Europäisches Umland nahe Berlin: Protest breitet sich über Grenzen aus
Zehntausende Landwirte haben die deutschen Straßen in einen Trichter Richtung Berlin verwandelt. Die Agrarproteste, die als Reaktion auf Kürzungen der Subventionen für Agrardiesel begannen, werden in den Nachrichten, die unter dem Schirm des sogenannten Freedom Convoy verbreitet werden, bereits als eine grenzüberschreitende Welle dargestellt, der sich dänische Landwirte und polnische Spediteure anschließen sollen. Die am weitesten verbreitete Version dieser Videos endet immer mit derselben Spitze: „Wo ist die Presse?“ Unterdessen hat das deutsche Agrarland seine Woche der Mobilisierungen mit einem nur schwer zu verbergenden Buhruf gegen die Regierung abgeschlossen.
Was passiert in Deutschland mit den Landwirten?
Deutschland ist zum Epizentrum eines Unmuts geworden, der nicht mehr nur agrarisch geprägt ist. Die Kolonnen aus Traktoren und Lkw rücken auf die Hauptstadt zu, und die kursierenden Schätzungen springen von Zehntausenden auf Hunderttausende Teilnehmer, ohne dass eine offizielle Quelle eine Zahl bestätigt hätte. Genau diese Abwesenheit offizieller Daten ist die Lücke, durch die die Erzählung vom Informationsblackout eindringt. Das Land diskutiert seit Monaten über seinen Verlust an industrieller Wettbewerbsfähigkeit; die Agrarproteste haben ihm ein Gesicht und ein Kennzeichen gegeben.
Subventionierter Diesel: Das Kleingedruckte des Ärgers
Agrar- und Fischereikraftstoff wird in weiten Teilen Europas subventioniert. Die Getreideproduktion verbraucht viel Diesel, und wer nicht mit Getreide aus Drittländern konkurrieren kann, die ihre Erzeugnisse weiterhin subventionieren, hat ein Kostenproblem, das kein Slogan lösen kann. Die einfachste Erklärung, die unter den Teilnehmern der Debatte am häufigsten zirkuliert, lautet: Dem Landwirt wird nichts gegeben, es wird ihm weniger weggenommen. Wenn alle Liter einen Euro Steuern tragen und seine nur 60 oder 70 Cent, dann hört die Subvention auf, eine Hilfe zu sein, und wird zu einer steuerlichen Differenz.
Die grüne Agenda und das Ende der Beihilfen
Der zweite Schwerpunkt ist die Verwendung der Gelder. Ein Teil der Analyse behauptet, dass Agrarbeihilfen auf Umweltziele umgeleitet werden, die für 2030 festgelegt wurden, und dass die Branche Modernisierungs-, Verschuldungs- und Jugendintegrationspläne im Austausch für einen stabilen Rahmen unterschrieben hat. Eine Änderung dieses Rahmens mitten im Spiel lässt jene, die Kredite aufgenommen haben, mit den Investitionen sitzen. Gleichzeitig treten nach dieser Darstellung Gesundheitsvorschriften auf den Plan: Von europäischen Produzenten werden Standards verlangt, die für Importe nicht gelten, was den Wettbewerb zu einem Lauf mit Rucksack macht.
Warum heißt es, die Medien berichten nicht über die Proteste?
Weil die viral gehenden Bilder mit dieser expliziten Anschuldigung einhergehen. Die Beschwerde hat einen Punkt unbequemer Wahrheit und einen der Überreaktion: Es gibt Berichterstattung, aber gleichzeitig übersteigt das Ausmaß der Mobilisierung die Minuten, die Nachrichtensendungen ihr widmen. Wenn der Protest schnell als rechtsensrecht oder als fremde Agitation abgestempelt wird, setzt sich die Botschaft fest, dass es zu viele Fragen und zu wenige Antworten gibt. In Spanien passierte Ähnliches bereits bei einer früheren Agrarmobilisierung, die mit diesem Etikett und wenig sonstigem abgetan wurde.
Deutschland: Investition sinkt von 14,7 % auf 2,2 %
Die Zahlen, die am meisten beunruhigen, kommen nicht vom Feld, sondern aus der Fabrik. Deutsche Unternehmen – große, kleine und mittlere ohne Ausnahme – senkten ihre Investitionsquote von 14,7 % im März auf 2,2 % im Dezember, mit einer Prognose eines weiteren Rückgangs auf 1,2 % für das folgende Geschäftsjahr. Der verarbeitende Sektor führte die Kürzungen an. Zu den genannten Ursachen gehören hohe Energiekosten, die dazu führten, dass Teile der Produktion nach China und in die USA verlagert wurden. Ein Land, das in diesem Tempo desinvestiert, diskutiert nicht nur über Diesel.
Ansteckung: Frankreich schließt sich an, Spanien blickt auf den Kalender
Die Traktor-Proteste haben Grenzen überschritten. Französische Landwirte haben angekündigt, sich den Protesten ihrer europäischen Kollegen anzuschließen, und in Spanien prüft der Arbeitgeberverband ASAJA (Asociación de Jóvenes Agricultores) einen Zeitplan für Mobilisierungen im gesamten Staatsgebiet. Es gibt ein markantes Datum: den 21. Februar, mit einer Protestaktion in Madrid gegen die Regierung Sanchez unter dem Argument, dass „uns Gründe genug fehlen“. Die Frage ist, ob das spanische Agrarland das deutsche Skript wiederholen oder sein eigenes schreiben wird.
Während Deutschland desinvestiert, wächst Russland
In denselben Nachrichtenstrang, der den Protest nährt, schleicht sich ein Vergleich, den jene suchen, die behaupten, das europäische Problem sei eine Richtungsfrage und keine konjunkturelle: Das russische Wirtschaftswachstum hätte 3 % im Jahr 2023 übertroffen, über dem deutschen und britischen Wert. Es ist eine Zahl, die im Material ohne offizielle Bestätigung kursiert und als Kontrastargument verwendet wird, nicht als Diagnose. Wenn schon verglichen wird, sollte man daran denken, dass das Feld nicht in Rubel bezahlt wird.
Das Grundproblem ist nicht der Diesel. Es ist eine Spielregel, die geändert wird, wenn das halbe Spiel bereits gespielt ist, eine steuerliche Differenz, die als Subvention verkauft wird, und eine Industrie, die erlischt, während das Feld protestiert. Ein Forennutzer schildert den Fall eines deutschen Arbeiters aus der Region Basel, der sein Büro jenseits der Grenze nicht erreichen konnte: Straßensperren, Bahnstreik und Eis auf dem Asphalt. Sein Fazit des Tages: „Willkommen in der zweiten Welt.“ Was Brüssel als Gegenleistung bieten will und wie lange es seiner Meinung nach dauern könnte, bleibt unbeantwortet.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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