Das Herrenduft, das für unter 12 Euro alle begeistert

Ein 9-Euro-Damenduft von Mercadona, ein Floïd für 3 Euro und ein Creed für 300: Die Haltbarkeit des Dufts entscheidet, ob die Ersparnis echt ist oder rausgeworfenes Geld

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Das Herrenduft, das für unter 12 Euro alle begeistert
Herrenduft: vom 3-Euro-Floïd bis zum 300-Euro-Creed

Eine Flasche Cologne von Mercadona für 9 Euro. Ein Floïd für drei Euro die 750-ml-Flasche. Ein Quorum von Antonio Puig ab 11 Euro. Und am anderen Ende ein Creed Aventus, der so viel kostet wie eine monatliche Hypothekenrate. Die Frage, die die Diskussion eröffnet —"männlich, elegant und klassisch"— endet als Katalog von Düften, bei denen Preis und Ergebnis nicht immer zusammenpassen.

Das zuerst Auffällige: Niemand ist sich einig, was "gut riechen" überhaupt bedeutet. Die einen verteidigen Floïd als erstklassiges Aftershave, das im Ausland einen guten Ruf genießt, die anderen warnen, dass spanische Frauen es meistens nicht mögen. Die Geografie spielt eine Rolle: Ein Teilnehmer erzählt, dass seine nicht-spanische Frau den Duft von Floïd liebt. Ein anderer gesteht, dass seine Partnerin ihm verbietet, sich nach der Rasur in ihre Nähe zu begeben. Kein Detail: Dasselbe Cologne kann Magnet oder Abschreckung sein, je nachdem, wer es riecht.

Von Terre d'Hermès bis zur Plastikflasche vom Supermarkt

Die erste ernsthafte Empfehlung ist Terre d'Hermès von Hermès, als Alternative Tom Ford. Das sind die sicheren Wetten, diejenigen, die nie enttäuschen, die in jeder Liste männlicher Düfte auftauchen. Doch nach wenigen Beiträgen kippt der Thread ins andere Extrem: eine Plastikflasche, Sonderversion, "und ab dafür". Ironie zieht sich durch die ganze Diskussion. Ein Teilnehmer schlägt Chimbo als Cologne und einen grünen Scheuerschwamm als Peeling vor. Ein anderer antwortet mit Eau de Chortina. Der Ton ist scherzhaft, aber dahinter steckt eine ökonomische These: Wenn das Ziel ist, gut zu riechen, ist der Preis egal.

Dann kommt das Mercadona für 9 Euro ins Spiel. Ein Teilnehmer hat es gekauft, sagt, es rieche ziemlich gut und für den Preis sei es in Ordnung. Ein anderer ergänzt das Quorum von Antonio Puig, von 1981, ab 11 Euro, und gesteht, zwanzig Parfumflaschen zu besitzen: Es gehört zu den Düften, die ihm am besten gefallen. Die Liste der günstigen Klassiker wird komplettiert mit Tabac, Brummel, Agua Brava, Varon Dandy und dem Armani Mania, der schon nicht mehr ganz so sparsam ist. Die eigentliche Frage bleibt immer dieselbe: Wie lange hält der Duft?

Warum ein 6-Euro-Cologne rausgeworfenes Geld sein kann

Die Haltbarkeit ist der Knackpunkt. Ein Teilnehmer bringt es auf den Punkt: Wenn man ein 6-Euro-Cologne kauft und es fünf Minuten hält, sind das 6 Euro für die Tonne; ein 60-Euro-Parfum kann zwölf Stunden halten. Die Antwort kommt prompt: Man muss nicht in Extreme verfallen — wenn eine Kopie sechs statt zwölf Stunden hält, erfüllt sie ihren Zweck. Die genaue Rechnung ist schwierig, räumen sie ein, aber die Logik der Kosten pro Duftstunde setzt sich durch.

In dieser Liga spielen die günstigen Kopien teurer Parfums. Manche behaupten, sie seien oft mehr als ausreichend und nur eine geschulte Nase würde den Unterschied merken. Die von Mencarbonmen, so heißt es, werden am häufigsten genannt. Dem halten die Verfechter des Originals entgegen, dass Sillage und Haltbarkeit nicht vergleichbar seien. Und dazwischen eine wiederkehrende Warnung: Vorsicht vor Fälschungen, die im Internet verkauft werden, besonders beim Bleu de Chanel.

Der Faktor, den keine Marke kontrolliert: die Haut und die Nase des Riechenden

Die Diskussion driftet in weniger werbetaugliches Terrain. Ein günstiges Cologne kann als Luxusduft durchgehen, aber alles hängt von der Haut jedes Einzelnen ab. Dasselbe Parfum riecht auf zwei Menschen unterschiedlich. Und dann ist da der menschliche Faktor: Es gibt Colognes, die eine Partnerin liebt und eine andere nicht ausstehen kann. Floïd ist der Extremfall. Ein Teilnehmer benutzt ihn täglich, weil es seiner Partnerin gefällt; ein anderer räumt ein, dass es ein zu markanter Duft ist: Man liebt ihn oder man hasst ihn.

Die am häufigsten genannten Düfte, um bei Frauen zu punkten, sind Aventus von Creed, ohne Umschweife als "Höschen-Magnet" bezeichnet, und Egoiste Platinum von Chanel. Auch Black Afgano von Nasomatto und Bulgari pour homme tauchen auf. Ein Teilnehmer empfiehlt Acqua di Parma, warnt aber, dass er nicht lange hält und eher etwas für Frühling und Sommer ist; seine intensivere Variante hält länger und hat ihm Komplimente eingebracht. Ein anderer verweist auf Fahrenheit von Dior mit einem Satz, der den Thread zusammenfasst: Nichts ist männlicher, als nach Benzin zu riechen.

Die Frage, die niemand beantwortet: wofür, wann und mit wem?

Mitten im Katalog wirft jemand die unbequeme Frage auf: Wofür, für wann, zu welchem Anlass und warum? Die implizite Antwort: Es gibt nicht das eine Cologne für alles. Es gibt Alltagsparfums und Parfums für besondere Anlässe. Es gibt Colognes für die Arbeit und Colognes für die Nacht. Und es gibt Colognes, die nur funktionieren, wenn der Träger genau weiß, wen er beeindrucken will.

Der Thread endet mit einem Low-Cost-Experiment: Ein Set mit Cologne, Aftershave, Duschgel und einer Reiseflasche für 4,95 Euro bei Simply. Das Urteil des Käufers ist lau: Der Duft hat ihm nicht missfallen, aber auch nicht begeistert. Für den Alltag ist es bei dem Preis nicht schlecht. Die Schlussfolgerung, die über der ganzen Diskussion schwebt: Parfum ist die irrationalste Ausgabe im männlichen Konsum — man zahlt für ein Versprechen, das von der Haut, vom Wetter und von der Nase dessen abhängt, der einen riecht. Und trotzdem gibt niemand das Ziel auf, die perfekte Flasche zu finden.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (99 Antworten).

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