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Die Terry-Geschichte: Verwaltungsassistent legt spanische Schule lahm
Ein Verwaltungsassistent an einem spanischen Sekundarschule schrieb Schüler in Maschinenbau ein und vernichtete Akten. Die Geschichte eines bürokratischen Chaos.
Ein Verwaltungsassistent, der einer spanischen Sekundarschule zugeteilt war, verursachte Fehler von solchem Ausmaß, dass die Schule sechs Monate brauchte, um wieder in den Normalzustand zu finden. Er schrieb Schüler in Studiengänge ein, die es an der Schule nicht gab, vertauschte Kurscodes und vernichtete Schülerakten.
Manche Beamte hinterlassen in der Verwaltung keine Spur. Und dann gibt es den hier besagten Fall: einen Verwaltungsassistenten, der bei seinem ersten Posten an einer Sekundarschule das Sekretariat der Schule in ein unfreiwilliges Experiment verwandelte, wie viel eine öffentliche Organisation aushält, bevor sie zusammenbricht. Die Geschichte kursiert als Lehrbuchbeispiel dafür, was jemand niemals tun sollte, der Zugang zu den Papieren hat, die den Alltag einer Schule am Laufen halten.
## Einschreibung nach Rucksackfarbe
Die erste große Katastrophe kam mit der Einschreibung. Wo jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand alphabetisch ordnen würde, hielt dieser Assistent das Kriterium für veraltet und entschied, die Schüler nach der Farbe ihrer Rucksäcke zu sortieren. Das Ergebnis: Schüler der ersten ESO-Stufe (die erste Phase der spanischen Sekundarschule) waren in Fortgeschrittenen-Maschinenbau eingeschrieben, einem Studiengang, der an einer Sekundarschule nicht angeboten wird.
Die Verwirrung endete nicht dort. Die Einschreibungsformulare wurden mit Bewerbungen für Reinigungsjobs verwechselt, sodass 45-Jährige im Kunstunterricht landeten. Am ersten Schultag wusste niemand, in welchem Klassenraum er sein sollte. Die Lehrer auch nicht.
## Quantenphysik für Kleinkinder
Als der Schulleiter ihn bat, die Kurscodes den entsprechenden Jahrgängen zuzuordnen, lautete die Antwort, die Zahlen seien zu langweilig. Also wurden die Codes durcheinandergewürfelt und ganze Lehrpläne verschoben. Vierzehnjährige öffneten ihre Bücher in der Erwartung von Geografie und Geschichte und fanden Astrophysik-Formeln und Texte im mittelalterlichen Latein.
Die Lehrer suchten ihre Kurslisten vergeblich. Die Diskrepanz zwischen dem, was auf dem Papier stand, und dem, was im Unterricht zu erklären war, dauerte tagelang an. Niemand wusste, wer was verschoben hatte, denn das ursprüngliche Kriterium war völlig verloren gegangen.
## Sitzungsprotokolle als Society-Kolumne
Dieser Assistent bekam den Auftrag, die Protokolle der Lehrerkonferenzen zu verfassen. Statt der schulischen Beschlüsse schrieb er ausführliche Chroniken über das Innenleben des Lehrerzimmers. Festgehalten wurde, dass der Mathelehrer der Spanischlehrerin einen Joghurt stahl. Auch dass der Direktor während einer Sitzung dreimal gähnte.
Als die Schulaufsicht kam, um die offiziellen Protokolle zu prüfen, fand sie ein Seifenopern-Tagebuch, wo Bildungsberichte hätten sein müssen. Protokolle sind Verwaltungsdokumente mit Beweiswert: Was darin steht, beeinflusst spätere Entscheidungen. Hier war nichts Verwertbares darin.
## Schülerakten vernichtet
Die Akten der Schüler enthalten ihre Noten und ihren Werdegang. Dieser Assistent benutzte den Aktenvernichter in der Annahme, es sei ein automatisches Archivierungsschrank. Die ältesten Akten endeten als Konfetti für die Abschlussfeier. Die Überlebenden landeten im Keller, in Kisten mit der Aufschrift „Papiere mit Buchstaben und so".
Die Schule brauchte sechs Monate, um sich zu erholen. Der Direktor unterschrieb seine sofortige Versetzung in eine andere Abteilung, bevor die Situation noch schlimmer wurde. So erzählt klingt die Geschichte wie eine Komödie. Aber dahinter stehen Familien, die die Noten ihrer Kinder nicht belegen konnten, Schüler, die auf den falschen Listen auftauchten, und eine ganze Schule, die durch das Wirken einer einzigen Person lahmgelegt war.
## Vertauschte Benachrichtigungen und Stipendien umgekehrt
Die Katastrophe endete nicht mit den Akten. Als er die Verweis-Schreiben per Post verschicken sollte, steckte er alle Briefe in die Umschläge, ohne auf die Namen zu schauen. Die Eltern der besten Schülerin erhielten einen Verweis wegen des Herunterwerfens eines Feuerlöschers die Treppe hinunter. Der offizielle Rabauke der Schule erhielt ein Glückwunschschreiben, das an den Debattierclub gerichtet war. Die Familien legten die Telefonleitungen lahm und verlangten Erklärungen.
Dann kam die Zeit, die Stipendien des Ministeriums für bedürftige Familien zu bearbeiten. Bei so vielen Einkommenszahlen und Kontonummern entschied er, das Computersystem sei zu unübersichtlich, und gab die Daten rückwärts ein. Er verwechselte die Anzahl der Familienmitglieder mit dem beantragten Geld. Eine kinderreiche Familie erhielt eine Unterstützung von 4 Euro und 50 Cent. Ein Schüler, Sohn eines lokalen Multimillionärs, erhielt eine Überweisung von 120.000 Euro für Schulmaterial.
## Telefon und Schlüssel der Schule
Diesen Assistenten ans Telefon des Sekretariats zu setzen, war ein weiterer Fehler. Wenn eine Mutter anrief, weil ihr Sohn im Unterricht krank geworden war, antwortete er, dass alle dort ein wenig verrückt seien, und legte auf. Wenn das Bildungsministerium der Region (die regionale Schulbehörde) anrief und dringend Daten zum Lehrpersonal verlangte, ließ er sie in der Warteschleife seines eigenen Mobiltelefons hängen, ein Heavy-Metal-Lied in voller Lautstärke, und vergaß sie, bis die Verbindung abbrach.
An einem Freitagnachmittag ließ der Hausmeister ihm den Generalschlüsselbund da, damit er das Büro abschließen konnte. Er sah einen Haufen gleicher Schlüssel und beschloss, sie unter die Abschlussklassen zu verteilen, damit sie reiften und Verantwortung lernten. Am Montagmorgen konnten die Lehrer nicht in ihre Fachräume. Die Oberstufenschüler hatten im Büro des Direktors eine illegale Cafeteria eingerichtet. Die Lehrerkonferenz erwog sogar, ob er ein eingeschleuster Spion der Konkurrenz war, um den Ruf der öffentlichen Schule zu ruinieren.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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