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Der-Yen-Hoax: 30 Billionen verschwunden und die BOJ verkauft Anleihen
Eine viral verbreitete Nachricht behauptet, 30 Billionen Yen seien in 10 Minuten verschwunden und die Bank of Japan verkaufe US-Staatsanleihen. Die Vorlage kursiert seit 2024.
Dreißig Billionen Yen in zehn Minuten und die Bank of Japan verkauft US-Staatsanleihen
Kann man den japanischen Aktienmarkt in der Zeit löschen, in der man einen Kaffee kocht? Genau das behauptet eine Nachricht, die in sozialen Medien kursiert: mehr als 30 Billionen Yen in zehn Minuten vom japanischen Parkett verdampft, während die Bank of Japan eilig anfängt, alle ihre US-Staatsanleihen zu verkaufen, um den Absturz zu stoppen. Der Text kommt mit Nixen-Emojis daher und dem Satz „etwas sehr Ernstes passiert da draußen“. Die erste vernünftige Antwort: das kennen wir schon.
Eine Vorlage, die seit August 2024 recycelt wird
Der Verfasser der Nachricht gibt selbst zu, dass es ein wiederverwendeter Text ist. Das Yen-und-Anleihen-Mantra geistert seit dem Nikkei-Absturz im August 2024 umher, und jedes Mal, wenn sich der Carry Trade etwas auflöst, taucht es mit neuen Nullen wieder auf. Das Muster ist immer dasselbe: astronomische Zahl, Institution in Panik und ein Schluss mit Auslassungspunkten.
Der erste Einwand ist gesunder finanzieller Menschenverstand. Japan hält rund eine Billion Dollar in US-Staatsanleihen. Diese „alle dringend verkaufen“ ist keine Entscheidung, die eine Notenbank in zehn Minuten trifft oder per Tweet mit Emojis ankündigt: Das wäre ein Anruf bei der Fed, um die Swap-Linie zu öffnen. Und falls das passiert, wird es über offizielle Kanäle mitgeteilt.
Was würde die Bank of Japan bei einem solchen Absturz wirklich tun?
Wenn wirklich 30 Billionen Yen in zehn Minuten verdampfen würden, wäre die BOJ nicht dabei, Anleihen zu verkaufen: Sie würde Löscharbeit leisten, mit voll geöffnetem Hahn der Zinskurvenkontrolle und massenhaft Käufen. Verkaufen ist Feuerwehr-Einsteigerkurs, nicht das Profi-Handbuch. Die Logik des Hoaxes widerspricht sich selbst.
In der Diskussion taucht auch die Lesart auf, der Nikkei sei künstlich überbläht gewesen, und die sofortige Erwiderung: Der S&P 500 ist es noch mehr. Das Gespräch driftet Richtung US-Schulden und der Rolle Europas als nächstes Glied in der Kette. „Der Drucker hat kein Tinte mehr“, fasst eine der Nachrichten zusammen, halb im Scherz, halb im Ernst.
Der Kontext: das Gespenst des Carry Trade
Die Episode passt in das Muster von Schreckensmeldungen, das der japanische Markt seit dem Sommer 2024 durchlebt, als die Auflösung des Carry Trade – sich billig in Yen leihen, um Vermögenswerte in anderen Währungen zu kaufen – einen globalen Schock auslöste. Jedes Wiederaufflammen der Volatilität belebt dieselbe apokalyptische Erzählung, mit wachsenden Zahlen und einer jeweils anderen Institution in der Schurkenrolle.
Was die Nachricht verschweigt, ist, worauf sich die Zahl stützt. Dreißig Billionen Yen sind ein Betrag, der – gemessen an der gesamten Marktkapitalisierung Japans – eine Erklärung der Berechnungsgrundlage erfordern würde. Das tut niemand. Die Zahl funktioniert als Köder, nicht als Datum.
Die letzte Ironie liefert der Thread selbst: Würde die BOJ tatsächlich all ihre amerikanischen Anleihen auf einen Schlag verkaufen, wäre der US-Schatzamt der Erste, der das wissen müsste – und zwar sicher nicht per Tweet. In der Zwischenzeit wird die Vorlage weiter kursieren. Drucker an und schlafen gehen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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