Diskussion: Alles auf Santander bei 2 Euro setzen

Ein Nutzer schlägt vor, alles auf Santander bei 2 Euro zu setzen. Andere nennen Popular, GM und Wertverfall. Die Bank strich 2020 Dividenden; Kurs lag bei 1,83 Euro.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Diskussion: Alles auf Santander bei 2 Euro setzen
Santander bei 2 Euro: Die Wette, die Anleger spaltet

Es gibt eine Szene, die sich jedes Mal wiederholt, wenn eine spanische Bank an der Börse einer runden Zahl nahekommt: Jemand entscheidet, dass dies der Boden ist, dass von dort aus nur noch Aufwärtsbewegung möglich ist und dass die Gelegenheit verdient, das gesamte Vermögen zu riskieren. Die These, die diese Diskussion eröffnet, ist genau diese: Wenn Santander erneut die 2-Euro-Marke berührt, dann voll einsteigen. Die Idee, formuliert ohne Nuancen, besagt, dass während der schärfsten Einbrüche des Jahres — am 12. März, als der Kurs kaum unter 2,1 und 1,9 Euro fiel — die großen spanischen Banken nicht vollständig abstürzten, weil es Hände gibt, die einen Fall verhindern wollen. Der Autor des Vorschlags fasst es so zusammen: "Die Flaggschiffe werden leiden, aber man lässt sie nicht fallen", wobei er ausdrücklich BBVA und Santander nennt.

Die Antwort ließ nicht auf sich warten. Und sie war nicht freundlich.

Ist Santander eine Investition oder ein fallendes Messer?

Das erste Gegenargument, das auftaucht, ist das offensichtlichste und vernichtendste: Santander befindet sich seit drei Jahren vor der Pandemie im kontinuierlichen Abwärtstrend. Eine Aktie mit dieser Historie ist keine Chance, sondern eine Falle. Die wiederholte Metapher ist die des Messers: "Man fängt nie ein fallendes Messer", und schon gar nicht segelt man bei Sturm. Der Verweis auf Banco Popular ist konstant: Seine letzten Aktionäre dachten genau dasselbe, dass die Bank zu groß zum Scheitern sei, und endeten mit Aktien im Wert von null.

Manche gehen weiter und weisen auf das strukturelle Problem des Sektors hin: Das Bankwesen operiert mit Nullzinsen, was wenig Spielraum lässt. Und Santander hat zudem eine Historie der Aktionärsverwässerung, die keinen Optimismus weckt. Im Jahr 2020 strich die Bank alle ihre Dividenden, während BBVA dies nicht tat. Für einen langfristigen Anleger, der nach Erträgen sucht, wiegt dieser Unterschied schwer.

Ironie zieht sich durch viele Antworten. Es wird vorgeschlagen, sich vom Santander selbst Geld zu leihen, um in Santander zu investieren, denn wenn die Bank pleitegeht, muss man niemandem mehr etwas zurückzahlen. Ein klassischer Win-Win. Andere schlagen direkt vor, die Hälfte in Liberbank und die andere Hälfte in Banco Popular zu stecken, zwei Institute, die zum Zeitpunkt dieser Diskussion nicht mehr als solche existierten.

Das Beispiel General Motors und andere ungeahnte Pleiten

Der lehrreichste Vergleich in der Diskussion ist der von General Motors. Im Jahr 2009 war GM von 70 Dollar auf etwa 9 Dollar gefallen. Es schien zu groß zum Scheitern. Über Nacht wurde der Handel ausgesetzt und das Unternehmen meldete Insolvenz an. Kurz darauf wurden neue Aktien zu einem guten Preis ausgegeben, während die alten Eigentümer nichts bekamen. Die Parallele zu Banco Popular ist offensichtlich: Niemand glaubte an eine Pleite; sie galt als die gesündeste Bank Spaniens, ohne Kreditrisiken im Immobiliensektor. Und sie ging pleite.

