DGT: Innenstadt nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Laut DGT ist die Innenstadt künftig nur per ÖPNV, Taxi oder Plattform erreichbar. Elektroautos lösen das Stau-Problem nicht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

DGT: Innenstadt nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln
DGT: In die Stadtzentren nur noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Kann man die Innenstädte vom privaten Autoverkehr befreien, ohne ganze Wirtschaftszweige zu destabilisieren? Die spanische Generaldirektion für Straßenverkehr (Dirección General de Tráfico, kurz DGT) hat bereits den Rahmen dessen abgesteckt, was sie als wünschenswert ansieht, und lässt kaum Spielraum für Interpretationen: In das städtische Zentrum gelangt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wer es eilig hat, nimmt ein Taxi oder eine Fahrdienstplattform. Das eigene Auto, ob elektrisch oder mit Verbrennungsmotor, ist überflüssig.

Diese Aussagen stammen vom Leiter der Behörde, Pere Navarro, und wurden zusammen mit Material des Ministeriums verbreitet: „Das Modell, nach dem wir alle streben, lautet: ‚Fahren Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt‘“. Er fügte hinzu, dass bei Zeitdruck ein Taxi oder eine Plattform genutzt werden solle, „aber nicht das Auto“. Der Hintergrund ist nicht neu. Die Härte schon: Das private Fahrzeug wird vom Standardmodus zur geduldeten Ausnahme.

Elektroautos lösen die Staus nicht

„Das Problem ist der Platz“, betonte Navarro. „Wir wollen keine Autos im Stadtzentrum. Wir wollen die Flächen nicht mit Elektroautos füllen und dann wieder das gleiche Stau-Problem haben, nur diesmal mit Elektroautos.“ Dieser Satz stellt die Erzählung der letzten Dekade auf den Kopf, in der die Elektrifizierung als Weg verkauft wurde, um den motorisierten Zugang zu erhalten. Wenn die Grenze die Quadratmeterzahl ist und nicht die Emission, spielt die Motortechnologie keine Rolle.

Manche sehen hier einen Regelwechsel mitten im Spiel: Zuerst wurden Käufer von Elektroautos mit Plaketten und Vorteilen belohnt, nun wird gewarnt, dass auch diese Fahrzeuge keinen freien Durchgang mehr haben. Es wird argumentiert, dass dies den Wert des Assets mindert, da ein Fahrzeug, das für die Fortbewegung in der Stadt konzipiert ist, einen großen Teil seiner Nützlichkeit verliert, wenn es dort nicht einfahren darf. Verbote vor der Bereitstellung von Alternativen sind keine Planung, sondern blindes Vertrauen.

Der öffentliche Nahverkehr am Limit

Madrid rühmt sich fast vollständig elektrischer Busse und einer U-Bahn, die als vorbildlicher Dienst gilt. Das Problem liegt bei der Kapazität. Manche behaupten, dass die gleichen Fahrpläne und Frequenzen wie vor fünfzehn Jahren beibehalten werden, obwohl die Bevölkerung deutlich gewachsen ist, die Nachfrage früher nicht existierte und materiell kein Spielraum besteht, um mehr Fahrgäste pro Wagen unterzubringen. Wenn das System voll ist, führt die Einschränkung des Autoverkehrs nicht dazu, dass Reisende umsteigen, sondern dass sie gedrängt werden.

Ein Teil der Analyse besagt, dass das Modell kollabierte, als das Netz aufhörte, ein Nahversorgungsdienst zu sein — Haltestellen alle 500 Meter, fünf Minuten Fußweg — und sich zum S-Bahn-Schema wandelte, mit langen Strecken, Umstiegen und Stationen, die darauf ausgelegt waren, das Umland anzubinden. Von den entferntesten Haltestellen aus waren dreißig Minuten angemessen; jetzt ist es Glückssache. Und die Investitionen gehen in eine andere Richtung: „Paris hat ein riesiges Programm laufen, um U-Bahn und RER auszubauen, hier null.“

Einfahrtsgebühren, Industriegebiete und Warentransport: Das Kleingedruckte

Das Detail, das niemand zeigte, ist, wo die Einschränkungen beginnen. Ein Teilnehmer berichtet, dass in einem Industriegebiet zwölf Kilometer Luftlinie vom Madrider Zentrum, mit Brachflächen drumherum und sechsachsigen LKW, die zum Beladen einfahren, bereits Schilder stehen, die den Verkehr begrenzen. Die Frage ist offensichtlich: Wenn der LKW nicht durchfahren kann, kommt die Ware dann per Taxi?

Der zweite Aspekt ist der Zugang von außen. Manche rechnen mit einer Maut für jene, die mit ihrem Auto in das Gemeindegebiet fahren, und erinnern daran, dass eine geschlossene Stadt auch klären muss, was mit den peripheren Gemeinden passiert, in denen die Menschen leben, die später innerhalb arbeiten. Die 15-Minuten-Stadt taucht bereits in der Debatte auf, von einem Teilnehmer als bevorstehender Horizont bezeichnet, ob gut oder schlecht.

Während entschieden wird, ist die offizielle Lösung für den eiligen Bürger ein Taxi, Uber oder Cabify. Sprich: das gleiche Auto, mit einem anderen Kennzeichen und einer anderen Rechnung. Allerdings teurer.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (294 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver