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Eine Klage, die eine Gesellschaft ohne Ziel aufzeigt
Eine Klage beschreibt eine Gesellschaft ohne Ehre, ohne Risiko und ohne Zukunft, in der das Niedrige gefeiert und das Hohe verspottet wird. Das Unbehagen einer Zeit ohne Projekt.
Bis zum Überdruss: eine Gesellschaft, die das Niedrige belohnt und das Hohe verspottet
Warum scheint niemand mehr für irgendetwas zu stehen? Die Klage, mit der das Thema eröffnet wird, ist unmissverständlich: eine Gesellschaft, beschrieben als unerträglich, ohne Ehre, ohne Mut, ohne Risiko, ohne Zukunft, ohne Ziel und ohne Würde. Die Diagnose spricht nicht von Wirtschaftskrise oder Konjunktur, sondern von einer Leere ohne gemeinsames Projekt. Was früher Charakter genannt wurde, liest man heute als Attitüde, Opferhaltung und eine plattgedrückte Masse ohne Persönlichkeit. Die These ist unbequem: Wer sich dieser Dynamik nicht beugt, bekommt tausend Grenzen aufgezwungen.
Die Bar als soziales Thermometer
Die erzählte Szene spielt in einer klassischen Kneipe, so einer, in der die Großväter Domino spielen. Dort sprach eine Person, die sich anders kleidete als es der traditionellen Norm entspricht, ganz selbstverständlich über offene Beziehungen, darüber, mit mehreren Menschen geschlafen zu haben und dass ihr Partner mitmachte. Für den Erzähler ist das Problem nicht die konkrete Anekdote, sondern dass sie als das Normalste der Welt dargestellt wird. Daraus springt die derbe Frage: Wie ist man zu diesem angeblichen Wahnsinn gekommen.
Die Antwort, die gleich zu Beginn gegeben wird, ist ein kultureller Vorwurf: eine feminisierte Gesellschaft, in der das Niedrigste gefeiert und das Höchste verspottet wird. Das ist eine Meinung, kein Fakt, und sollte auch so behandelt werden. Aber sie beschreibt ein echtes Unbehagen, das in vielen Zeitdiagnosen wiederkehrt: das Gefühl, dass Anstrengung, Risiko und die Hierarchie des Verdienstes gegenüber der Schau der Identität und der Klage an Prestige verloren haben.
Das ländliche Refugium und die Flucht vor dem Lärm
Das Gespräch driftet bald zu dem Ort ab, an dem dieses Unbehagen erträglich wird. Einer der Teilnehmer erklärt, dafür gehe man in Kneipen, und ein anderer präzisiert, in die Kneipe gehe man nur im Notfall, um mit dem Üblichen zu reden und ein bisschen sozialisieren. Auf dem Land, fügt er hinzu, rede man sonst am Ende nur noch mit den Schweinen und den Pferden. Die Ironie ist bitter: Die Isolation als einziger würdevoller Ausweg.
Eine andere Nachricht treibt es auf die Spitze: "Ich rede inzwischen nur noch mit den Schafen." Die Antwort ist aufschlussreich: Wenn man sieht, was um uns herum passiert, ist das das Beste. Das ist kein isolierter Witz, es ist ein Symptom. Wenn das soziale Leben als feindselig oder leer empfunden wird, hört die Zuflucht zu Tieren und aufs Land auf, Exzentrik zu sein, und wird zur Strategie des emotionalen Überlebens.
Von der Kneipe ins Forum: die digitale Flucht
Neben der physischen Flucht erscheint die digitale. Jemand gesteht, dass er in die Kneipe geht, um im Forum zu posten, weil man von der Kneipe aus besser postet. Die Antwort ist ein Gelächter und ein "gut gemacht, Kumpel". Es ist die perfekte Paradoxie: Man kritisiert eine infantilisierte und feminisierte Gesellschaft, aber das Refugium ist ein Bildschirm, ein Forum und Pacos Kneipe. Die Gemeinschaft wird im Kleinen wieder aufgebaut, mit denselben Ritualen wie immer, nur auf einem anderen Medium.
Der Abschluss des Austauschs kehrt zu den Tieren zurück, diesmal zu den Widbern, beschrieben als größere Rüpel, vor allem wenn es ums Nachdenken geht: Die verfolgen nur ihr Ziel, drängen, drängen und drängen. Die Viehzucht-Metapher dient dazu, über die Masse zu sprechen, die nicht nachdenkt und nur schiebt. Und im Hintergrund bleibt die ungelöste Frage: Wenn niemand etwas riskiert, wenn niemand an etwas glaubt, wer soll dann etwas aufbauen?
Am Ende ist die am häufigsten geäußerte Klage keine wirtschaftliche, sondern eine existenzielle. Und das zuzugeben ist in einer Zeit, die alles am BIP misst, am unbequemsten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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