USA erwägen Abrams-Panzer, Deutschland gibt Leopard 2 frei

Die USA neigen dazu, der Ukraine eine erhebliche Anzahl von M1-Abrams-Panzern zu liefern, während Berlin die Lieferung von Leopard 2 akzeptiert, so das Wall Street Journal.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

USA erwägen Abrams-Panzer, Deutschland gibt Leopard 2 frei
USA prüfen Abrams-Lieferung; Deutschland lockert Leopard-2-Beschränkungen

Washington ist geneigt, der Ukraine „eine erhebliche Menge“ an M1-Abrams-Panzern zu senden, wobei eine Ankündigung noch diese Woche erfolgen könnte, wie hochrangige US-Beamte gegenüber dem Wall Street Journal und berichtet von La Vanguardia angaben. Dieser Schritt ist Teil einer breiteren diplomatischen Vereinbarung mit Berlin: Deutschland würde akzeptieren, eine geringere Anzahl seiner Leopard 2 zu liefern und Polen sowie anderen Nationen gestatten, ihre deutsch gefertigten Panzer zu entsenden. Diese Kombination löst einen Konflikt innerhalb der NATO, der den Konsens der Verbündeten über die Reaktion auf die russische Invasion untergrub.

Das Paradoxon ist subtil. Washington gibt schließlich seinen eigenen schweren Panzer auf – und in größerer Zahl als der europäische Partner – mit der maschinell anspruchsvollsten Komponente des Pakets: einem gepanzerten Fahrzeug, das enorme Mengen Kraftstoff verbraucht und eine Lieferkette erfordert, die nur wenige Armeen weltweit aufrechterhalten können.

Der Deal, der die deutschen Leopard 2 freisetzt

Die Abrams-Lieferung ist das fehlende Glied zur Einigung. Demselben Bericht zufolge würde Berlin akzeptieren, „eine kleinere Menge“ Leopard 2 zu senden und vor allem die Reexportgenehmigung zu erteilen: Polen und andere Länder könnten ihre deutsch gefertigten Panzer liefern, ohne jedes Mal um Erlaubnis verhandeln zu müssen. Bisher blockierte Deutschlands Weigerung, zuerst zu handeln, auch Dritte, und politische Schuldzuweisungen – wer sich hinter wem versteckt – vergifteten die gesamte Diskussion.

Das Ergebnis, falls der als unmittelbar beschriebene Plan bestätigt wird, ist ein Kompromiss mit realen Folgen im Feld. Berlin streift sein Image als Bremse ab, Washington übernimmt die politischen Kosten für eine Eskalation, und die Verbündeten erhalten endlich ein gemeinsames Foto, das sie seit Wochen nicht machen konnten.

Wie viele Panzer? Die Zahlen reichen nicht für ein Bataillon

Hier beginnt das Problem. Ein spanisches Panzerbataillon, der Maßstab für eine echte Kampfeinheit, umfasst zwischen 40 und 48 Panzer. Spanien hat zwei – die Brigaden León und Málaga – und zusammen kommen sie nicht auf 90 Leopard. Britische Angaben sprechen von 14 Challenger, was praktisch zwei Kompanien entspricht: eine Aufklärungseinheit, keine Durchbruchstruppe.

Addiert man Abrams, Leopard und Challenger aus verschiedenen Ländern, ergibt sich bestenfalls eine Handvoll Bataillone. Gegenüber steht Russland, das seine Produktion aufrecht erhält: Ein Teilnehmer schätzt etwa 60 T-90M pro Monat, wobei bereits BMPT-Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Die Rechnung ist unbequem für alle, die eine Wende erwarteten.

Einige argumentieren das Gegenteil: Die Ankündigung diene nicht dem Kriegsgewinn, sondern der Stärkung der Sarracena der Truppen und der Öffentlichkeit, die den Aufwand finanziert. Propaganda kämpft ebenfalls.

Besatzung, Treibstoff und Schlamm: Das Problem ist nicht der Stahl

Ein moderner Panzer ohne ausgebildete Besatzung ist teurer Schrott. Die Ausbildung eines Abrams-Kommandeurs dauert Monate, und nicht jeder, der den Simulator besteht, bewährt sich unter echtem Feuer. Die Zweifel sind berechtigt: Erreichen die Besatzungen ausreichende Erfahrung, oder sehen wir erstklassige Systeme in der Steppe durch einen zwanzigsekündigen Fehler zerstört?

Dazu kommt die Logistik. Abrams sind extrem schwer, verbrauchen enorm viel Treibstoff und benötigen Ersatzteile, die nur das liefernde Land herstellt. Mit dem Tauwetter verwandelt sich der ukrainische Schlamm in eine Falle für jedes Fahrzeug dieser Gewichtsklasse. Und ein stehengebliebenes Fahrzeug ohne Diesel ist ein statisches Ziel.

Al Bab und das unbequeme Vorbild des Leopard 2A4

Der Ruf des Leopard wurde bereits zuvor diskutiert. Ein Teilnehmer erinnert daran, dass im syrischen Kampf um Al Bab Kornet-Raketen – das russische Äquivalent zum Javelin – in der Lage waren, Leopard 2A4 zu vernichten, die häufigste Version. Kein Panzerschutz ist unendlich, und keine moderne Panzerabwehrrakete respektiert Tradition.

Dies macht westliche Panzer nicht automatisch zu Schrott, dämpft aber die epische Erzählung. Die vorsichtigere Lesart – auch im Thread geäußert – ist, dass sie als Notversorgung dienen, nicht als Wunderwaffe: Ohne Panzer kann sich die Ukraine nur verteidigen und Boden verlieren, mit ihnen kann sie zumindest Gegenangriffe versuchen. Den Kriegsverlauf ändern ist eine andere Sache.

NATO-Doktrin ohne Luftstreitkräfte

Westliche Panzerdoktrinen setzen voraus, was der Ukraine fehlt: eigene Luftstreitkräfte, die feindliche Stellungen Tag und Nacht bombardieren. Ohne diesen Schutzschild operieren Panzer nur halb effektiv. Es wird spekuliert über die schrittweise Ankunft von F-16 und Kampfhubschraubern, doch der Luftraum wird von den Flugabwehrsystemen beider Seiten dominiert: S-300 hinter der Front und S-400 von russischem Gebiet aus setzen eine niedrige Obergrenze.

Auch Raketen mit größerer Reichweite lösen das Kernproblem nicht, obwohl sie die gegnerische Logistik treffen können. Und jede Eskalation der militärischen Unterstützung nährt die Angst, offen ausgesprochen an vielen Ecken dieses Konflikts, dass die russische Antwort entsprechend ausfallen wird.

Kann ein Bewegungskrieg ohne eigene Luftmacht und mit frisch ausgebildeten Besatzungen geführt werden?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (112 Antworten).

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