Die Schatzinsel für 2 Euro – weitere Bände der Sammlung kosten bis zu 12 Euro

Die Schatzinsel wird für 2 Euro als erster Band einer 60-teiligen Kiosk-Sammlung verkauft, doch die übrigen Ausgaben kosten bis zu 12 Euro.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Schatzinsel für 2 Euro – weitere Bände der Sammlung kosten bis zu 12 Euro
Die Schatzinsel für 2 Euro: der Köder einer 60-teiligen Sammlung

Zwei Euro für ein gebundenes Buch. Die Schatzinsel, in einer großformatigen Ausgabe, zu diesem Preis am Kiosk. Die Zahl hat so manche Augenbraue hochgehen lassen, und die Antwort liegt in einem Wort, das auf dem Cover nicht steht: Köder. Denn der erste Band einer Sammlung wird nicht verkauft: Er wird zum Selbstkostenpreis verschenkt, damit der Käufer für den zweiten zurückkommt.

Warum kostet ein gebundenes Buch nur 2 Euro?

Der Schlüssel liegt in der gemeinfreien Lizenz. Das Werk von Robert Louis Stevenson unterliegt nicht mehr dem Urheberrecht, sodass dem Verlag nur noch die Herstellungskosten bleiben. Manche behaupten, diese 2 Euro seien in Wirklichkeit die Summe aus Produktion, Vertrieb und Logistik, kaum mit Gewinnspanne. Und das klingt nicht abwegig: Einzelne Titel kursieren für 4 Euro, ohne Massenauflage, und bringen trotzdem Gewinn. Der niedrige Preis ist keine Nächstenliebe. Er ist ein Lockmittel.

Der Rest der Sammlung kostet nicht mehr dasselbe

Der Name, Grandes Novelas de Aventuras (Große Abenteuerromane), ist zweitrangig, sobald das zweite Exemplar kommt. Die folgenden Ausgaben kosten nicht mehr 2 Euro. Die Rede ist von bis zu 12 Euro für das Gesamtpaket, und manche beziffern die Spanne auf 5 oder 8 Euro, je weiter die Serie fortschreitet. Das Prinzip ist das klassische Kiosk-Modell: der erste Band zum Schleuderpreis, die übrigen zum Vollpreis. Und man sollte eine Zahl parat haben: 60 Ausgaben. Achtundfünfzig Gelegenheiten aufzugeben.

Schwache Übersetzungen und Papier, das schlecht altert

Der Preis erklärt aber auch nicht alles. Die Übersetzungen dieser Ausgaben sind nichts Besonderes, und das Papier, von schlechter Qualität, neigt mit den Jahren zum Vergilben und Verwittern. Ein Schnäppchen für 2 Euro kann mit der Zeit zum Störfaktor im Regal werden. Wer ein Exemplar sucht, das man weitervererben kann, weiß bereits, wo man nicht anfangen sollte.

Kostenlos und legal herunterladen: Wo das Problem liegt

Das Gegenangebot ist radikal und führt nicht zum Kiosk: Der vollständige Text steht auf Wikisource, gemeinfrei, kostenlos und legal. Das Problem ist das Medium. Manche Leser bleiben Papier und klassischem Buchrücken treu; andere sind zum E-Book gewechselt und kommen nicht zurück: eine ganze Bibliothek in der Tasche, ein Bildschirm, der die Augen nicht ermüdet, sagen sie. Diese Sammlungen leben genau von der Nostalgie der ersten Gruppe.

Vom Kiosk in den Container: das Buch als Deko-Objekt

Das billige Sammelfieber hat seine unbequeme Kehrseite. In einem Papiercontainer tauchten rund 60 Bände des Círculo de Lectores (ein spanischer Buchklub) auf, einige noch mit Siegel. Der dahinterliegende Verdacht: Viele Fortsetzungssammlungen enden ungelesen, schmücken Regale oder landen direkt im Müll. Demgegenüber ist nur die Ausgabe gerechtfertigt, die nützlich ist: eine Reise zum Mittelpunkt der Erde von Jules Verne für 3 Euro, gekauft, damit ein Kind sie liest und genießt. Da spielt der Preis kaum eine Rolle.

Mit dieser Rechnung wirkt die 60-teilige Sammlung wie ein leicht zu entkräftender Gegner. Und trotzdem wird sie weiter verkaufen. Zwei Euro für einen klassischen Roman in gebundener Ausgabe: Wer sagt da schon nein?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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