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Als Frankreich noch badass war
Das Land ging in nur zwei Jahrzehnten von importiertem Öl dazu über, drei Viertel seines Stroms aus Atomkraft zu erzeugen. So wurde das gemacht.
Frankreich baute in den 1980er Jahren 42 Atomreaktoren, so die Zählung, die in sozialen Medien kursiert. Es war die Antwort auf die Ölkrisis von 1973 und machte das Land zum größten Atomstromproduzenten pro Kopf der Welt.
Die Zahl kursiert derzeit in den sozialen Medien: **42 Atomreaktoren**, gebaut in Frankreich während der 1980er Jahre. Ins Spiel gebracht hat sie **David Heinemeier Hansson**, Schöpfer des Ruby-on-Rails-Frameworks, in einem Beitrag auf X. Die exakte Zahl lässt Nuancen zu, aber das Phänomen, das sie beschreibt, ist real und gut dokumentiert.
## Der Messmer-Plan und die Ölkrisis
Alles begann 1974. Die erste Ölkrisis, ausgelöst im Oktober 1973, als die OPEC die Förderung drosselte und den Rohölpreis vervierfachte, hatte Frankreich in eine unbequeme Energieabhängigkeit gebracht. Ministerpräsident **Pierre Messmer** kündigte im März 1974 einen Plan zum Bau von 13 Atomkraftwerken innerhalb von zwei Jahren an. Das Ziel: importiertes Öl durch eigenes Uran ersetzen.
Das Programm wurde mit einer Geschwindigkeit umgesetzt, die heute schwer vorstellbar ist. Zwischen 1977 und 1987 wurden Dutzende Druckwasserreaktoren ans Netz angeschlossen – ein standardisiertes Design, das die Serienfertigung von Komponenten ermöglichte. Die Zahl 42 aus dem Tweet bezieht sich auf die in diesem Zeitraum in Betrieb genommenen Reaktoren, nicht nur auf die eigentlichen 80er Jahre.
## Vom Ölimport zum Stromexport
Das Ergebnis war eine energiewirtschaftliche Wende ohne Beispiel in Europa. Frankreich steigerte den Atomanteil an seiner Stromerzeugung von einem Viertel im Jahr 1980 auf über **75 %** Anfang der 90er Jahre. Heute betreibt das Land **56 Reaktoren**, verteilt auf 18 Kraftwerke, laut Daten von **EDF**, dem staatlichen Stromkonzern.
Diese Kapazität machte das Land zum Netto-Stromexporteur und zum Staat mit dem höchsten Anteil an Atomstromerzeugung weltweit. Der Preis: eine enorme öffentliche Rechnung, gebündeltes technisches Risiko und eine politische Debatte, die bis heute andauert.
## Was der Tweet verschweigt
Der Beitrag von Heinemeier Hansson feiert die Umsetzungskraft und geht auf die Probleme nicht ein. Der französische Atompark litt unter massiven Stillständen wegen Spannungsrisskorrosion, die 2021 und 2022 entdeckt wurde und ein Dutzend Reaktoren außer Betrieb setzte. Für die Verwaltung der abgebrannten Brennelemente gibt es bis heute keine endgültige Lösung.
Frankreich baute schnell, weil ein Staat entschied, ein öffentlicher Stromkonzern umsetzte und eine Krise Druck machte. Das heute zu wiederholen, scheitert an regulatorischen Fristen, Finanzierungskosten und lokalem Widerstand, die es in den 70ern nicht gab.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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