Die These der UdSSR als Ursprung des Einheitsdenkens
Die Sowjetunion ist seit über drei Jahrzehnten aufgelöst, gewinnt aber weiterhin kulturelle Schlachten – zumindest in der Erzählung derjenigen, die behaupten, dass die heute im Westen dominante Ideologie nicht im Westen selbst entstanden ist. Die These, die in Kreisen, die dem pogre Konsens kritisch gegenüberstehen, wieder verstärkt diskutiert wird, deutet auf ein Experiment der sozialen Ingenieurskunst auf imperialer Ebene hin: Infiltration, Geld, unentgeltliche Anwälte und eine Propagandamaschinerie, die ihren Sponsor überlebte. Der Begriff, der diesen Verdacht zusammenfasst, lautet borregocracia (eine Form von konformistischer „Schafsmenschen-Bürokratie“).
Von Senatsanhörungen bis hin zu Anwälten ohne Honorar
Der Ausgangspunkt ist teilweise dokumentiert: Nach dem Zweiten Weltkrieg erreichte die sowjetische Infiltration Teile der US-Verwaltung und führte zum Diebstahl von Nuklearsekretaten. Der McCarthyismus war die Reaktion, die in ihren Methoden so unverhältnismäßig war, dass sie ihren Feinden mehr nützte als ihren Verteidigern. In diesem Kontext besagt die Theorie, dass in den 1950er Jahren der Civil Rights Congress gegründet wurde – eine Struktur, die nach dieser Lesart dem Schutz von Minderheiten und dem Abbau dessen gewidmet war, was sie als repressive Gesetzgebung bezeichneten: Gefängnis, Todesstrafe und alles, was nach Ordnung klang.
In den 1960er Jahren erscheint das am häufigsten genannte Element: ein nationaler Anwaltsverband, der afroamerikanischen Aktivisten und ein Jahrzehnt später den Mitgliedern deutscher bewaffneter Gruppen kostenlose Rechtsberatung anbot. Das Detail liegt in der Methode, nicht im Geld. Wenn einer der Beteiligten vor Gericht erschien, wurden Aufrufe gestartet, um die Eingänge des Gebäudes zu säumten, es wurden Aktionen des friedlichen Sabotagehandels organisiert und man ließ die Kameras die Räumungen filmen. Das Gerichtsverfahren war nicht mehr nur ein formaler Akt, sondern wurde zur Bühne für die Darstellung staatlicher Repression gegen Unschuldige. Jeder, der diese Woche die Nachrichten gesehen hat, weiß, warum dieser Vergleich schmerzt.
Kotchergine, die Lager und der spanische Weg
In den 1960er Jahren überwachte der KGB-Oberst Vadim Kotchergine persönlich Trainingslager in Hispanoamerika, durch die Palästinenser, Italiener, Deutsche und Spanier gingen. Kurz darauf, mit einer zeitlichen Überschneidung, die die Theorie betont, entstanden in all diesen Ländern bewaffnete Gruppen. Im spanischen Fall soll die Infrastruktur aus Kader des Partido Comunista (der Kommunistischen Partei Spaniens) stammen, die laut diesen Versionen sichere Häuser und logistische Unterstützung für die ETA bereitstellten. All dies wird als Vermutung formuliert, ohne dass ein Urteil die Liste abschließt.
Die Analyse hält zudem bei einem verfahrenstechnischen Detail inne, das als aufschlussreich gilt: FBI-Agenten, die ohne Genehmigung in die Wohnung einer US-bewaffneten Gruppe eindrangen, um Beweise zu suchen, wurden letztlich verurteilt. Aus diesem Chaos gingen interne Richtlinien hervor, die Ermittlungen auf Straftaten beschränkten, die erst in den nächsten 48 Stunden begangen werden sollten. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist unangenehm: Der Sicherheitsapparat legte sich selbst Steine in den Weg, gerade als er einer realen Bedrohung gegenüberstand.
