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Die Ökonomie der Großzügigkeit im Evangelium des Tages
Die Lesung des Tages: 2 Korinther 9, 6-10 und Psalm 112. Großzügigkeit gegen Finanzlogik. Eine Betrachtung über das mitfühlende Leihen.
Die Lesung des Tages: Wenn Barmherzigkeit die beste Investition ist
Was hat ein Abschnitt aus dem zweiten Korintherbrief mit Rendite zu tun? Mehr, als die Finanzlehrbücher zugeben würden.
Die heutige Lesung, Montag, der 10. August, beginnt mit einer Maxime, die die Logik des Zinseszinses herausfordert: „Wer spärlich sät, wird auch spärlich ernten; wer reichlich sät, wird auch reichlich ernten.“ Es ist keine Aufforderung zur Verschwendung, sondern ein Bekenntnis zur Großzügigkeit als Motor des Ertrags. Gott — so fügt der Text hinzu — liebt den, der fröhlich gibt, nicht den, der sich nur widerwillig vom Geld trennt.
Das Leihen als Geste des Mitgefühls
Der Titel des Tages fasst es zusammen: „Glücklich, wer sich erbarmt und leiht“. Die Verbindung von Erbarmen und Leihen ist kein Zufall: Das Mitgefühl macht aus dem Kredit Erleichterung und aus dem Darlehen Solidarität. Der Antwortpsalm bekräftigt die Verheißung: „Seine Nachkommen werden mächtig sein im Land“. Barmherzigkeit hat also Nachkommen, ein Erbe, eine Bilanz, die nicht an der Börse notiert.
Die Tradition des Tages fügt zudem die Krone des Göttlichen Erbarmens hinzu, empfohlen für drei Uhr nachmittags, die Stunde des Todes Jesu. Die zeitliche Übereinstimmung ist kein Detail: Sie stellt die wirtschaftliche Praxis — Geben, Leihen, Sich-Erbarmen — ins Zentrum des christlichen Mysteriums.
Man kann sich gut vorstellen, dass so mancher Analyst über die Idee lächelt, eine Bilanz mit Großzügigkeit abzusichern. Doch der Text dreht die Dinge seit zweitausend Jahren um. Vielleicht ist er der einzige Vermögenswert, der nie einer Rettung bedarf.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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