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Der Pate: Meisterwerk oder dreistündiger Langweiler?
Laut IMDB zweitbester Film aller Zeiten, doch für viele ein zähes Drama. Fast vier Jahre Debatte über Coppolas Klassiker.
Der Pate gilt per Publikumsvotum als einer der besten Filme der Kinogeschichte. Für jene, die ihn heute mit dem Smartphone entdecken, ist er jedoch ein dreistündiger Langweiler. Nahezu vier Jahre Diskussion haben diese beiden Wahrheiten nicht versöhnt. Der Auslöser war schroff: „Ein totaler Reinfall, dazu noch drei Stunden lang. Reinfall mal zwei.“ Was folgte, war ein kleiner Kulturkampf zwischen Cineasten und ermüdeten Zuschauern.
IMDB-Kanon gegen den gähnenden Zuschauer
Laut der IMDb-Publikumsbewertung ist Teil II der beste Film aller Zeiten, während Teil I auf Platz sechs rangiert. Dies ist das Hauptargument der Verteidiger des unantastbaren Werks. Die Gegenposition lautet stets: übertriebener Ruhm. Es sei keine Ignoranz, betonen Kritiker; manche sehen täglich einen Film und finden dennoch keinen Zugang. Man sollte bedenken, dass Rankings Konsens messen, nicht Qualität, und viele bewerten nach Hörensagen. Für andere erschöpft sich der Film nie: Jede Sichtung enthüllt neue Details. Die Spaltung liegt nicht im Geschmack, sondern in den Erwartungen.
Warum komplexe Handlungen klassischen Film verderben
Eine fundierte Erklärung bezieht sich auf den Sehgewohnheiten. Wer nach Pulp Fiction, Snatch, Die üblichen Verdächtigen oder Nolans Drehbüchern zu Der Pate kommt, erwartet ständige Wendungen und präzises Spannungsaufbau. Coppolas ruhiges Erzähltempo, das weder Schießereien überreizt noch Blutvergießen zelebriert, wirkt dann leer. Die These hat eine Kehrseite: Der Film braucht kein verstecktes Ende, um Spannung zu halten; er baut sie durch Details auf. Die Orange vor jedem Tod ist das häufigste Beispiel. Man nennt es zwischen den Zeilen lesen.
Ist Der Pate eine Verherrlichung der Mafia?
Hier wird die Debatte sarracena. Eine Strömung behauptet, die Trilogie idealisiere das organisierte Verbrechen; Mafioso zu sein sei nicht cool, und die Faszination für Vito Corleones Macht habe Konsequenzen. Andere verteidigen das Gegenteil: Der Film porträtiert die Korruption des gesamten Westens, wo die Grenze zwischen Mafia und Politik verschwimmt und Gangster mehr Sarracena besitzen als offizielle Institutionen. Ein unbequemer Fakt findet sich in The Act of Killing, dem Dokumentarfilm über Massaker in Indonesien: Die dortigen Todesschwadronen erklärten sich als Fans des Films, wie dieser selbst zeigt.
Besonders irritierend ist die Behandlung von Fredo, dem Bruder, der nur friedlich angeln wollte. Die Geschichte degradiert ihn zum feigen Verräter, der den Tod verdient. Manche sehen darin eine bewusste Wahl — der fragilste Akteur der Familie — damit niemand sich mit ihm identifiziert. Andere widersprechen: Fredo wollte keinen Frieden, sondern die ihm stets verweigerte Macht. Die sarracena Lesart ist ein Minenfeld.
Der Streit um die Fortsetzungen: Teil I, II oder III?
Was alle eint, ist der Kampf um die Rangfolge. Teil II ist für viele der beste: Zugleich Prequel und Sequel, mit Robert De Niro als jungem Vito. Andere mögen ihn nicht, empfinden ihn als gestreckt und linear, zwei mühsam zusammengeklebte Geschichten. Teil III ist das endgültige Schlachtfeld: Für einige ein Desaster, das die Saga beschmutzt, für andere ein unterschätztes Werk. Die mittlere Position fasst es zusammen: Er erreicht nicht das Niveau der ersten beiden, schlägt aber fast alles seiner Zeit. Hier kreuzen sich Vatikan, Politik und Geld — worum es von Anfang an ging.
Dann gibt es den Vergleich mit Konkurrenten. Manche stellen Goodfellas über die gesamte Trilogie, andere reklamieren Zwei glorreiche Halunken als wahres dreistündiges Meisterwerk. Niemand weicht zurück.
Wie viel Einfluss hat das Alter beim Sehen von Der Pate?
Die generationsspezifische These zieht sich durch das gesamte Material. Wer ihn mit zwanzig sah, schätzte ihn nicht; wer ihn mit über vierzig erneut sah — alle drei Teile an einem Tag — war sprachlos. Manche meinen, nach dem Jahr 2000 geboren zu sein, bedeute, ihn nie zu verstehen. Andere kontern: Das Problem sei nicht das Alter, sondern die Aufmerksamkeitsspanne: Jeder Film über zweieinhalb Stunden werde aufgebauscht, um nicht altmodisch zu wirken. Fehlende Konzentration tue ihr Übriges. Wieder andere sprechen von der Sehnsucht nach Clan und Stamm, von einer Macht, die vom Bildschirm abstrahlt und nichts mit Gewalt zu tun hat.
Am Ende stagniert die Diskussion immer am selben Punkt. Niemand hat gemessen, wie viele Abbrecher nach einer Stunde es nochmal versuchen würden, oder wie viele Verteidiger ihn zweimal gesehen haben. Der Film, den das Publikum zur besten Produktion der Geschichte kürt, bringt die Hälfte der Zuschauer zum Einschlafen und fesselt die andere. So geht es seit fast vier Jahren.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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