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Deutschland bremst die Leopard-Panzer und legt die Risse in der NATO offen
Debatte über Deutschlands Blockade bei der Lieferung von Leopard-Panzern in die Ukraine: Angst vor russischem Reverse Engineering, handelspolitische Reputation und Risse in der NATO.
Deutschland bremst die Leopard-Panzer und legt die Risse in der NATO offen
Im Januar 2023, als der Ukraine-Krieg fast ein Jahr dauerte, teilte die deutsche Regierung mit, dass sie ihre Leopard-2-Kampfpanzer weder nach Kiew liefern noch Drittstaaten die Lieferung erlauben werde. Die Entscheidung, getroffen während Großbritannien und Polen den Druck für die Lieferung von Panzern erhöhten, legte einen Bruch offen, der über eine bloße logistische Verzögerung hinausgeht. Bundeskanzler Olaf Scholz berief sich darauf, dass Deutschland nicht allein handeln wolle, doch die sich durchsetzende Lesart in den Hinterzimmern war eine andere: Berlin will nicht, dass seine Panzer über die ukrainischen Steppen rollen.
Die Angst vor russischem Reverse Engineering
Eines der Argumente, das in den damaligen Analysen am meisten Gewicht hatte, war das technologische. Fällt ein Leopard 2 in russische Hände, könnte Moskau ihn Stück für Stück zerlegen und seine Panzerungs-, Feuerleit- und Kommunikationssysteme studieren. Russland produziert viel billiger und könnte mit Zugang zu deutscher Technologie Lösungen nachbauen oder gezielte Gegenmaßnahmen entwickeln. Das Risiko ist nicht gering: Im Zweiten Weltkrieg kopierten und verbesserten die Sowjets bereits erbeutete deutsche Konstruktionen.
Die Kehrseite ist die kommerzielle. Enden die Leopard 2 verbrannt in der Ukraine oder werden unglücklich erbeutet, ist das Aushängeschild der deutschen Rüstungsindustrie beschädigt. Ein Blindgänger, nannte es jemand. Und nicht ganz zu Unrecht: Ohne ausgebildete Besatzungen und angemessene Logistik ist ein Kampfpanzer ein teures Ziel. Der Exportruf von Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann war mehr wert als ein paar Dutzend Fahrzeuge.
Die Verlängerung des Krieges als unbeabsichtigte Strategie
Die Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine war stets ein Kräftemessen zwischen Eskalation und Lähmung. Manche halten es für falsch, Panzer ohne klare Überlegenheit zu schicken: Das verlängere den Konflikt nur und vervielfache die Opfer. Andere wiederum argumentieren, nichts zu liefern sei schlimmer: Es zementiere den Krieg und lasse die Ukraine im Nachteil. Tatsache ist, dass weder Deutschland noch die NATO als Ganzes zu diesem Zeitpunkt eine Formel gefunden hatten, die alle zufriedenstellte.
Das Argument, ein paar Dutzend Leoparden würden den Kriegsverlauf nicht ändern, hat seine Logik. Aber es stimmt auch: Wenn sie nicht zum Gewinnen dienen, vielleicht zum Nicht-Verlieren. Und da kommt die politische Kalkulation ins Spiel: Berlin will nicht das Land sein, das als erstes seit 1945 deutsche Panzer nach Osten schickte und dafür in den Schlagzeilen steht. Das historische Gedächtnis wiegt schwer, auch wenn es sich als Vorsicht tarnt.
Das Kriegsgeschäft und der militärisch-industrielle Komplex
Abgesehen von strategischen Erwägungen gibt es einen Faktor, der nie fehlschlägt: Jemand verdient Geld. Krieg ist ein großes Geschäft. Die NATO-Staaten, allen voran die USA, nutzen die Gelegenheit, Arsenale zu erneuern und der Industrie Aufträge zu erteilen. Trump sagte es damals schon: Die Verbündeten gaben zu wenig für Verteidigung aus. Jetzt werden unter dem Vorwand der russischen Bedrohung Mittel von Gesundheit und Bildung abgezweigt, um neue Waffen zu kaufen. In Spanien ist dieser Widerspruch zwischen der pazifistischen Rhetorik einiger Koalitionspartner und der Realität der Militäretats ein eigenes Schauspiel.
Der militärisch-industrielle Komplex kennt keine Ideologien. Wenn Panzer verkauft werden müssen, werden sie verkauft. Wenn eine Erhöhung der Ausgaben gerechtfertigt werden muss, wird sie gerechtfertigt. Und wenn Russland als existenzielle Bedrohung dargestellt werden muss, wird es so dargestellt. Nur verschwiegen wird, dass in vielen Fällen die Gesundheitssysteme Europas ausbluten, während die Verteidigungsetats anschwellen.
Die Lächerlichkeit der Prognosen und der Triumph des Kurzfristdenkens
Immer wenn jemand den russischen Kollaps oder einen ukrainischen Sieg binnen Wochen vorhersagt, widerspricht ihm die Realität. Die Prognosen über Gas, Rubel und die russische Wirtschaft sind schlecht gealtert. Wer über die Prorussen gespottet hat, muss nun seine eigenen Worte schlucken. Der Krieg wird nicht in den Nachrichtensendungen oder in Foren entschieden. Er wird im Schlamm entschieden, mit Logistik, mit Industrie und mit politischem Willen.
Unterdessen schickt die NATO die Panzer immer noch nicht. Oder nur tröpfchenweise. Oder sie schickt sie und zieht sie dann zurück. Die neueste Lage: Deutschland schickt seine Leoparden nicht und lässt andere nicht gewähren. Und das sagt im Grunde mehr über den westlichen Zusammenhalt aus als hundert Reden über die Einheit. Die verstörende Zahl lautet: Nach einem Jahr Krieg hat sich das Land, das am längsten für seine Entscheidung gebraucht hat, immer noch nicht ganz entschieden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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