Carglass: das Millionengeschäft hinter den allgegenwärtigen Werbespots
Carglass füllt die Werbepausen aller Sender, auch der deutschen Kanäle und – so aufmerksame Zuschauer – mit katalanischem Akzent. Die immer wiederkehrende Frage: Wie kann sich ein Unternehmen für Windschutzscheibenreparatur eine derartige Investition leisten? Die Antwort, so Insider der Branche, lautet: Das Geschäft liegt weniger in der Reparatur als im Monopol und den astronomischen Margen bei den Zusatzprodukten.
Eine Marge von 1.233 % bei der Anti-Regen-Behandlung
Ein Ex-Mitarbeiter enthüllt, dass die Flasche Anti-Regen-Behandlung, die Carglass für rund 40 Euro verkauft, das Unternehmen exakt 3 Euro kostet. Sie wird exklusiv für das Unternehmen hergestellt und mit drei Sprühstößen auf Industrierepapier aufgetragen. Eine einzige Flasche reicht für hundert Autos. Das ergibt 4.000 Euro Gewinn bei drei Euro Aufwand. Eine Marge von 1.233 %, die keine Werbung bräuchte – aber bekommt sie.
Vorherrschaft durch Übernahme
Nach Angaben einer weiteren Quelle mit Marktkenntnissen verfolgte das Unternehmen eine systematische Strategie, konkurrierende Werkstätten aufzukaufen. Schattiert eine lokale Werkstatt das Geschäft, wird sie übernommen und in ein Carglass-Zentrum umgewandelt oder geschlossen. Das Ergebnis ist ein faktisches Oligopol, in dem kleine Wettbewerber nur existieren, weil Carglass sie toleriert. Die meisten Versicherer erlauben die freie Werkstattwahl, doch Bequemlichkeit und Allgegenwart entscheiden die Waage.
Interessen und Figuren
Unter den Namen, die in der Diskussion kursieren, tauchen Antonio Lobato auf, bekannt aus der Formel 1, sowie die wiederkehrende Figur des Joseba, des angeblichen baskischen Mitarbeiters, der in jedem Werbespot ein anderes Gesicht hat. Der Personalwechsel ist so hoch, dass jede Kampagne einen anderen Mitarbeiter zeigt. Manche vermuten eine katalanische Verbindung bei den Eigentümern, doch tatsächlich gehört das Unternehmen zur belgischen Multinationalen Belron.
Das Rätsel der Werbeflut löst sich auf, wenn man die Zahlen betrachtet: Ein Geschäft mit Monopolmargen und kaum echtem Wettbewerb kann sich jede Kampagne leisten. Die Frage ist nur, wie lange sich das Modell halten lässt, bevor der Regulierer oder die Versicherer reagieren.
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