Der Coach, der sich als Ex-UCO-Agent verkleidet, um Kurse zu verkaufen
Eine neue Figur ist mit messianischem Auftreten in den sozialen Medien aufgetaucht: Er nennt sich Lobo Estepario (Steppenwolf), behauptet, von der UCO (der Kriminalpolizei der spanischen Guardia Civil) ausgebildet worden zu sein, und gibt sich als desillusionierter Beamter, der das Licht gesehen hat. Doch hinter der salontauglichen Systemkritik steckt die klassische Verkaufsfunnel-Masche eines ontologischen Coachings. Die Warnsignale sind so offensichtlich, dass man kaum glauben kann, dass jemand darauf hereinfällt.
Die drei Säulen des Schwindels
Die Analyse seiner Strategie zeigt drei vorhersehbare Schritte: erstens eine geheime Identität als Anti-Terror-Einsatzkraft, um Autorität zu gewinnen; zweitens die Opferrolle des Missverstandenen, um eine Community aufzubauen; drittens das Versprechen eines „Eden“, das in einer kostenpflichtigen Privatgruppe endet. Das ist nichts Neues, aber das Doppelagenten-Gewand verleiht einer Botschaft, die im Kern die jedes Traumverkäufers ist, einen Anstrich von Glaubwürdigkeit.
Von den Seligpreisungen zum Verkaufsfunnel
Der Satz „Selig sind die Steppenwölfe“ ist eine interessengeleitete Umdeutung der biblischen Seligpreisungen. Das Ziel: Desillusionierte des Systems anziehen, die einfache Antworten suchen. Der nächste Schritt ist, wie die Erfahrung zeigt, der kostenpflichtige Kurs.
Die Frage ist, wie viele Leichtgläubige ins Netz des angeblichen Wolfes tappen, bevor der Trick auffliegt. Im Moment erbt wahrscheinlich nur sein Bankkonto etwas.
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