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Die 3-Euro-Abgabe, die AliExpress-Einkäufe teurer macht
Die EU erhebt 3,63 Euro pro importiertem Artikel, manche beziffern die Verteuerung auf 50%. Was 2 Euro kostete, kostet jetzt 5 – und der Laden um die Ecke gewinnt.
Die 3-Euro-Abgabe, die AliExpress teurer gemacht hat
Warum kostet etwas, das früher 2 Euro kostete, jetzt 5? Die Antwort liegt in einem Zuschlag, den die Europäische Union auf kleine Pakete aus dem außereuropäischen Ausland erhebt: rund 3 Euro plus Mehrwertsteuer, also 3,63 Euro pro Artikel, der zu einer anderen Kategorie gehört als der Rest. Die Maßnahme, die den Flut an Sendungen mit geringem Wert eindämmen soll, trifft am härtesten genau die Art von Einkauf, die AliExpress prägte: Zwei-Euro-Nippes, Kabel, Hüllen und Ersatzteile, die jetzt teurer sind als in jedem Laden um die Ecke.
Laut einem Nutzer stieg eine Bestellung von drei 2-Euro-Kleinigkeiten von 6 Euro mit Gratisversand auf 15 Euro. Das Produkt selbst ist nicht teurer geworden: Auf dem Produkt lastet eine Steuer, die seinen Preis in der Praxis verdreifacht. Und da beginnt das Problem.
So funktioniert der Zuschlag von 3,63 Euro pro Artikel
Der Mechanismus basiert auf Produktkategorien. Bestellt man mehrere Einheiten desselben Artikels, wird der Zuschlag nur einmal erhoben. Bestellt man verschiedene Dinge, kommt für jedes ein eigener Zuschlag dazu. In der Praxis zahlt bei Tausenden verschiedener Kategorien fast alles, was auf AliExpress gekauft wird, die 3,63 Euro pro Einheit. Die chinesischen Verkäufer haben sich bislang nicht angepasst: Weder haben sie Kategorien gebündelt noch die Basispreise angepasst, um es auszugleichen.
Manche behaupten, die Maßnahme solle eher verhindern, dass der Zoll mit Zwei-Euro-Paketen überflutet wird, als die europäische Industrie zu schützen, denn ein teurer Artikel steigt nur um diese 3 Euro. Andere vermuten, Brüssel habe absichtlich Tausende Kategorien geschaffen, um eine Bündelung zu verhindern. Fest steht: Das Ergebnis ist dasselbe – der kleine Kunde zahlt.
Der Einbruch der Importe und die Wirkung auf die Preise
Die verfügbaren Daten deuten auf einen brutalen Einbruch hin. In Estland gingen die Importe kleiner Pakete im Monat nach Inkrafttreten der Maßnahme um mehr als 90% zurück. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass der Rückgang in Spanien geringer ausgefallen ist. Der Markt ist geschrumpft – und mit ihm die Einkaufslogik, die AliExpress trug.
Die durchschnittliche Verteuerung liegt bei Plattformen wie AliExpress, Temu und Shein bei rund 50%. Bei Artikeln für 80 Euro ist der Aufschlag von 3,63 Euro verkraftbar. Bei Dingen, die 5 Euro kosteten, hat der Zuschlag sie unattraktiv gemacht. Und darin liegt die Paradoxie: Billig ist nicht mehr billig, und teuer bleibt sinnvoll.
Die europäische Alternative und der Preiskampf im Einzelhandel
Während AliExpress teurer wird, haben europäische Billigketten reagiert. In Läden wie Pepco, Action oder Alcampo sind die Preise für Kleidung und Accessoires seit Inkrafttreten der Zölle gesunken. Anfangs starteten sie teuer, in Anlehnung an die neuen AliExpress-Preise, doch die Marge war so groß, dass der Wettbewerb die Preise schließlich drückte. Der Handelskrieg hat Preise hervorgebracht, die niedriger sind als vor den Zöllen auf der chinesischen Plattform.
Das Ergebnis: Der Einkauf im Basar um die Ecke oder im Baumarkt lohnt sich, und man hat die Ware obendrein schneller. Die Qualität ist meist auch besser. Das ist kein Trost für alle, die AliExpress als universellen Basar sahen – aber es ist der Markt, der funktioniert.
Die echten Kosten: Zoll, Rückhalte und die steuerliche Zugabe
Der Zuschlag ist nicht nur eine finanzielle Belastung. Pakete bleiben im Zoll hängen, und die Zustellungen verzögern sich auf unbestimmte Zeit. Hinzu kommt die Möglichkeit, dass künftig weitere 2 Euro pro Artikel hinzukommen. Die Maßnahme hat letztlich aus einem spontanen Zwei-Euro-Einkauf ein Unterfangen gemacht, das Planung, Rechnerei und Geduld erfordert.
Die letzte Ironie: Der europäische Verbraucher, steuerlich bereits zur Ader gelassen, zahlt die Zeche für eine Maßnahme, die ihn eigentlich schützen sollte. Und der Chinese fabriziert unterdessen weiter alles, was in jenen europäischen Läden verkauft wird, die jetzt so wettbewerbsfähig wirken.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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