Käufe ermöglichen. Die Börse hört auf, ein auf und ab zeigender Punktestand zu sein, und wird zu einem Gehaltsscheck, der zwei- oder viermal im Jahr kommt.

Die Besteuerung, die den Zinseszins auffrisst

Das Steuerargument ist das am häufigsten genannte und am schwersten zu widerlegende. Dividenden werden mit dem Abgastarif besteuert und erlauben, anders als Kursgewinne, keine Steuerstundung. Wer in thesaurierende Fonds oder in Aktien investiert, die keine Gewinne ausschütten, zahlt erst beim Verkauf. Diese Stundung ist über dreißig Jahre betrachtet kein Detail. Manche nennen es schlicht «Raub»: Steuern auf Geld, das bereits Steuern bezahlt hat. Der Vergleich mit Indexfonds liegt nahe, denn diese thesaurieren die Dividenden automatisch und in vielen Fällen mit Quellensteuer, aber ohne dass die spanische Einkommensteuer des Anlegers greift.

Nun kompliziert sich die Debatte, wenn man Besteuerung von Aktienauswahl trennt. Eine Sache ist, dass die Dividende versteuert wird, eine andere, dass die ausschüttenden Unternehmen schlechter sind. Hier kommt die in der Diskussion zitierte historische Studie ins Spiel: eine Analyse über zweihundert Jahre, von 1812 bis 2012, die eine Korrelation zwischen höheren Dividendenausschüttungen und höherer Gesamtrendite findet. Das rentabelste Unternehmen in der Geschichte des US-Marktes ist laut dieser Arbeit ein Tabakkonzern. Der Befund verstört alle, die Dividende mit reifen Unternehmen ohne Wachstum verbinden.

Was macht ein 30-Jähriger mit der kassierten Dividende?

Die zentrale Frage der Debatte ist keine finanzielle, sondern eine Verhaltensfrage. Wenn der Junge die Dividende reinvestiert, zahlt er unterwegs Steuern und kauft erneut. Wenn er sie ausgibt, ist es keine Investition mehr, sondern Konsum. Der dritte Weg, den einige verteidigen, ist, das Bargeld anzusammeln und auf eine Korrektur zu warten, um günstiger einzusteigen. Das Problem: Das erfordert Timing, und Timing ist genau das, was die Dividendenstrategie vermeiden will.

Das Profil des Anlegers, der von Dividenden lebt, ist nicht das eines jungen Menschen mit Gehalt. Es ist das eines Menschen, der über Jahrzehnte angespart hat und sein Einkommen ergänzen will, wenn es sinkt. Ein Rentner, der Dividenden bezieht, hat einen Vorteil, den der Junge nicht hat: Er braucht das Geld und wird es nicht reinvestieren, womit die Besteuerung aufhört, eine vermeidbare Kosten zu sein, und zum Preis wird, Liquidität zu haben, ohne Vermögen zu verkaufen. Die Strategie ist weder besser noch schlechter je nach Alter, aber das Alter verändert die Funktion der Dividende im Portfolio völlig.

Die psychologische Komponente, die in keiner Tabelle auftaucht

Es gibt einen Faktor, den kein Renditevergleich erfasst: die Fähigkeit durchzuhalten. Ein Portfolio, das Dividenden zahlt, erzeugt regelmäßige Einnahmen, und das verringert die Versuchung, in Panik zu verkaufen. Bei einem starken Rückgang sieht der Dividendenanleger, dass sein Einkommen unverändert bleibt, und kann mit demselben Geld mehr Aktien kaufen. Der reine Wachstumsanleger sieht sein Vermögen sinken, ohne unmittelbaren Ausgleich. Die Theorie sagt, dass auf lange Sicht reines Wachstum gewinnt; die Praxis sagt, dass viele Anleger psychologisch nicht bis zu dieser langen Frist durchhalten.

Die Diversifikation erscheint als Mittelweg. Manche verteilen ihr Vermögen auf Dividenden, Immobilien, Indexfonds und Festgelder und lassen keine Strategie über 30 % des Portfolios hinauswachsen. Das ist keine Kapitulation, sondern eine Art, nicht von einer einzigen Einkommensquelle oder einem einzigen Steuersystem abhängig zu sein. Die Diskussion, ob die Dividende etwas für Alte ist, mündet am Ende in eine unbequemere Frage: Was nützt es, Steuern zu optimieren, wenn der Anleger im schlechtesten Moment verkauft?



Die verfügbaren Hinweise deuten darauf hin, dass die Dividendenstrategie besser funktioniert, je länger der Anlagehorizont ist — genau das Gegenteil dessen, was der Ausgangsgedanke vermuten lässt. Die Steuerlast ist real, verwischt sich aber mit der Zeit und durch die Reinvestition. Was sich nicht verwischt, ist der Vorteil, mit fünfundzwanzig statt mit fünfzig anzufangen. Wer bis zur Rente wartet, um Dividendenaktien zu kaufen, hat die Jahrzehnte verloren, in denen der Zinseszins die Schwerstarbeit leistet. Die Prognose, mit aller Vorsicht, die das Thema verlangt, lautet: Die Diskussion wird nicht mit Daten entschieden, sondern mit der Toleranz eines jeden, zuzusehen, wie sein Vermögen fällt, ohne dafür etwas zu kassieren.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (87 Antworten).

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