Feinabstimmung der Naturkonstanten im wissenschaftlichen Diskurs

Die Feinabstimmung physikalischer Konstanten steht im Kontrast zu nicht-ganzzahligen Atomgewichten. Eine Analyse des Arguments für einen intelligenten Designer hinter den Naturgesetzen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Feinabstimmung der Naturkonstanten im wissenschaftlichen Diskurs
Ein Geist hinter den Gesetzen des Universums: von der Feinabstimmung zum Atomgewicht

Die These, dass ein Geist hinter den Gesetzen des Kosmos steht, taucht immer wieder auf, wenn die Physik auf unbequeme Konstanten stößt. Der Ausgangspunkt ist eine Sammlung großer Theologen der frühen Kirche — Gregor von Nancy, Irenäus, Origenes, Athanasius, Kyrill von Alexandria — die trotz Jahrhunderten Abstand dasselbe behaupten: Die Ordnung der Welt verrät ihren Schöpfer. Die Frage bleibt dieselbe: Wenn die Welt spontan entstanden ist, worauf beruht ihre Ordnung?

Der Kompendium des Katechismus klärt dies in Punkt 53: Die Welt wurde zur Ehre Gottes geschaffen, der seine Güte, Wahrheit und Schönheit mitteilen wollte, und das letzte Ziel der Schöpfung ist, dass Gott in Christus «alles in allem» sei (1 Kor 15, 28). Auf dieser Basis wird betont, dass der Konflikt zwischen Wissenschaft und Glaube schlichtweg nicht existiert. Das Werk von José Carlos González-Hurtado, das Daten aus den experimentellen Wissenschaften sammelt, dient als Munition für diese Idee.

Die Feinabstimmung: Konstanten kalibriert für das Leben

Das Kernargument ist die Feinabstimmung. Die Bedingungen, die Leben ermöglichen, gelten nur unter einer sehr eingeschränkten Menge von Werten für die universellen physikalischen Konstanten; wäre auch nur eine davon leicht anders, wäre das Universum wenig günstig für die Entwicklung von Materie, astronomischen Strukturen und Diversität. Manche behaupten, dass dieser Zufall nicht das Ergebnis des Zufalls sein kann und dass kein namhafter Wissenschaftler der letzten 300 Jahre am Design gezweifelt hat, obwohl diese Aussage eher einem Glaubensbekenntnis als einem Laborergebnis ähnelt.

Die Gegenoffensive lässt nicht lange auf sich warten. Der Detailangriff lohnt sich, denn hier wird die Sache interessant.

Warum ist das Atomgewicht keine ganze Zahl?

Der Tiefschlag kam durch die Arithmetik: Wenn es einen Designer gibt, ist er ein Pfuscher, weil er nicht einmal die Atomgewichte auf ganze Zahlen festlegen konnte. Die technische Entgegnung widerlegt den Witz mit Nachdruck. Das Gewicht kann aufgrund der Isotope und der unterschiedlichen Kernbindungsenergien keine ganze Zahl sein; eine Ganzzahligkeit würde bedeuten, dass diese Energien linear mit der Anzahl der Nukleonen wären, was die Fülle der nuklearen Phänomene eliminieren würde.

Wer ganze Zahlen sucht, findet sie in der Ordnungszahl. Und es gibt eine elegante Lösung: Die Quantisierung der Physik würde erlauben, jede Größe in ganzen Zahlen auszudrücken, indem man Einheitsbasen in der Planck-Skala verwendet. Was als Beweis für göttliches Pfuschwerk aussah, entpuppt sich als Lektion über die Funktionsweise eines Atomkerns. Andere drehen die Analogie um: Wenn niemand bezweifelt, dass ein Geist hinter der Konfiguration eines Computerprogramms steckt, warum leugnet man diesen Geist hinter dem Universum?

Freier Willen, Quantenbeobachtung und das Problem des Bösen

Das Terrain verschiebt sich hin zum freien Willen. Wenn alles vorbestimmt ist, kann es keine Freiheit geben, und [Beine ausreichend leistungsstarke Computer könnte jedes Ergebnis im Voraus bestimmen[/B]. Daraus entspringt der Verdacht, dass sich das Kosmos wie ein Experiment verhält oder sogar wie ein Design, das Bandbreite spart und Ergebnisse erst konkretisiert, wenn jemand sie beobachtet.

Das Problem des Bösen kommt von anderer Seite. Dass Gott keine Sklaven will, sondern Wesen mit Willen, die wählen, erfordert die Möglichkeit der Alternative; das Böse wäre ein notwendiger Akteur im Stück. Die Verteidigung wird durch die Ewigkeit ergänzt: Wenn man endliches Leiden mit unendlichem Gut vergleicht, ist das Ergebnis Null, sodass das, was hier geschieht, nur relatives Gewicht hat. Demgegenüber wird der reine Zufall als Regel beansprucht, die alles regiert: Aus einem zufälligen Ereignis entstanden die Gesetze und wir selbst, und eine Million Mal geworfene Münze erzeugt durch Wiederholung ein Muster. Das Argument der Ordnung, so die Gegenrede, erklärt sich besser durch diesen Zufall als durch den Glauben an einen Gott, der nicht alle Fragen beantwortet.

Der gesichtslose Gesetzgeber und der Glaube als Gabe

Im philosophischsten Teil taucht eine Zwischenfigur auf: ein vorbestehender Gesetzgeber, immateriell, der nicht in unserer Welt existiert, dessen Gesetze aber befolgt werden. Sein Reich ist nicht von dieser Welt, er ist mit der Vernunft nicht erreichbar, weil er weder Vernunft noch Ursache ist, und das einzige, was wir erkennen können, ist seine Wirkung. Es gibt Gesetze, also gibt es einen Gesetzgeber; aber keinen Schöpfer, und keinen, dem man die Unsterblichkeit der Seele zuschreiben kann, was in dieser Lesart ein Irrtum wäre, der Bewegung und Evolution widerspricht.

Angesichts des Anspruchs, Gott zu beweisen, lautet die häufigste Antwort Demut: Man kann das Unendliche nicht mit einem begrenzten Verstand erfassen und die Ewigkeit ohne Seele nicht verstehen. Der Glaube, so heißt es, ist eine Gabe, die man nicht mit Syllogismen erwirbt; man kann Gründe angeben, aber nicht recht haben. Und der irritierende Abschluss: Selbstliebe schadet sehr, und es ist die Demut, die Gott näherbringt.

Hier stockt alles. Die Physik schließt die Frage nicht ab, die Theologie öffnet sie auch nicht ganz, und die Feinabstimmung bleibt je nach Befragtem entweder die Unterschrift eines Autors oder das unvermeidliche Überbleibsel eines einzigen zu betrachtenden Universums.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (212 Antworten).

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