Das Ideal vom 'Mann zum Bewundern' prallt auf den realen Markt

Ein journalistischer Auftrag kollidiert mit dem Satz 'Ich suche jemanden, den ich bewundern kann': Die ökonomische Analyse macht daraus Angebot, Nachfrage und den Preis der Einsamkeit

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Ideal vom 'Mann zum Bewundern' prallt auf den realen Markt

Was passiert, wenn man in einer Beziehung Bewunderung verlangt und der Markt sie nicht liefert? Ein journalistischer Auftrag, der Frauen porträtieren sollte, die die Mutterschaft aus beruflichen Gründen aufgeschoben haben, stieß auf eine Mauer: Die Kandidatinnen wollten zwar Kinder, aber nicht mit irgendeinem. Sie wollten jemanden, 'den man bewundern kann'. Der Satz, zum Slogan geworden, fasst eine Spannung zusammen, die nicht mehr intim ist: Sie ist ökonomisch. Denn wenn Bewunderung das Auswahlkriterium ist, schrumpft das Angebot auf statistische Bedeutungslosigkeit, und der Preis – in Zeit, in Einsamkeit, in Nachwuchs – explodiert.

Die Diagnose, die in Investment- und Analyseforen kursiert, spricht nicht von Liebe, sondern von Angebot und Nachfrage. Der Paarungsmarkt funktioniere wie jeder andere: wahrgenommener Wert, Konkurrenz und Opportunitätskosten. Und das Narrativ der Romantik sei die Verpackung, nicht das Produkt. Nach dieser Logik bedeutet die Forderung nach Bewunderung die Suche nach einem knappen Gut mit einer sehr hohen Risikoprämie.

Wie viele Männer sind 'bewundernswert'?

Die meistzitierte Rechnung ist vernichtend: Wenn Bewundernswürdigkeit verlangt, gut, ehrlich und arbeitsam zu sein und zudem bewundert zu werden, schrumpft der Anteil auf einen von hundert oder einen von tausend. Die anschließende Frage ist nicht rhetorisch gemeint: Ist die Suchende selbst diesem einen von tausend gewachsen? Denn auf jeden bewundernswerten Kandidaten kommen dieser Analyse zufolge tausend Konkurrentinnen. Die gezogene Schlussfolgerung ist unbequem: Das Problem ist nicht der Mangel an Männern, sondern das Missverhältnis zwischen dem, was verlangt, und dem, was geboten wird.

Manche legen eine weitere Schicht nach: Früher genügte es, 'gut, ehrlich und arbeitsam' zu sein. Jetzt ist die Messlatte die Bewunderung – ein subjektiver, volatiler und schwer überprüfbarer Standard. Das Ergebnis ist ein Trichter, der die meisten Männer aussortiert und nebenbei auch die Frauen, die diesen Filter anlegen.

Das 'Karussell' und das Karma mit 30

Die Karussell-Metapher kehrt immer wieder: Wer mit Promiskuität und Spaß unterwegs war, steigt jetzt spät aus, wenn die Restaurants im Park längst geschlossen haben. Die These lautet, dass diejenigen, die früher ausgestiegen sind, ihr Leben anderswo aufgebaut haben und nicht mehr verfügbar sind. Man nennt das 'Karma' und feiert es mit Häme. Die zugrunde liegende Idee: Der Markt verzeiht kein falsches Timing. Das Auswahlfenster schließt sich, und übrig bleibt, was andere nicht wollten.

Dieses Narrativ hat eine weniger harte Variante: die Überprüfung der eigenen Erwartungen. Jemanden suchen, den man lieben kann, mit Stärken und Schwächen, nicht ein Ideal. Wer dazu nicht fähig sei, so die Warnung, sei zur Einsamkeit verdammt. Die Warnung erspart niemandem die Verantwortung: Kritisiert wird auch, wer sich mit dem ersten 'Trottel' zufrieden gibt, der vorbeikommt.

Künstliche Befruchtung im Alleingang und die Gene-Debatte

Einer der raueren Punkte ist die Entscheidung, allein durch künstliche Befruchtung ein Kind zu bekommen. Das sei die schlechteste aller Optionen, so das Argument: Die Gene des zukünftigen Kindes würden nicht ausgewählt, es werde nie wissen, wer sein Vater ist, und der Aufwand an Zeit und Geld sei selbst für ein Paar enorm. Die Frage, die gestellt wird: Wann exactly kam man zu dem Schluss, dass allein besser sei als mit einem Durchschnittsmann? Die angedeutete Antwort: Propaganda und Hochmut.

Ein Gegenargument bleibt aus. Es gibt in dem Material keine Verteidigung dieser Option, nur die Feststellung, dass sie für den, der sie äußert, eine 'surreale' Idee ist. Der zugrunde liegende Befund: Alleinerziehung ist eine statistische Anomalie, kein etablierter Trend.

Der 'Einkaufswagen-Schieber' und die Körpergröße als Proxy für Status

Die Figur des 'Einkaufswagen-Schiebers' – der Mann, der am Ende fremde oder eigene Kinder großzieht, weil er als Restwahl auserkoren wurde – zieht sich mit Häme durch den Thread. Viele Frauen, so heißt es, endeten damit, ihren Pepe mit dem Einkaufswagen oder ihren Manolo mit Bierbauch zu lieben, nachdem sie keinen Alpha abgreifen konnten. Und dass Handwerker mit Partner attraktiv seien, liege an ihrem Aussehen. Die Körpergröße, so die These, sei ein primitiver Proxy für Stärke; in der postindustriellen Gesellschaft sei der eigentliche Proxy der sozioökonomische Status. Ein Arzt mit 1,70 m habe mehr Erfolg bei Frauen als ein Mechaniker mit 1,85 m, heißt es.

Die Diskussion über die Körpergröße hat eine eigene Logik: Was bringe Größe im Krieg (eine größere Zielfläche bieten) und in Friedenszeiten (mehr für Kleidung zahlen)? Die Antwort: Die Präferenz sei seit dem Paläolithikum fest verdrahtet. Der biologische Determinismus verschmilzt mühelos mit dem ökonomischen.

Die letzte Warnung: 'Was andere nicht wollten, willst auch du nicht'

Der meistgegebene Rat ist eine Variante des Prinzips der adversen Selektion: Wenn sie vorher keiner haben wollte, wird es schon einen Grund haben. Er gilt für Frauen, die mit 30 ohne festen Partner dastehen, und erstreckt sich auf die Männer, die sie akzeptieren könnten. Der Satz 'Was andere nicht wollten, willst auch du nicht' verdichtet ein radikales Misstrauen gegenüber der Beziehungsvorgeschichte anderer.

Am Ende kommt die Analyse zu keinem Konsens. Die einen sehen eine Krise weiblicher Erwartungen, die anderen ein einfaches Gesetz von Angebot und Nachfrage, das die Preise mit der Zeit angleichen wird. Darüber sind sich alle einig: Der Satz 'Ich suche jemanden, den ich bewundern kann' ist keine persönliche Präferenz mehr, sondern ein Marktfaktor geworden. Und wie jeder Marktfaktor hat er einen Preis. Das Problem: Niemand will ihn bezahlen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (311 Antworten).

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