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Danaë in der Malerei: vom Mythos zum realistischen Porträt
Von Mabuse bis Rembrandt zeigen die verschiedenen Versionen von Danaë, wie sich der Mythos in Realismus verwandelte. Der Kunstmarkt, allen voran das Getty, hat die Preise in die Höhe getrieben.
Rembrandt vermenschlicht Danaë: vom göttlichen Gold zur realen Frau
Die Danaës des 16. Jahrhunderts zeigten unbewegliche Göttinnen, die den Goldregen Jupiters empfangen. Doch Rembrandts Fassung von 1636 änderte die Regeln: eine echte Frau, unbehaglich, wartend auf etwas, von dem sie weiß, dass es kommen wird. Eine Analyse der Mythos-Deutungen zeigt, wie der Kunstmarkt und die Sicht jedes Malers die argivische Prinzessin in ein Schlafzimmerporträt verwandelten.
Von Mabuse bis Tintoretto: die Göttlichkeit des Goldes
Die erste Danaë der Übersicht ist die von Jan Mabuse (1527) in der Alten Pinakothek in München: blau gekleidet mit entblößter Brust, die Beine auf einem roten Kissen zur Schau gestellt. Eine Pose zwischen nordischer Keuschheit und italienischem Fleischverlangen. Correggio (1531) malt sie nackt, liegend, mit goldener Wolke und Amoretten. Tizian (1544) fügt einen Amor hinzu; Tintoretto (1570) verwandelt den Regen in Goldmünzen und führt eine junge Dienerin ein. Jede Fassung passt den Mythos an Auftrag und Geografie an.
Tizian und die Gesellschaftskritik: die Alte, die das Gold aufsammelt
In der Danaë des Prado fügt Tizian eine alte Frau hinzu, die die Münzen in der Schürze aufsammelt, während die Protagonistin teilnahmslos daliegt. Eine Metapher für den aufkommenden Kapitalismus: Der eine erzeugt den Wert, der andere fängt ihn ein. Der schlafende kleine Hund sorgt für eine häusliche Note. Dieselbe Komposition wiederholt sich in Tintorettos Fassung in Lyon.
Artemisia Gentileschi: ein Blick ohne Unterwerfung
Artemisia Gentileschi malte ihre Danaë 1612, vor ihrer berühmten Judith. Obwohl noch in der Lehrzeit, führt sie ein gewaltsames Licht und einen Blick ein, der nicht unterwürfig ist: Die Prinzessin weiß, was sie annimmt. Ihr Vater Orazio schuf 1623 eine weitere Fassung, die heute im Getty hängt, nachdem sie 2016 bei Sotheby's 30,5 Millionen US-Dollar gekostet hatte.
Rembrandt: die realistische Revolution
Die Danaë der Eremitage (1636) ist die menschlichste von allen. Rembrandt nutzte den Körper seiner Frau Saskia und das Gesicht seiner Geliebten. Ohne den goldenen Amor ist die Szene eine nackte Frau, die unbehaglich im Sonnenlicht liegt – ein Genrebild im Mythosgewand. 1985 griff ein Litauer namens Bronius Maigis das Bild mit Schwefelsäure und einem Messer an; die Restaurierung dauerte 12 Jahre. Heute ist es hinter Panzerglas ausgestellt.
Der Kunstmarkt: das Getty als Paradigma
Das J. Paul Getty Museum, das reichste der USA, hat die Preise für Alte Meister in die Höhe getrieben. Es zahlte 70 Millionen für einen Tizian in einer Privatvereinbarung mit Axa (2004), brach mit dem Pontormo für 35,2 Millionen (1989) Rekorde und fügte 2017 einen Parmigianino für 24,5 Millionen Pfund hinzu. Diese Käufe, kritisiert als Kapitalverschiebung und Steuerflucht, kommen zu Vorwürfen der Plünderung griechischer Antiken hinzu.
Kunst oder Kapitalanlage?
Die Entwicklung der Danaë – von der göttlichen Allegorie zum intimen Porträt – spiegelt künstlerische und gesellschaftliche Veränderungen wider. Doch die Preise, die diese Werke erzielen, stellen eine unbequeme Frage: Was wiegt schwerer, der Pinselstrich des Meisters oder der Scheck des Sammlers? Die Antwort schwebt weiter, wie Correggios goldene Wolke.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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