DIGI wächst, doch Spaniens Telefónica-Netz bremst

DIGI gewinnt Kunden, aber das Mobilfunknetz von Telefónica in Spanien weist massive Schwächen auf. Ausfälle und langsame 4G-Geschwindigkeit gefährden den Erfolg des Low-Cost-Anbieters.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

DIGI: Günstiger Anbieter gewinnt Kunden, verliert aber Nutzer im Mobilfunk
DIGI akquiriert weiterhin massenhaft Neukunden, hat jedoch zunehmend Probleme, diese zu halten. Der Grund ist nicht der Preis, sondern das Mobilfunknetz von Telefónica, das Nutzern des rumänischen Anbieters eine katastrophale Qualität bietet. Laut zahlreichen Berichten sind Verbindungsabbrüche, lächerlich niedrige 4G-Geschwindigkeiten und fehlgeschlagene Anrufe an der Tagesordnung.

Das Netz von Telefónica als Achillesferse
DIGI nutzt das Mobilfunknetz von Movistar, doch Telefónica räumt Kunden des virtuellen Netzbetreibers (MVNO) eine sehr niedrige Priorität ein. Das Ergebnis ist ein instabiler Dienst: VoIP-Anrufe schlagen oft fehl, VoLTE und VoWiFi funktionieren auf vielen Endgeräten nicht, und die Abdeckung verschlechtert sich in Stoßzeiten erheblich. Ein Nutzer berichtet, dass ein Unternehmen in Madrid DIGI testete und nach drei Monaten wegen finanzieller Verluste hastig kündigte.

Eigene Glasfaser, geliehenes Mobilfunknetz
Die Glasfaserinfrastruktur von DIGI hingegen wird einstimmig gelobt: Sie gilt als die modernste in Spanien, mit eigenem Netz und unschlagbaren Tarifen. Das Paket aus Glasfaser plus zwei Handys für 20 Euro ist ein unwiderstehliches Angebot. Doch der Haken liegt im Mobilfunkbereich: Ohne eigenes Netz hängt die Qualität vom Entgegenkommen von Telefónica ab, das offenbar nicht gewillt ist, einen Low-Cost-Konkurrenten zu verwöhnen. DIGI hat begonnen, eigene Antennen zu installieren (700 von geplanten 10.000), aber es dauert noch, bis das gesamte Territorium abgedeckt ist.

Der Schatten der PSOE und Verschwörungstheorien
Einige Analysen deuten darauf hin, dass Telefónica, das indirekt von der PSOE kontrolliert wird, MVNOs, die nicht dem Establishment entsprechen, vorsätzlich benachteiligt. Die Ironie, einen Partner zu haben, der die Infrastruktur stellt und von einer politischen Partei kontrolliert wird, entgeht niemandem. Währenddessen suchen Nutzer nach Alternativen wie O2, Simyo oder Orange, auch wenn sie mehr zahlen müssen.

DIGI hat bewiesen, dass das Low-Cost-Modell bei Glasfaser funktioniert, aber im Mobilfunk leidet das Modell darunter. Die Frage ist, ob das eigene Netz rechtzeitig fertiggestellt wird, um frustrierte Kunden zu halten. Oder ob, wie manche vermuten, Telefónica weiterhin Steine in den Weg legt.

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