Die Schlussfolgerung mehrerer Teilnehmer lautet, dass die Börse unberechenbar ist. Was heute wie ein Boden aussieht, ist morgen ein Abgrund. Sie fügen eine psychologische Nuance hinzu: Wenn man 20% gewinnt, meldet sich niemand; wenn man verliert, bilden sich Aktionärskomitees, Sammelklagen und Plattformen für Betroffene. Die Asymmetrie zwischen Gewinnen und Verlusten ist total.

Die Alternative: Diversifizieren statt alles auf eine Karte setzen

Angesichts des Alles-oder-Nichts-Ansatzes entsteht der Vorschlag, ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen. Mehrere Häufchen: eines in Telefónica, eines in Santander, eines in BBVA, Mapfre, Repsol, AT&T. Bis zu dreißig oder vierzig verschiedene Positionen. Die Idee ist, dass wenn eine auf null geht, die anderen kompensieren. Auch die Option eines ETFs wird erwähnt, die es ermöglicht, ruhig zu schlafen, während man auf einen zuverlässigen Boden wartet: die 6.000 Punkte des Ibex oder die 15.000-18.000 des Dow Jones sind die diskutierten Referenzwerte für den Einstieg.

Für kurzfristig orientierte Trader gilt ein anderer Rat: Wähle Unternehmen, die langfristig steigen, damit du, falls du feststeckst, Chancen hast, dein Investment zurückzuholen. Und wenn du in Banken handelst, tue dies mit dem Bewusstsein, dass sie keinen Boden haben. Das Minimum von Santander lag damals bei 1,77 Euro, und manche warteten auf einen Durchbruch, um einen Rebound zwischen 1,60 und 1,70 Euro zu suchen. Die Casino-Strategie, aber wissend, dass der Wert ein Ruin ist.

Auch Analysten spielen eine Rolle

Mitten im allgemeinen Pessimismus tauchen Notizen großer Investmentbanken auf. Goldman Sachs empfiehlt den Kauf von Boeing mit einem Zielkurs von 238 Dollar, was einen Anstieg des Dow Jones um 12% auslöst. Morgan Stanley zeigt sich optimistisch gegenüber Santander mit 69% Potenzial und BBVA mit 20%. Die Reaktion des Forums ist absoluter Skeptizismus: "Ich würde ihnen kein Haarbreit vertrauen." Es wird daran erinnert, dass diese Analysten Market Maker sind, die den Kurs vielleicht hochtreiben, um einen Rebound zu provozieren, an dem sie bereits beteiligt sind. Das Misstrauen gegenüber der offiziellen Erzählung der Großbanken ist total.

Die Diskussion driftet zur Erinnerung an Filialleiter, die empfahlen, BBVA bei 9 Euro zu kaufen. Die Aktie handelt heute zu einem Bruchteil dieses Preises. Die Anekdote dient dazu, zu illustrieren, warum viele Anleger Bankberatung misstrauen.

Das Ende: Die Daten, die verwirren

Die Diskussion führt zu keiner Schlussfolgerung. Manche warten, bis Santander unter 1 Euro fällt, um einzusteigen. Andere planen, bei 1,86 Euro zu kaufen und bei 1,96 Euro zu verkaufen. Jemand scherzt, dass wenn die Bank nach unendlich vielen Reverse-Splits bei 0,0000001 Euro landet, es immer noch Leute geben wird, die sagen, sie könne nicht tiefer fallen und dies sei die Chance ihres Lebens. Und mitten in allem ein Faktum, das niemand bestreitet: Santander handelt bei 1,83 Euro, BBVA bei 2,53 Euro, und der Ibex leckt weiterhin überall Wasser. Die Frage ist nicht, ob die Bank eine gute Investition ist. Die Frage ist, ob wirklich jemand weiß, wo der Boden liegt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (105 Antworten).

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