Cryptospain-Geschädigte fordern Anklage gegen Alvise

Der Gründer von Cryptospain erklärte der Staatsanwaltschaft, er habe Alvise 100.000 Euro in bar für dessen Wahlkampf gegeben. Die Geschädigten beantragen eine Anklage vor dem Obersten Gerichtshof.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Cryptospain-Geschädigte fordern Anklage gegen Alvise
Geschädigte von Cryptospain fordern Anklage gegen Alvise wegen 100.000 Euro

Ein Unternehmer beziffert die Summe, die er einem Europaabgeordneten zur Finanzierung seines Wahlkampfs übergeben haben soll, auf 100.000 Euro in bar. Der Gründer von Madeira Invest Club, der Gesellschaft hinter der Marke Cryptospain, hat der Staatsanwaltschaft ein Schreiben mit Screenshots von Chatverläufen und einem Gutachten übermittelt, um zu belegen, dass er diesem Geldbetrag an den Parlamentarier Alvise Pérez gezahlt habe. Die Vereinigung der Kryptowährungs-Nutzer, welche die Geschädigten der Schließung des Investorenclubs vertritt, hat ihre Anzeige bei der Nationalen Audiencia (Audiencia Nacional) erweitert, um auch den Europaabgeordneten einzubeziehen, und fordert, dass der Fall vor dem Obersten Gerichtshof (Tribunal Supremo) verhandelt wird, da dieser dort Immunität genießt.

Was ist Cryptospain und warum wird seine Schließung angezeigt?

Cryptospain operierte als privater Investorenclub für digitale Währungen unter der Marke Madeira Invest Club. Die Nationale Börsenaufsichtsbehörde (CNMV) qualifizierte das Unternehmen im Mai des Vorjahres als finanzielles Schneeballsystem (chiringuito financiero). Die Plattform brach zusammen, nachdem ein Medium enthüllte, dass Alvise Pérez seine Trinc dort direkt angesprochen hatte, als er Spenden für die Partei sammelte, deren Spitzenkandidat er war, über seinen Telegram-Kanal.

Die ursprüngliche Anzeige, eingereicht am 20. September durch Aránguez Abogados, schätzt die Zahl der Personen, die Beiträge geleistet haben, auf mehr als 27.000, wobei die Gelder in digitalen Wallets der von Álvaro Romillo gegründeten Gesellschaft landeten. Die Kläger berechnen, dass dort etwa 300 Millionen Euro verwaltet wurden und die Schließung den Investoren Millionenschäden beschert hat. Das Verfahren steht noch zur Zuweisung bei der Nationalen Audiencia aus.

Romillos Aussage gegenüber der Staatsanwaltschaft

Romillo hat sich schriftlich an die Staatsanwaltschaft gewandt und Screenshots der Konversationen mit Alvise Pérez beigefügt. Er behauptet, er habe nicht nur die digitalen Wallets bereitgestellt, an die die Spenden gehen sollten, sondern ihm auch 100.000 Euro übergeben, weil die Spendensammlung langsamer lief als erwartet. Laut dem geschilderten Ablauf fand die Übergabe in den Büros eines Unternehmens statt, das demselben Eigentümer wie Madeira Invest Club gehört und über 5.000 gepanzerte Schließfächer im Zentrum von Madrid verfügt sowie Geldwechsel unter Vertraulichkeitsversprechen anbietet.

Das Schreiben wird von einem Gutachten begleitet, das die Echtheit der Konversationen belegt, so die gleichen Informationen. Die Generalstaatsanwaltschaft muss das Schreiben an die zuständige Staatsanwaltschaft weiterleiten oder, falls zuvor ein Verfahren bei den Zentralen Ermittlungsgerichten (Juzgados Centrales de Instrucción) eröffnet wird, direkt an das Organ.

Was behaupten die Geschädigten und was sagen die Verteidiger?

Die Geschädigten argumentieren, dass der jetzige Europaabgeordnete mit diesen Mitteln Romillos Geschäft beworben habe, das sie als Betrug einstufen. Die Erweiterung der Anzeige bittet die Nationale Audiencia, diese zuzulassen und sich zugunsten des Obersten Gerichtshofs für unzuständig zu erklären. Parallel dazu wurde eine weitere Ergänzung eingereicht, um die Blockade einer Reihe von Vermögenswerten Romillos in der Dominikanischen Republik zu erwirken.

Auf politischer Verteidigungsseite gibt es Stimmen, die betonen, dass Alvise öffentlich immer anerkannt habe, sich durch Spenden zu finanzieren, und dass das Problem bestenfalls beim Verwalter von Cryptospain gegenüber seinen Investoren liege. Es wird argumentiert, dass der Artikel die 6.000 Euro an Krypto-Spenden mit der angeblichen Spende von Cryptospain vermische und dass SALF erst kurz vor den Wahlen gegründet worden sei. Demgegenüber steht das Gegenargument: Ein einzelner Spender darf laut den im Diskurs genannten Grenzen nicht mehr als 50.000 Euro beitragen.

Der Kontext von Krypto-Betrug und Finanz-Coaching

Der Fall hat die Debatte über das Ökosystem der Anlegergewinnung in sozialen Medien neu entfacht. Manche sehen Cryptospain nur als Spitze des Eisbergs einer Mode von Coaching und Krypto-Investitionen, die sich mit Betrügern gefüllt hat, die unsichere Profile, wenn nicht gar Jugendliche oder ältere Menschen, ausnutzen. Die 300 Millionen Euro, die dem Club zugeschrieben werden, sind kein Taschengeld: Dahinter musste relevantes Vermögen stecken.

Die Diskussion dreht sich um die Verantwortung der Geschädigten. Ein Teil der Analyse besagt, dass wer sein Geld ohne Lizenz an ein finanzielles Schneeballsystem übergibt, das Risiko trägt. Eine andere Strömung entgegnet, dass die Existenz einer offiziellen Warnung der CNMV denjenigen, der das Geschäft bewirbt, nicht davon befreit, für das Beworbene zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Die Debatte über die Wahlkampffinanzierung

Die Angelegenheit berührt eine breitere Diskussion: Ob es sinnvoll ist, Politiker wegen des Empfangs von Wahlkampfspenden inhaftieren zu lassen, wenn auch große Parteien solche Spenden erhalten. Es wird argumentiert, dass alle Parteien sich durch Spender finanzieren und die Prüfung je nach Farbe des Spenders unterschiedlich angewendet werde. Die Gegenantwort lautet, dass es nicht um die Existenz von Spenden geht, sondern um deren Herkunft und Nachvollziehbarkeit.

Die gesetzliche Obergrenze erscheint als konkretester Punkt der Debatte: Ein einzelner Spender darf nicht mehr als 50.000 Euro geben. Wenn die Übergabe von 100.000 Euro in bar und in Schließfächern unter Vertraulichkeitsversprechen stattfand, hört das Problem auf, politisch zu sein, und wird administrativ und strafrechtlich relevant.



Der Fall bleibt dort, wo er war: eine erweiterte Anzeige, die auf Zulassung wartet, ein Schreiben bei der Staatsanwaltschaft und ein Europaabgeordneter mit Immunität vor dem Obersten Gerichtshof. Die Zahl, die irritiert, ist nicht die der dem Club zugeschriebenen 300 Millionen Euro, sondern die 100.000 Euro in bar, die laut dem Kläger einen Wahlkampf finanzierten, der sich als unabhängig vom System präsentierte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (143 Antworten).

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