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Der große Witz der Linken mit dem Wohnungsbau in Spanien (Luis Ventoso in El Debate)
Olga Matute, 54, nahm sich nach einer Zwangsräumung in Hospitalet das Leben. Die Banco de España schätzt ein Defizit von einer Million Wohnungen.
Eine 54-jährige Frau, die am 15. April 2026 in Hospitalet de Llobregat zwangsgeräumt worden war, nahm sich fünf Monate später das Leben. Ihr Fall veranschaulicht ein strukturelles Problem: Die Banco de España schätzt, dass in Spanien rund eine Million Wohnungen fehlt, während die Nachfrage weiter steigt.
Olga Matute war 54 Jahre alt, hatte zwei Töchter —eine davon minderjährig— und lebte in **Hospitalet de Llobregat** im Großraum Barcelona. Zwanzig Jahre zuvor hatte sie in ihrer Stadt eine Wohnung gekauft, damals war sie verheiratet. Nach der Scheidung zahlte ihr Ex-Mann den ihr zustehenden Unterhalt nicht mehr, und sie konnte die Hypothek nicht mehr bedienen. Mit der Bank vereinbarte sie, als Mieterin in ihrer ehemaligen Wohnung bleiben zu dürfen. Mit einem Einkommen von **600 Euro im Monat** konnte sie auch die Miete nicht zahlen. Am **15. April** wurde sie zwangsgeräumt. Am 5. September 2026 nahm sie sich das Leben. Fünf Monate später.
## Der Fall, für den niemand kampierte
Sie war Aktivistin einer Wohnungsgewerkschaft. Ihr Schicksal gelangte ins katalanische Parlament, wo sie ihre Not schilderte und zugab, dass sie Selbstmord erwog. Danach wurde sie mit ein paar kurzen Pressenotizen abgelegt. Der Kolumnist **Luis Ventoso** stellt in **El Debate** den Kontrast heraus: Es gab kein Protestcamp vor der Regierungszentrale Kataloniens, keine Anprangerung der Bank, die die Wohnung an einen Fonds abtrat. Auch Ministerpräsident **Pedro Sánchez** habe sich zu dem Fall nicht geäußert. Er spricht von Demagogie und einer Tragödie, die je nach Zweckdienlichkeit benutzt werde.
Die Gesamtzahlen zeichnen ein größeres Problem. Nach der Berechnung, die Ventoso in seinem Artikel zitiert, gab es seit Sánchez' Amtsantritt im Moncloa-Palast **265.000 Zwangsräumungen** in Spanien. Derselbe Text beziffert die Zahl der in den letzten fünf Jahren gekommenen Ausländer auf 2,5 Millionen, in den letzten zehn Jahren auf vier Millionen. Jeder von ihnen braucht ein Dach. Die Nachfrage steigt; das Angebot hält nicht Schritt.
## Eine Million Wohnungen fehlen
Die **Banco de España** schätzt, dass im Land rund **eine Million Wohnungen** fehlen. Ventoso führt das auf bürokratische Hürden, steuerliche Belastungen und Marktinterventionen zurück: Mietpreisbremse in angespannten Gebieten, Einschränkungen für Vermieter, Verbote von Ferienwohnungen. Das Ergebnis, so sein Argument, sei ein geringeres Angebot genau dann, wenn es am dringendsten gebraucht wurde.
Sein Vorschlag: Bauland liberalisieren, Bürokratie abbauen, Eigentümern, Käufern und Mietern Rechtssicherheit geben und Berufsausbildung fördern, damit das Bauwesen über qualifiziertes Personal verfügt. Er fordert außerdem einen landesweiten Plan für sozialen Wohnungsbau und erinnert daran, dass es solche Pläne in Spanien in früheren Zeiten schon gegeben hat.
## Die beiden Dekrete und der Räumungskalender
Ende September 2026, so berichtet der Kolumnist, legten zwei Regierungen jeweils ihren eigenen Wohnungsbauplan vor. Nichts deutet darauf hin, dass eines der beiden Dekrete ausreichend parlamentarische Unterstützung finden wird. Eines davon würde ein Verbot enthalten, Personen, die sich als schutzbedürftig erklären und ihre Zahlungen einstellen, bis **2030** zu räumen. Ventoso liest das als Einladung zur Hausbesetzung.
Hier gilt es, Fakt und Bewertung zu trennen. Dass dieser Vorschlag existiert, steht im Text von El Debate; die Deutung als Freibrief für Hausbesetzungen ist die Meinung des Autors. Das Rechtseigentum hat eine jahrhundertealte Geschichte: Schon der Kodex des **Hammurabi** aus dem Jahr **1750 v. Chr.** regelte Eigentum und ist im **Louvre** erhalten. Die spätere Rechtstradition festigte dieses Konzept. Ventoso hält fest, dass diese Entwicklung in Frage gestellt wird, wenn der zahlungsunwillige Mieter über den Eigentümer gestellt wird.
## Was nötig wäre, laut dem Autor
Ventosos Diagnose lässt sich in vier Punkten zusammenfassen: Bauland freigeben, bürokratische und steuerliche Hürden abbauen, den Bau mit ausgebildeten Arbeitskräften ankurbeln und einen landesweiten Plan für sozialen Wohnungsbau verabschieden. Er beklagt, dass sich die Zentralregierung in der Praxis auf eine Art Institut für gute Ratschläge reduziert habe, während die tatsächliche Macht bei den Autonomen Gemeinschaften liege. Kritisch äußert er sich auch über die Stigmatisierung von Bauunternehmen und Immobilienfirmen.
Der Artikel erschien am **30. September 2026** in **El Debate**. Seine zentrale These lautet, dass interventionistische Rezepte das Problem verschärfen. Die angeführten Zahlen —Zwangsräumungen, Zuwanderung, das von der Banco de España geschätzte Defizit— dienen allesamt dieser These. Jede einzelne müsste an ihrer Primärquelle überprüft werden, aber der Ausgangspunkt ist unbestreitbar: Spanien hat ein Wohnungsproblem, das nicht gelöst wird.
Wer sich in einer ähnlichen Lage befindet, kann sich in Spanien an die kostenlose Telefonseelsorge bei Suizidgedanken wenden, die **024**, rund um die Uhr erreichbar. Professionelle Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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