Diesel bei 30.000 km/Jahr: 9.000 Euro günstiger als Benzin

Ein Diesel mit 30.000 km jährlich verspricht 9.000 Euro Ersparnis über 300.000 km gegenüber Benzin, doch höhere Anschaffungskosten und Reparaturen schmälern die Bilanz.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Diesel bei 30.000 km/Jahr: 9.000 Euro günstiger als Benzin
Bei 30.000 km/Jahr gewinnt Diesel auf dem Papier noch 9.000 Euro

Dreißigtausend Kilometer pro Jahr. Bei dieser Laufleistung gewinnt der Diesel fast jede Rechnung auf einem Bierdeckel. Beim Händler schrumpft der Vorteil. Die Frage ist nicht, ob Diesel weniger verbraucht – das tut er –, sondern ob ein Privatperson, die nicht vom Auto lebt, jemals das Geld zurückholt, das sie bei der Zulassung vorstreckt.

Das Thema begann 2018, als Diesel steuerlich im Fokus stand und eine Angleichung an Benzin durch Steuern versprochen wurde. Die damals verwendeten Zahlen sind solche, die man auf einen Bierdeckel schreibt und jahrelang behält.

Woher die 9.000 Euro Unterschied kommen

Die häufigste Berechnung ist überschlägig, und wer sie macht, gibt zu: „geschätzt“. Alle 100 Kilometer kostet ein Diesel zwischen 6 und 7 Euro; einer mit Benzin sinkt kaum unter 10 oder 11. Das sind 3 bis 4 Euro mehr pro 100 Kilometer. Auf eine Lebensdauer von 300.000 Kilometern gerechnet, beläuft sich der Unterschied auf etwa 9.000 Euro.

Auf dem Papier scheint die Schlussfolgerung offensichtlich. Das Problem ist alles, was nicht auf diesem Bierdeckel steht: Kaufpreis, Wartung, Steuern und Regulierung. Die vollständige Aufschlüsselung, Posten für Posten, ist dort, wo unangenehme Überraschungen auftauchen.

Die 3.000 bis 5.000 Euro, die im Voraus gezahlt werden

Ein vergleichbarer Diesel kostet zwischen 3.000 und 5.000 Euro mehr als seine Benziner-Version. Diese Mehrkosten fallen sofort an und hängen von keiner Hypothese ab: weder von den gefahrenen Kilometern noch davon, wie stark der Dieselpreis steigt. Sie müssen von den 9.000 Euro Ersparnis ab Tag eins abgezogen werden, nicht erst wenn das Auto 300.000 km erreicht hat.

Manche behaupten, dass bei 30.000 Jahreskilometern diese Gebühr in wenigen Jahren amortisiert wird. Der Einwand lautet, dass das Autoleben nicht beginnt, wenn der Vertrag unterschrieben wird, sondern wenn es bereits vor der Haustür steht, mit seinem Preis und seinen Zinsen.

Ein Autowechsel mit konkreten Zahlen

Der Fall ist detailliert dokumentiert. Ein Corolla 1.6 16V Benzin verbrauchte 11 Liter auf 100 km in reinem Stadtverkehr, obwohl er homologiert 10,8 hatte; ein Fiesta 1.4 TDCI blieb bei 6,5. Mit Superbenzin 95 zum Preis von 1,337 Euro und Diesel zu 1,246 kostete ersteres 735,35 Euro pro Jahr und zweiteres 404,95. Differenz: 330,4 Euro jährlich.

Das Kleingedruckte zählt. Der Corolla wurde für 1.300 Euro verkauft und der Fiesta für 2.300 gekauft, plus Blechreparaturen. Also kam der Kraftstoffwechsel mit einem Wechsel des Autos, der Größe und der Leistung. Der Verbrauchsvergleich ist makellos; der Fahrzeugvergleich deutlich weniger.

Was kostet die Wartung eines modernen Diesels?

Das EGR-Ventil und der Partikelfilter sind Ausfälle, die früher oder später ins Gewicht fallen. Geschätzt auf 2.000 Euro alle 100.000 Kilometer. Zusammen mit den 5.000 Euro Diesel, die für diese Strecke nötig sind, ergibt sich ein Total von 7.000. Ob man es auf ein oder drei Jahre verteilt: Die Kosten pro 10.000 Kilometer bleiben gleich.

Das klassische Argument für Diesel war nie der Verbrauch, sondern die Langlebigkeit. Wenn ein Benziner 250.000 km hielt und ein Diesel 400.000 erreichte, kippte die Waage von allein. Mit aktuellen Benzinmotoren, enger gebaut und mit Turbo, hat sich dieser Vorteil verwischt. Die alte Empfehlung – Kleinwagen mit Benzin, große Autos mit Diesel – hält eher beim Fahrkomfort als beim Geldbeutel: Eine Diesel-Limousine verbraucht 5,2 Liter kombiniert, wo ein Benzin-MPV nicht unter 8 geht.

Steuern, Erdgas und das Risiko, gegen den Trend zu kaufen

Den Faktor, den niemand kontrolliert, ist der Fiskus. Die Regierung gab durch Teresa Ribera an, würde „mit größter Sorgfalt“ die Erhöhung der Dieselsteuer fortsetzen, falls sie an der Macht bliebe. Wenn Diesel an der Zapfsäule mit Benzin gleichzieht, schrumpfen die Einsparungen pro 100 km und damit der Break-even-Punkt.

Dem gegenüber steht komprimiertes Erdgas (CNG), das relativ zum Diesel so viel kostet wie Diesel relativ zu Benzin. Sein Nachteil ist das Tankstellennetz, obwohl Pläne zur Verdopplung der Stationen existieren. Unsicherheit spielt ebenfalls dagegen: hinterfragte Subventionen, wechselnde Kennzeichnungen und ein Angebot, das zu mehr Leistung und weniger Drehmoment tendiert – ein Kompaktwagen mit 180 PS und 224 Nm beworben, während vergleichbare Versionen in anderen Märkten 270 Nm angeben.

Die endgültige Entscheidung: 16.500 Euro für einen Diesel

Nach langem Hin und Her endete der Kauf bei einem Fiat Tipo Limousine Diesel, 120 PS, für 16.500 Euro, Ausstattung Lounge, mit Rückfahrkamera und Sicherheitspaket. Die Farbe überzeugte nicht – Passion Red, das einzige Lagergut –, aber der Preis schon.

Zuvor waren Kandidaten wie ein Leon CNG, ein Octavia, ein Kia Ceed Tourer, ein Mazda 3 Benzin und sogar Zweifel zwischen einem Serie 4 und einem Giulia durch die Liste gegangen. Keiner löste die Kernfrage: Wie viel der Entscheidung ist Arithmetik und wie viel Angst vor Regeländerungen über Nacht?

Die vernünftigste Prognose, mit allen Vorbehalten, ist, dass Diesel weiterhin sinnvoll bleibt für jene, die 30.000 Autobahnkilometer pro Jahr fahren, und am schlechtesten für jene, die dies in der Stadt mit kurzen Strecken tun. Wenn die Besteuerung angleicht, steigt diese Schwelle. Niemand weiß um wie viel.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (113 Antworten).

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