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Der Pulp-Kanon, der älter ist als Lovecraft
Der Kanon des kosmischen Schreckens und der Pulp-Fantasy: Machen, Chambers, Haggard, Burroughs, Vance und Aickman – und warum algorithmische Empfehlungslandkarten dabei scheitern
Von Machen bis Vance: der Pulp-Kanon, den der Algorithmus ignoriert
Eine Frage, die unter Genre-Lesern immer wieder auftaucht: Wie viele Titel der alten fantastischen Literatur kennt man wirklich? Die unbequeme Antwort lautet, dass ein großer Teil des kosmischen Schreckens nicht mit dem Schriftsteller aus Providence beginnt, den fast alle als Vater bezeichnen. Machen und Chambers waren früher da.
Wann beginnt der kosmische Schrecken wirklich?
Die gewichtigste These sieht Arthur Machen und Robert W. Chambers als das Maß aller Dinge: Der Große Gott Pan und Der König in Gelb wären die DNA jenes Genres, das später anderen zugeschrieben wurde. Bierce mit seinen Drei Fremden vollendet diesen alten Stamm, an dem heute kaum noch jemand nagt. Demgegenüber behauptet sich Jack Vances Fantasy – Das sterbende Land, die Dämonenprinzen – als das Einzige, was „in einer anderen Liga“ spielt, ohne Handbuch und ohne Subvention, die sie trägt.
Haggard, Burroughs und das Geschäft mit der verlorenen Welt
Die Minen des Königs Salomo (Haggard, 1885) eröffnet die Erzählader der verlorenen Welt und macht Allan Quatermain zum Großvater von Indiana Jones, auch wenn man dem Mann in der Lederjacke die Peitsche anhängte, um Kassen zu füllen. John Carter vom Mars stammt von Burroughs, demselben Autor wie Tarzan: Kiosk-Pulp, gedruckt auf billigem Zellstoffpapier, damit der einfache Leser nach dem Arbeitstag etwas zu lesen hatte. Daher kommt der Name des Genres.
De la Mare, Aickman und das Gruseln ohne Schuldigen
Walter de la Mare ist kein Pavor, sondern Unbehagen: Er deutet an statt zu erklären, lässt den Leser beunruhigt zurück, ohne ihm den Schlaf zu rauben. Robert Aickman erkannte diese Schuld an und trieb die Ambiguität auf die Spitze mit seinen „strange stories“, Erzählungen, die weder abschließen noch aufklären. M. John Harrison spielt in derselben Strömung von Artefakten, die in den Händen zerfallen.
Warum eine algorithmische Landkarte als Kriterium nichts taugt
Werkzeuge, die einen Autor ins Zentrum setzen und Namen drumherum auswerfen, sortieren nach Metadaten-Nähe, nicht nach echter Verwandtschaft. Sie taugen dazu, einen einzelnen Namen zu entdecken, nicht zu verstehen, was er dort zu suchen hat. Die Alternative mit Urteilsvermögen sind Anthologien, herausgegeben von jemandem, der das Material aus erster Hand kannte.
So bleibt der Pulp-Kanon eine Liste, die kaum jemand zu Ende liest. Man zählt Autoren auf, datiert die Werke und zeichnet Schemata, damit klar wird, worum es geht. De la Mare liest deshalb niemand.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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