Gramsci, kulturelle Hegemonie und akademische Inzucht
Hier verlagert sich der Fokus vom sowjetischen Geld auf die Produktion von Sinn. Die „kulturelle Hegemonie“ von Antonio Gramsci ist der wiederkehrende Schlüssel: Man muss keine Wahlen gewinnen, wenn man kontrolliert, was als gesunder Menschenverstand gilt. Die Fakultäten für Geisteswissenschaften und Journalismus fungieren in dieser Lesart seit Jahrzehnten als Lautsprecher einer einzigen Strömung. In Spanien kommt die akademische Inzucht hinzu: ganze Jahrgänge von Professoren, die von ihren eigenen Lehrern gewählt und durch ideologische Nähe perpetuiert wurden. Das ist kein Zufall, wird betont.
Die unangenehmste Nuance für die These selbst lieferte ein desertierter sowjetischer Offizier: Man kann nur Gesellschaften unterwandern, die sich bereits selbst zerstören, und den Großteil der schmutzigen Arbeit leisten die Einheimischen. Die KGB, so hieß es, habe lediglich verstärkt. Dieser Satz entkräftet die einfachste Version – ein Imperium, das die Fäden zieht – und ersetzt sie durch eine beunruhigendere: Das sowjetische Handbuch fand bevorzugte Schüler.
Der Verdacht, der alles erklärt, und sein Gegenstück
Nicht alle Argumente derselben Seite sind stichhaltig. Die Idee, dass eine liberale Nation keinen Krieg gegen eine Nation gewinnen kann, die das Privateigentum nicht respektiert, weil deren Soldaten für ihr Eigenstes kämpfen, erhielt ein klassisches Gegenbeispiel: Die Ligen von Sparta, militarisierte Gesellschaften ohne Geld, besiegten die kommerziellen Mächte von Athen. Die Geschichte respektiert selten theoretische Modelle.
Der grundlegende Einwand ist ein anderer und lässt sich nicht mit Zitaten beantworten: Es fehlen Namen, Treffpunkte und Dokumente für das letzte Glied der Kette. Es ist leicht, Eliten anzurufen; es ist schwer, eine konkrete Person mit einem konkreten Datum zu benennen. Dort spaltet sich die These in zwei Teile: das, was in den Archiven steht, und das, was nur der Intuition entspringt. Eine Kalkulation, die unter Kritikern kursiert, fügt ein physiologisches Detail hinzu: Neuronen machen nur 0,1 % der Körperzellen aus, verbrauchen aber 25 % der Ressourcen, sodass die zeitgenössische Ernährung genau dort angreift, wo das Denken entschieden wird.
Die ästhetische Front: der idiotische Familienvater und die 45-Kilo-Heldin
Ein Teil der Analyse konzentriert sich auf die Fiktion, wo die Hegemonie installiert wird, ohne ein Ministerium zu durchlaufen. Der Archetyp des verheirateten Familienvaters, der lächerlich und tollpatschig ist und in Badeshorts zu Beerdigungen erscheint, dominiert seit zwei Jahrzehnten die Komödie. Damit eine männliche Figur intelligent sein kann, müsse sie zuvor homosenshomo, kriminell oder beides sein, wird argumentiert. Die Protagonistinnen hingegen können untreu sein, ohne dass die Handlung sie dafür bestraft.
Im Actionkino ist der Wechsel noch deutlicher: Ausgebildete Stuntmen wurden durch 45 Kilo leichte Frauen ersetzt, die neunzehnzehn Meter große Schläger zu Boden werfen und Trümmer hochheben, ohne sich die Haare zu zerzausen. Und in Spanien gibt es ein Beispiel, das als spätes Geständnis zitiert wird: Das Team der einflussreichsten Kindersendung der achtziger Jahre räumte später die ideologische Belastung ein, die sie in die fremden Wohnzimmer trug. Während die Eltern die Kinder fernsehen ließen.
Was man mit aller Vorsicht vorhersagen kann, ist, dass diese Diskussion nicht mit einem definitiven Dokument abgeschlossen wird. Die sowjetischen Archive werden weiterhin tröpfchenweise geöffnet, und jede Teil-Deklassifizierung füttert gleichzeitig diejenigen, die eine ausländische Hand hinter jeder kulturellen Wendung sehen, und diejenigen, die sich daran erinnern, dass der Westen seine Risse schon lange vor der Ankunft des ersten Agenten hatte. Der Begriff „borregocracia“ wird weiterhin verwendet werden, und er wird weiterhin niemandem gefallen, der sich angesprochen fühlt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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