Produkte ohne Zucker und Süßstoffe: die Supermarkt-Fata Morgana

Produkte ohne Zucker und ohne Süßstoffe im Supermarkt zu finden ist fast unmöglich. Auch raffinierte Mehle täuschen: Sie lösen denselben Glukoseanstieg aus. Daten und…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Produkte ohne Zucker und Süßstoffe: das Supermarkt-Labyrinth

Produkte ohne Zuckerzusatz und ohne Süßstoffe in einem herkömmlichen Supermarkt zu finden, ist fast eine unmögliche Mission. Wer den Kampf gegen den Zucker aufnimmt, stellt fest, dass die meisten verpackten Lebensmittel versteckten Zucker oder künstliche Süßstoffe enthalten. Doch die Falle ist subtiler: Selbst Produkte mit der Kennzeichnung „ohne Zuckerzusatz“ sind nicht sicher, wenn sie raffinierte Mehle enthalten, deren Wirkung auf den Blutzucker identisch mit der von Zucker ist.

Die Fata Morgana der „zuckerfreien“ Kekse

Ein klassisches Beispiel sind zuckerfreie Vollkorn-María-Kekse (ein in Spanien verbreiteter einfacher Teekeks). Zwar vermeiden sie weißen Zucker, bestehen aber aus raffiniertem Weizenmehl, das der Körper fast genauso schnell in Glukose umwandelt wie Zucker. Wer sie isst, um seinen Zuckerkonsum zu senken, täuscht sich selbst: Der Insulinanstieg ist ähnlich. Nach den fundiertesten Analysen besteht die Lösung darin, nicht nur Zucker zu streichen, sondern auch raffinierte Getreideprodukte.

Die Realität der Etiketten: Zucker in fast allem

Die Lebensmittelindustrie fügt Zucker unerwarteten Produkten hinzu: Wurstwaren, Saucen, Joghurt, Toastbrot. Selbst Zartbitterschokolade, die als gesund gilt, enthält hohe Zuckeranteile. Eine Aufschlüsselung zeigt: Eine Tafel mit 85 % Kakao der Marke Hacendado (Eigenmarke von Mercadona) enthält 15 % Zucker; die mit 81 % von J.D. Gross 16,8 %; und erst ab 99 % Kakao sinkt der Anteil auf 1 bis 2 %. Wer auf gar keinen Zucker verzichten will, hat nur eine sichere Option: pure 100-%-Kakaomasse.

Echte Alternativen im Supermarkt

Trotz aller Schwierigkeiten gibt es akzeptable verarbeitete Produkte in großen Handelsketten – sofern man die Etiketten genau unter die Lupe nimmt. Einige dokumentierte Optionen sind: 100-%-Erdnussbutter (MyProtein), Wasa-artiges Brot aus Vollkornroggen (nur Roggenmehl), naturbelassener Joghurt ohne Zucker sowie Wurstwaren ohne Stärke und Zuckerzusatz, etwa die der Marke Ezequiel. Auch stärkefreie Würstchen und zuckerfreie Puddings (mit 8 Gramm Kohlenhydraten) sind als gelegentliches Vergnügen zu finden.

Die Debatte darüber, ob Zucker nötig ist

Eine Strömung vertritt die Auffassung, Zucker sei verzichtbar, weil der Körper Glukose aus anderen Kohlenhydraten bilden kann oder – fehlen diese – über Ketonkörper. Mit weniger als 50 Gramm Kohlenhydraten pro Tag gerät der Organismus innerhalb von 72 Stunden in die Ketose, wodurch das Verlangen nach Süßem verschwindet. Dieser Ansatz, bekannt als kohlenhydratarme oder ketogene Ernährung, gewinnt als Strategie gegen Fettleibigkeit und Diabetes zunehmend Anhänger. In Spanien liegt die Adipositas-Rate bei 20 % (11 Millionen Menschen), die Diabetes-Rate bei 12 % (5 Millionen) – das verleiht der Debatte Dringlichkeit.

Die Lebensmittelindustrie wird auf Zucker und Süßstoffe nicht leicht verzichten, doch der Druck bewusster Verbraucher bringt Veränderungen in Gang. Zwar ist das Angebot wirklich „sauberer“ Produkte noch knapp, doch die Bewegung zurück zum Grundlegenden – Essen ohne Etikett – gewinnt an Boden. Bis der Supermarkt ein echter Markt wird, bleibt nur, jedes Etikett genau zu lesen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (36 Antworten).

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