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Die 3-Euro-Gebühr auf Pakete aus China wird mit 3,63 € pro Artikel berechnet und verdoppelt Bestellungen über 10 €. Shein räumt bereits ein, die Preise zur Kompensation anzuheben.
AliExpress lohnt sich kaum noch: 3,63 € Gebühr pro Billigartikel
Lohnt es sich, weiterhin bei AliExpress zu bestellen? Seit dem 1. Juli sollte man rechnen, bevor man auf den Kaufbutton klickt. Für jedes Paket unter 150 Euro aus Drittländern fällt eine Gebühr von 3 Euro an, die die Plattform in der Praxis artikelweise berechnet: 3,63 € im häufigsten Fall. Die Folge: Bestellungen, die vorher bei 10 € lagen, kosten im letzten Schritt des Warenkorbs plötzlich 20 €, und drei verschiedene Kleinteile im Wert von 12 € verursachen 10,90 € an Abgaben. Die De-minimis-Freigrenze, die den Direkthandel mit China so günstig gemacht hat, ist Geschichte – und die Differenz zahlt der private Kunde.
Warum Sie pro Artikel 3,63 € Gebühr zahlen
Die Gebühr ist pro Sendung konzipiert, doch die Verteilung der Kosten ist nicht gratis. Zwei Artikel aus unterschiedlichen Lagern bedeuten doppelte Abgabe; ein Paket mit drei verschiedenen Angeboten wird mit zwei Abgaben belastet. Im Billigsegment wiegt die Steuer mehr als das Produkt selbst, und manche Rechnungen beziffern die Gesamtbelastung – 21 % Mehrwertsteuer plus den neuen Zuschlag – auf rund die Hälfte des Endpreises. Im teureren Segment sieht es anders aus: Artikel über 20 Euro sind laut der Bestellhistorie erfahrener Kunden flächendeckend teurer geworden. Mehrere Käufer vermuten, dass bei manchen Produkten die Steuer bereits im Preis enthalten war und sich das nur durch den Vergleich mit dem alten Preis erkennen lässt.
Lohnt sich AliExpress noch gegenüber Amazon?
Das hängt vom Artikel ab – und das ist das Neue. Ein etwas spezieller SSD-Adapter kostet bei AliExpress laut kursierenden Vergleichen 8 Euro inklusive Gebühr, bei Amazon 14 Euro. Der Preisvorteil existiert noch, ist aber nicht mehr derselbe wie früher: Man muss Anbieter für Anbieter vergleichen, prüfen, ob es dasselbe Produkt auch im Laden um die Ecke gibt, und einplanen, dass Amazon ebenfalls den 3-Euro-Zuschlag erhebt, wenn der Verkäufer von außerhalb der EU versendet. Am Kleingedruckten ändert sich nichts. Eine dreijährige Garantie, die wirklich greift, kostet Geld und wird auf den Preis geschlagen; chinesische Verkäufer sparen sich einen Großteil dieses Service. Unter 5 Euro läuft die Rücksendung meist problemlos, ab 100 Euro wird es kompliziert.
Wer profitiert von der Gebühr: Shein hat es schon angekündigt
Die offizielle Erklärung besagt, dass die neue Abgabe den lokalen Einzelhandel schützt. Die Fakten zeigen einen anderen Gewinner. Shein, das in Spanien bereits 4.557 Millionen Euro umsetzt, hat als erstes eingeräumt, die Preise zur Kompensation der Gebühr anzuheben – ebenso wie in den USA, als dort die De-minimis-Freigrenze abgeschafft wurde. In der immer wieder geäußerten Analyse profitiert am Ende der große Händler mit eigenem Logistiknetz und Lager in Europa, nicht der Laden an der Ecke. Das Kernargument: Mehr als 50 % dessen, was AliExpress oder Temu verkaufen, wird in Europa nicht mehr hergestellt und kann dort auch nicht mehr hergestellt werden, weil diese Art von Industrie vor Jahren abgebaut wurde.
Das unersetzliche Ersatzteil: die Nische, die kein Laden um die Ecke abdeckt
Es gibt Konsum, den die Gebühr nicht bremst, weil es keine Alternative gibt. Im ländlichen Raum bestehen viele Einkäufe aus Ersatzteilen für Maschinen und Bauteilen, die kein lokaler Händler hat oder je haben wird – und dort sind 3 Euro Aufpreis immer noch günstiger als eine 30-Euro-Benzinfahrt für Hin- und Rückweg mit leeren Händen. Wer so einkauft, sagt es ohne Wehmut: Wenn die Maßnahme den zwanghaften Kauf von Nippes gebremst hat, hat sie auch etwas Gutes. Eine weitere Nische hält sich: Bestellungen über 50 Euro mit Gutscheinen, die immer noch deutlich günstiger sind als bei jedem europäischen Händler.
Eine berechtigte Frage bleibt offen. Dieselbe Abgabe, die den nahen Einzelhandel retten sollte, zahlt der chinesische Basar um die Ecke nicht, der weiterhin dasselbe verkauft, ohne über den Warenkorb zu gehen. Vielleicht profitiert der kleine Handel doch von der Maßnahme: der, der schon immer hier war.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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