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Diesel steht vor einem systemischen Defizit, Rationierung nicht mehr ausgeschlossen
Europa importiert die Hälfte seines Diesels aus Russland, die andere Hälfte aus dem Nahen Osten. Bei 40 Tagen Reserve und Rekordpreisen ist eine Rationierung nicht mehr undenkbar.
Europa steht vor einem Dieseldefizit, das nicht mehr vorübergehend ist
Eine verblüffende Zahl: Europa importiert rund die Hälfte seines Diesels aus Russland und die andere Hälfte aus dem Nahen Osten. So erklärte es Russell Hardy, Chef des Schweizer Ölhandelsunternehmens Vitol, und fügte hinzu, dass dieses systemische Defizit da ist und dass, wenn diese Importe nicht auf anderem Weg ersetzt werden, "eine Rationierung eine Möglichkeit" sei. Das ist keine Drohung für die ferne Zukunft. Es ist eine Warnung mit klarem Absender, die auf dem Tisch liegt, seit der Kontinent den russischen Diesel verloren hat.
Das Problem begann nicht mit der Invasion der Ukraine. Die Spannungen reichen weiter zurück: sehr niedrige Bestände in China, den USA und Europa nach der rasanten Erholung der Wirtschaft nach zwei Jahren Pandemie. Ende 2021 hatte China bereits eine Rationierung für Lkw mit einem Limit von 100 Litern pro Tag eingeführt. Die US-Dieselreserven erreichten ihren niedrigsten Stand seit 14 Jahren. Und Europa verlor mit dem Krieg schlagartig seinen wichtigsten Lieferanten.
Wie viele Reservetage bleiben und warum Aufschläge gezahlt werden
Der Kontinent hat Treibstoff für etwa 40 Tage. Mit diesem Polster zahlen Händler hohe Aufschläge, um sich sofort verfügbare Ware zu sichern, statt auf künftige Lieferungen zu warten. Das Ergebnis ist ein Diesel auf Rekordhoch in Spanien, während in den USA die Einzelhandelspreise erstmals die Marke von 5 Dollar pro Gallone überschritten haben und er in Großbritannien für mehr als 1,70 Pfund pro Liter verkauft wird, über 8,5 Dollar pro Gallone.
Die Allgegenwart des Diesels im modernen Leben erklärt die Nervosität: Er ist der Treibstoff des Güterverkehrs. Seine Verteuerung wirkt sich auf die gesamte Lieferkette aus und schürt Inflationsdruck, der bereits auf höchstem Stand seit Jahrzehnten ist. Mehr als der Ölpreis sollten die rasant steigenden Dieselkosten die Hauptsorge der Notenbanken sein.
Haben wir Raffinerien zur Verarbeitung alternativen Rohöls?
Ja, und einige der modernsten Europas. In Cartagena können Repsol und Petronor schwere Rohöle destillieren, bis hin zu Bitumen, mit Investitionen in Milliardenhöhe. Hydrocracker ermöglichen es, aus sehr minderwertigem Rohöl wie dem venezolanischen Naphtha oder Diesel zu gewinnen. Das Problem ist nicht technischer Natur: Es betrifft den Rohstoff und den Preis. Wie die Marktlogik es vorgibt, landet der hier raffinierte Diesel dort, wo er am meisten bezahlt wird, und auch die europäischen Nachbarn konkurrieren um dieses Fass.
Die Steuer, die den Preis verdoppelt, und der Handlungsspielraum
Mehr als die Hälfte des Dieselpreises sind staatliche Steuern. Hier liegt der offensichtlichste Handlungsspielraum, wenn es den politischen Willen dafür gäbe. Der Vergleich mit anderen Ländern macht es deutlich: Auch in Frankreich und Portugal ist die Sondersteuer auf Diesel niedriger als die auf Benzin, weil man so den Kauf von Dieselfahrzeugen gefördert hat. Die Frage, die im Raum steht, ist, ob Diesel am Ende teurer wird als Benzin – etwas, das in Spanien dank dieser steuerlichen Begünstigung noch nicht der Fall ist.
Der unsichtbare Kontext: die Osterwoche und die Reisen
Während über den Barrel-Preis diskutiert wird, drängt der Kalender: Die Osterwoche bringt 14 Millionen Reisen. Jeder Tankstopp wird ein Härtetest für den Geldbeutel und für die Lieferfähigkeit. Ein Mangel ist kein Science-Fiction-Szenario: Es ist eine Möglichkeit, die die Branche selbst auf den Tisch bringt, falls die Importe nicht ersetzt werden.
Was, wenn die Rationierung im April kommt? Die Frage ist nicht mehr rhetorisch.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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