Deutschland erwägt Verbot der AfD bei 21 % Stimmenanteil

Die AfD liegt bei rund 21 % der Stimmen. Deutschland diskutiert ein Verbot wegen demokratiefeindlicher Tendenzen unter Berufung auf den NPD-Präzedenzfall.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Deutschland erwägt Verbot der AfD bei 21 % Stimmenanteil
Deutschland debattiert das Verbot der AfD mit 21 % der Stimmen

Kann man eine Partei verbieten, die ein Fünftel des Landes wählt? Deutschland grübelt seit Langem darüber nach, ohne zu einer Antwort zu kommen. Die AfD rangiert bei etwa 21 % der Stimmen, und die Möglichkeit ihrer Illegalisierung steht im Raum. Der Satz, der die Debatte begleitet —„diejenigen in ihre Schranken weisen, die unsere Demokratie verachten“, Steinmeier zugeschrieben— fasst die Richtung zusammen.

Das Paradoxon ist nicht neu. Ein System, das sich dadurch definiert, dass jeder antreten darf, überlegt nun, einen Wettbewerber aufgrund seiner Vorschläge auszuschließen. Und genau daran zerbricht der Konsens.

Was ein Verbot der AfD bedeutet

Der Kern der Sache ist einfach zu formulieren, aber schwer zu lösen: Eine Fraktion mit Parlamentssitzen, die etwa jeden fünften Wähler gewinnt, würde wegen Verstoßes gegen die verfassungsmäßige Ordnung für illegal erklärt. Befürworter verkaufen dies als defensiven Akt. Wenn eine Partei darauf abzielt, die Spielregeln zu zerstören, ist es keine Widersprüchlichkeit, sondern eine Pflicht, diese Regeln zum Schutz anzurufen.

Gegner sehen tiefer. Verbote überzeugen niemanden: Sie machen die Partei zum Märtyrer und treiben ihre Wähler dazu, ein anderes Label zu suchen. Der Verdacht, dass die Maßnahme eher aus Panik als aus Strategie resultiert, durchzieht viele Analysen.

Was beim NPD geschah und warum er nicht verboten wurde

Deutschland hat es bereits versucht. Über mehr als ein Jahrzehnt hinweg zogen sich Versuche hin, die NPD zu verbieten, eine Formation, die in ihren Ansätzen deutlich radikaler war als die AfD. Das Verfahren scheiterte, und die Partei blieb auf dem Parkett. Manche fügen ein unbequemes Detail hinzu: Einige der konfliktreichsten Elemente der Partei arbeiteten für die Polizei. Mit dieser Vorgeschichte ist eine Operation gegen eine Partei, die die 21 %-Marke streift, etwas anderes.

Das europäische Muster: Goldene Morgenröte, Fortuyn und Haider

Deutschland wäre nicht das erste Land auf diesem Weg. In Griechenland wurde die Goldene Morgenröte verboten; in den Niederlanden wurde der Populist Pim Fortuyn ermordet; in Österreich starb Jörg Haider bei einem Hochgeschwindigkeitsunfall, eine Version, die in der Debatte angezweifelt wird. Diese Namen werden als Präzedenzfälle desselben Musters genannt: Legalisierung auf der einen Seite, physische Eliminierung auf der anderen. Auch die Ukraine wird erwähnt, wo mehrere Formationen verboten wurden.

Der Bumerang-Effekt: Verbieten, um zu legitimieren

Eines der häufigsten Argumente lautet, dass ein Verbot genau das Gegenteil dessen bewirken würde, was beabsichtigt ist. Wenn die AfD illegalisiert wird, wird sie legitimiert als wahre Vertreterin der Deutschen, die das System ablehnen. Und die gängigste Rechnung ist eine andere: Ein Verbot bei 21 % garantiert, dass die nächste Formation unter neuem Namen mit 30 % startet. Die Stimmen verschwinden nicht; sie wechseln nur das Etikett.

Warum steigt die AfD, wenn es moderate Parteien gibt?

Der Aufstieg lässt sich nicht nur durch das erklären, was die AfD bietet, sondern auch durch das, was andere nicht bieten. Die verbreitetste These besagt, dass Volksparteien keine echten Probleme der Bürger adressieren und dieses Vakuum von denen gefüllt wird, die es benennen. Es ist kein rein deutsches Phänomen, aber in Deutschland gewinnt es an Dynamik, weil die Alternative nicht überzeugt. Hier liegt die Falle: Je weniger die Mitte reagiert, desto stärker wächst das, was man verbieten will.

Der Kernpunkt: Wer schützt die Demokratie vor sich selbst?

Es gibt einen Einwand, der über die AfD hinausgeht. Die Akzeptanz, dass es keine einzige politische Wahrheit gibt und alle Ideen unter gleichen Bedingungen konkurrieren müssen, lässt saubere Argumente für ein Verbot einer Ideologie aufgrund ihrer Inhalte schwinden. Die kritischste Strömung behauptet, dass jede Politik letztlich Gewalt verwaltet, sodass das Verbot einer Partei wegen ihrer vermeintlichen Neigung dazu eine Tür ist, die schwer wieder zu schließen ist.



Am Ende ist die Partei, die sich am meisten um die Stimmen anderer sorgt, jene, die vorgibt, die Demokratie zu verteidigen. Und währenddessen zählt in Deutschland jemand weiter Sitze.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (136 Antworten).

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