Atari: Die spekulative Aktie von 2021 mit 60 % Verlust

Im April 2021 notierte Atari bei 0,90 € mit 200 Millionen Aktien und einem Krypto-Casino in Decentraland. Die Aktie fiel jedoch massiv...

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Atari: Die spekulative Aktie von 2021 mit 60 % Verlust
Atari kehrt mit 0,90 € und einem Krypto-Casino an die Märkte zurück

Wie viel ist eine Marke wert, die für eine ganze Generation das Tor zum Videospielmarkt war? Im April 2021 lieferte der Markt eine ernüchternde Antwort: Atari notierte an der Pariser Börse unter dem Ticker $ATA bei 0,90 €], nur zwei Wochen nach der Listung bei Trading 212, mit 200 Millionen im Umlauf befindlichen Aktien — siebenhundert Millionen weniger als Tesla. Das Narrativ hinter dem Preis war weitaus ehrgeiziger als der Kurs selbst: ein saniertes Unternehmen nach Jahren der Insolvenz, steigende Umsätze, ein in den sozialen Netzwerken viel diskutiertes NFT, ein virtuelles Krypto-Casino und eine neue Konsole in der Pipeline. Auf dem Papier schien alles bereit für den großen Durchbruch.

Vom Bankrott zur Marken-Transformation: 22 Mitarbeiter und viel Nostalgie

Vor einigen Jahren war das Unternehmen buchstäblich insolvent. Ein französischer Investor kaufte es, sanierte es nach Kräften und richtete es auf Märkte aus, in denen der Markenname schwerer wiegt als die Produktion: Lizenzen, Videospiele, Hotels und Krypto-Assets. Die häufigste Kritik der Skeptiker ließ sich in einem Satz zusammenfassen: ein Unternehmen mit 22 Mitarbeitern und keinem nennenswerten Produkt oder Dienstleistung. In dieser Größe handelt es sich nicht um einen Produktionsbetrieb, sondern um eine nostalgische Marke mit einer winzigen Bilanz und überproportionalen Ambitionen. Die Kernfrage war nicht, wie viel Atari wert ist, sondern wie viel jemand bereit ist zu zahlen, nur um sich an die Marke zu erinnern.

NFT, Casino in Decentraland und Konsolenspiele: Die Pläne

Der Zeitplan für die Markttreiber war eng getaktet. Am 8. April 2021 kündigte das Unternehmen an, wieder Videospiele für Konsolen und PCs zu entwickeln. Für den 28. desselben Monats war die Premiere eines virtuellen Casinos in Decentraland angesetzt, der Krypto-Welt, in der digitale Grundstücke für Geschäftsvorhaben gekauft werden. Die Erwartungen an dieses Datum waren hoch: Wenn es funktionierte, würde die Aktie davon profitieren. Hinzu kam ein NFT, der in den sozialen Medien für viel Gesprächsstoff sorgte. Skeptizismus wurde erwartungsgemäß mit Spott beantwortet: Sie werden Pong für Teams herausbringen, und zwar in 4k.

0,90 € gegenüber 2 €: Das Kursziel nordischer Analysten

Auf dem Tisch lag eine Doppelnotierung, die viele verwirrte: $ATA an der Pariser Börse und $PONGF am US-OTC-Markt. Derselbe Vermögenswert, zwei Währungen und zwei Kurse, die sich parallel bewegten, um die 1,14 $ und 0,90 €. Bei Degiro war nur die französische Variante verfügbar; Trading 212 bot die amerikanische ohne Provisionen an. Das wichtigste bullische Argument war ein Kursziel: Eine Gruppe nordischer Analysten setzte den wahren Wert auf 2 €, während die Aktie bei 0,90 € notierte. Der Vergleich zur Rechtfertigung folgte einer gewissen Logik: Wenn Zynga eine Marktkapitalisierung von 11 Milliarden Dollar hatte, warum dann nicht Atari mit einer noch sehr geringen Marktkapitalisierung?

Wer investierte, wie viel und mit welcher Erwartung

Das Käuferprofil war vielfältig. Es gab Nostalgiker — wegen des 2600 aus ihrer Kindheit — und Leute, die ein Konto bei einem Broker eröffneten, nur um eine kleine Position zu testen. Auch ernsthaftere Orders tauchten auf: 300 Aktien hier, 480 dort, und die unangenehme Frage, ob es klug sei, 20.000 Euro in einen solchen Wert zu stecken. Die Antwort auf diese Frage beruhigte niemanden: Für die einen sind 20.000 Euro ein Vermögen, für andere Kleingeld, und bei einem Asset dieser Art liegt die Grenze zwischen Diversifikation und riskantem Zocken nicht an der Größe des Kontos, sondern an der Analyse. Es wurde offen nach einer Fundamentalanalyse verlangt, um zu entscheiden, ob man die Position hält oder sofort liquidiert. Niemand tat es.

Das Kleingedruckte des Brokers: Gebühren, IBAN und Ticker

Bevor man über das Unternehmen diskutierte, die operative Abwicklung. Ein Anfänger-Investor eröffnete ein Konto bei Degiro, um den Gebühren traditioneller Banken zu entgehen, und stieß auf das übliche Labyrinth: eine Überweisung an eine niederländische IBAN, die plötzlich nicht mehr auftauchte, als die E-Mail mit dem operativen Konto mit einer deutschen IBAN kam. Die gesendeten 300 € schwebten in der Luft, während der Kontostand Null anzeigte. Eine kleine Anekdote, aber illustrativ für das Publikum, das sich dem Wert näherte: Menschen, die Trading verstehen, aber nicht unbedingt die Feinheiten eines ausländischen Brokers, und die auf Reibungsverluste stoßen, sobald das Geld bereits überwiesen ist.

Vom Hype zum Grab: Der Absturz

Der Einbruch kam vor den Plänen. Die Aktie rutschte auf 0,60 €] ab, was 60 % unter dem Preis lag, zu dem viele eingestiegen waren. Die ehrliche Prognose hatte bereits zu Beginn jemand gestellt: Es kann ein x10 machen und in einem Augenblick 70 % seines Wertes verlieren. Der vorherige Anstieg mit hohem Volumen wurde als Garantie gelesen, bis er es nicht mehr war. Der Humor hielt besser durch als der Kurs: Es scheint, als sei Atari tiefer vergraben als die E.T.-Module in der Wüste. Danach folgte eine Erholung von 10 % und das alte Motto: to the moon. Die Wüste hingegen blieb dieselbe.

Der Verlauf zeichnet das nach, was fast niemand bestreitet: ein riesiger Name, die Fähigkeit, Schlagzeilen zu generieren, und eine minimale Struktur. Positive Umsätze und eine geringe Marktkapitalisierung sind laut Lehrbuch für spekulative Aktien (Penny Stocks) eine Chance. Aber auch eine Falle. Zwischen 0,90 € und 0,60 € vermittelten derselbe Vermögenswert, dieselben 22 Mitarbeiter und derselbe Wunsch, dass die Ankündigung diesmal vor dem Kater eintrifft.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (103 Antworten).

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