Die Disc stirbt: vom PC zum Streaming, Konsolen halten sich

Optische Discs verlieren an Bedeutung bei Konsolen und im Handel, während Steam und Streaming aufholen. Sony und Microsoft drängen bereits auf reine Digitalversionen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Disc stirbt: vom PC zum Streaming, Konsolen halten sich
Die optische Disc stirbt: vom PC zum Streaming, die Konsole ist die letzte Bastion

Physische Datenträger bei Videospielen und Filmen sind auf dem Rückzug – nicht wegen einer Verschwörung, sondern wegen einer Summe aus Kosten, technischer Obsoleszenz und veränderten Konsumgewohnheiten. Am PC ist der Übergang schon vor mehr als einem Jahrzehnt abgeschlossen: Laut einem Teilnehmer ist es seit 2012 selten, dass ein selbst zusammengebauter oder im Elektronikmarkt gekaufter Rechner ein Disc-Laufwerk enthält. Steam übernahm die Rolle, mit aggressiven Preisen, durch die kaum jemand die Verpackungen vermisst hat. Bei Konsolen verläuft der Prozess langsamer, aber die Richtung ist dieselbe: Sony und Microsoft brachten günstigere reine Digitalversionen heraus, und die PS5 Pro bietet in ihrer Standardkonfiguration nicht einmal ein Laufwerk.

Vom Diskettenlaufwerk zum Laufwerk, das nicht mehr liest

Die optische Disc verlor ihren praktischen Sinn, als Spiele größer wurden als der Datenträger selbst. Schon in der vorherigen Konsolengeneration verlangten viele Titel eine zwingende Installation auf der Festplatte. In der achten Generation, die 2013 startete, wurde die Disc zum bloßen Aktivator: Man legte die Blu-ray ein, und die Konsole lud das Spiel herunter und installierte es. Day-One-Updates, mehr-Gigabyte-Patches und die Notwendigkeit einer Internetverbindung besiegelten das Ganze. Selbst die Disc befreite einen nicht davon, online zu sein.

Dazu kommt die Verbilligung der Verpackungen. Ein Handbuch liegt nicht mehr bei, oft nicht einmal ein Poster, und die Blu-ray reicht für die heutigen Datengrößen nicht mehr aus. Das Ergebnis: Die physische Disc ist kein eigenständiges Produkt mehr, sondern eine Lizenz mit Verpackung.

Die Geschäfte, die schließen, und der Markt, der sich hält

Die Auswirkungen auf den Handel sind sichtbar. Gamestop ist pleite gegangen, und Game hat europaweit Filialen geschlossen. In einer Durchschnittsstadt ist aus zwei Game-Läden, mehreren kleinen Geschäften und Kaufhäusern mit Spieleabteilung ein Game, ein Cex und der übliche Media Markt geworden. Die alten Läden um die Ecke sind heute wie die Videotheken: eine Erinnerung.

Am Leben hält das Geschäft der Gebrauchtmarkt. Dieser Markt, den die Publisher verächtlich betrachten, ermöglicht es, alte Spiele anzukaufen und gebrauchte Schnäppchen zu erwerben. Es ist das meistgenannte Argument derer, die weiterhin physisch kaufen: Eine gebrauchte Disc kostet einen Bruchteil des Preises im Digital-Shop, und das Spiel ist bis auf die Folie identisch.

Das Streaming fraß das Kino, das Sammeln schrumpfte

Beim Film war der Sprung direkt zum Streaming, ohne digitale Zwischenstufe. Blu-rays konnten sich nicht wie DVDs durchsetzen: Die Abspielgeräte waren teuer, nicht alle Fernseher waren 1080p-fähig, und viele Leute hatten jahrelang VHS und DVDs gesammelt mit dem Gefühl, nur Gerümpel angehäuft zu haben. Mit dem Aufkommen von 4K begann selbst 1080p zu mangeln. Das Sammeln blieb ein Nischenhobby.

Manche vertreten die Ansicht, digitales Eigentum – Dateien, die man kopieren und auf einer Festplatte speichern kann – sei der vernünftige Weg. Andere warnen vor dem Gegenteil: Schließt die Plattform oder nimmt sie den Titel aus dem Angebot, bleibt man mit nichts zurück. Der Fall The Crew, den Ubisoft unbrauchbar machte, wird als Beispiel dafür genannt, was passieren kann, wenn der Server Schluss macht.

Nintendo, die Ausnahme, die die Regel bestätigt

Nintendo hält an Cartridge und physischem Format stärker fest als seine Wettbewerber. Das jüngere Publikum, der portable Charakter der Konsole und die Flash-Karten haben dazu beigetragen. Aber selbst dort deutet der Trend in dieselbe Richtung. Die Switch 2 akzeptiert Cartridges, doch niemand garantiert, dass das ewig so bleibt.

Das Argument der Bewahrung zieht sich durch die ganze Diskussion. Ohne Internet über Monate hinweg verschwindet ein Großteil des digitalen Katalogs. Daher das Plädoyer für immer größere Festplatten und Plattformen, die das Aufbewahren von Kopien ermöglichen. Die Frage ist nicht, ob physische Medien für die breite Masse verschwinden werden, sondern ob eine Nische überleben wird, die bereit ist, dafür zu zahlen.



Der Trend ist klar: weniger Geschäfte, weniger Laufwerke, mehr digitale Kataloge. Doch man sollte die Prognose nicht vorschnell abschließen. Solange es einen Käufer gibt, der für eine Box mit Cover bereit ist zu zahlen, wird es jemanden geben, der sie verkauft. Nicht festgeschrieben ist, wie lange dieser Käufer durchhält.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (99 Antworten).

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