Deutschland: Debatte um Wochenend-Fahrverbot für Autos

In Deutschland wird ein privates Fahrverbot an Wochenenden diskutiert. Die Automobilbranche schweigt, während Analysten dies als politisches Strohfeuer werten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Deutschland: Debatte um Wochenend-Fahrverbot für Autos
Deutschland erwägt Verbot von Privatfahrzeugen am Wochenende

Ein deutsches Ministerium hat die Einschränkung des privaten Fahrzeugverkehrs an Wochenenden zur Diskussion gestellt. Der Vorschlag kommt mit kleinen Druckbuchstaben und einer ironischen Note: Unter der Woche wäre das Auto weiterhin verfügbar, um rudern zu gehen, während der Ruderer am Samstag sich selbst überlassen bliebe. Momentan gibt es kein Gesetz, keinen Gesetzentwurf und keine Verordnung. Um diese Distanz – die zwischen einer Schlagzeile und einem veröffentlichten Regelwerk liegt – dreht sich fast die gesamte Debatte.

Es lohnt sich, den Ausgangspunkt festzulegen: Niemand hat irgendetwas genehmigt. Was existiert, ist eine Ankündigung, eine Drohung oder ein Bluff, je nachdem, wer sie betrachtet.

Was ist bekannt über den deutschen Plan, das Autofahren am Wochenende zu verbieten?

Die weit verbreitete Interpretation lautet, dass der zuständige Minister nichts verbieten will, sondern sich in eine vorteilhafte Position in einer dreiseitigen Verhandlung bringen möchte. Seine Partei, die FDP, braucht die Zustimmung von Bündnis 90/Die Grünen und der SPD für das Verkehrsgesetz, und der Bluff des Verbots dient dazu, den Druck zu erhöhen. Das heißt, man droht mit dem Undenkbaren, um das Durchführbare zu erreichen.

Gegen diese These spricht ein unbequemes Detail: Wenn die deutsche Automobilindustrie, das große Lobbying-Organ des Landes, kein Wort gesagt hat, warum dann den Ballon aufpumpen? Die angebotene Antwort ist, dass es gerade deshalb ein Strohfeuer (Testballon) ist: Wenn niemand protestiert, geht man weiter; wenn doch, zieht man sich elegant zurück.

Das zitierte Präzedenzfall: Vom Lockdown zur Impfpflicht

Keine Debatte über Einschränkungen in Europa lässt sich heute ohne den Vergleich mit der Pandemie verstehen. Es wird daran erinnert, dass es zwei Monate häuslichen Lockdowns gab und diese kaum Widerstand hervorriefen. Auch die Ankündigung im Jahr 2021 eines Gesetzes zur Impfung der gesamten Bevölkerung ab April wird erwähnt; der Zeitplan wurde später auf September verschoben und die Norm blieb in der Schwebe.

Daraus ergeben sich zwei gegensätzliche Schlussfolgerungen. Erstens: Was unmöglich schien, wird akzeptiert und sogar gefeiert. Zweitens: Mehrere Warnungen blieben genau das, nämlich Warnungen. Beides ist möglich, da beides vorerst wahr ist. Was nicht bestritten wird, ist der kumulative Effekt: Jede Maßnahme, die durchkommt, setzt die Latte für die nächste etwas höher.

Wie viel würde ein autoloses Wochenende dem deutschen Motor kosten?

Hier ist die Berechnung der interessante Teil, den niemand abgeschlossen hat. Die Auswirkungen verteilen sich auf Hersteller, Werkstattketten, Straßen-Gastronomie, Verbrauch und Steuereinnahmen aus Kraftstoffen, und das Ergebnis ist laut der am häufigsten wiederholten Analyse unberechenbar. Deutschland würde sich ins eigene Fleisch schneiden, bei derselben Industrie, die jahrzehntelang sein Exportstolz war.

Parallel dazu taucht das Argument der Kohärenz auf: Wenn die Notwendigkeit real wäre, wäre die natürliche Maßnahme, Homeoffice gesetzlich zu verankern, statt den Samstag zu rationieren. Zu rationieren, ohne umzuorganisieren, sei keine Ökologie, sondern Mangelverwaltung auf Kosten der Frühaufsteher, so diese Linie.

Öl, Luftfahrt und Kriegswirtschaft: die anderen Erklärungen

Hinter dem Vorschlag werden weniger grüne Gründe vermutet. Der erste ist ein reales und wachsendes Problem beim Öl: das Produktionsmaximum, das seit Jahren von denen angekündigt wird, die die Förderdaten verfolgen. Der zweite ist eine Logik der Kriegswirtschaft, bei der Kraftstoff für das Wesentliche reserviert wird und die Bilanzen nirgendwo aufgehen.

Der dritte ist der klassische Verdacht: Dass das Ziel nicht das Klima ist, sondern Kontrolle, Herdenmanagement und das Verschieben des Fensters des Erlaubten um einen Zentimeter pro Saison. Wer diese Lesart verteidigt, weist darauf hin, dass es bei der Maßnahme nicht ums Geld geht, weil die Besitzer des Geldes dieselben sind, die sie vorantreiben.

Parallel dazu steht der unbequeme Vergleich: Private Jets fliegen weiterhin nach Belieben, der tägliche Flugverkehr bleibt weitgehend unverändert und die großen globalen Emittenten kürzen nichts. Daher die am häufigsten wiederholte Zusammenfassung: Der Planet merkt davon nichts bei diesen europäischen Maßnahmen. Es lohnt sich, Spreu vom Weizen zu trennen. Dass es eine internationale Agenda zur Emissionsreduzierung gibt, ist Tatsache; dass sie aufgebaut ist, damit sich wenige in Bunkern vor einem für 2079 erwarteten Asteroiden verstecken, ist eine Theorie ohne jeglichen Beweis, und als solche wird sie erzählt.

Das Auto als Freiheit: das historische Argument

Der letzte Abschnitt ist kulturell und wiegt in der deutschen Debatte am schwersten. Es wird daran erinnert, dass das deutsche Volksauto staatlich subventioniert geboren wurde und das Autobahnnetz entworfen wurde, um der Arbeiterfamilie Mobilität und Freizeit zu bieten. Heute diskutiert dasselbe Land die Einschränkung der Wochenend-Mobilität, und die Paradoxie steigt im Wert.

Die Tradition ist präzise beschrieben: Ins Auto steigen, das Land von Ende zu Ende durchqueren, an einer Raststätte ein Sandwich essen und nach Hause fahren. Kein Regelwerk schneidet das ohne politischen Preis, und keine deutsche Regierung hat jemals Wahlen gewonnen, indem sie weniger Autobahnen versprach.

Es bleibt das Schweigen. Weder Arbeitgeberverbände, noch Unternehmensverbände, noch Hersteller haben sich geäußert, um die Sache abzuschließen. Und es bleibt die Zahl, die die Debatte entscheiden würde und die niemand auf den Tisch gelegt hat: Wie viel würde das deutsche CO2-Aufkommen genau sinken, wenn samstags und sonntags keine Pkw fahren würden. Bis diese Zahl existiert, wird die Debatte über Freiheit, Öl oder Verhandlungen gehen. Über alles Mögliche, nur nicht über das Klima.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (147 Antworten).

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