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Cruising als historisches Gedächtnis: schützen oder stigmatisieren?
Der Forscher José Antonio Langarita argumentiert, dass Cruising-Orte nicht gefährlicher sind als die heterosexuelle Ehe. Sollen sie als LGTB+-Erbe geschützt werden?
Cruising: die Debatte über den Schutz anonymer Sens-Orte als LGTB+-Gedächtnis
Dass Cruising-Orte – Parks, Brachflächen, öffentliche Toiletten – als Kulturerbe gelten sollen, klingt für die einen wie ein Witz und für die anderen wie historische Gerechtigkeit. Im Zentrum der Debatte stellt der Forscher José Antonio Langarita einen unbequemen Vergleich an: Diese Orte sind nicht per se gefährlicher als die heterosenshetero Ehe. Sens Gewalt und Infektionen gibt es in beiden Kontexten; anders ist nur das Stigma.
Der soziale Wert der Heimlichkeit
Für Langarita hängt die Risikowahrnehmung vom sozialen Kontext ab. Während das kollektive Bewusstsein Cruising mit einer dunklen und gefährlichen Sensual verbindet, ist es für einen schwulen Mann ohne gesicherten Aufenthaltsstatus bedrohlicher, den Personalausweis vorzuzeigen – und abgeschoben zu werden – als anonymen Sens. Diese Orte, so sein Argument, fungieren als Zufluchtsort für alle, die keinen Zugang zu anderen sicheren Räumen haben.
Von der Scham zum Schutzanspruch
In Aktivist:innenkreisen wird gefordert, dass historische Cruising-Orte als Teil des Gedächtnisses der LGTB+-Community geschützt werden sollen – von der Heimlichkeit bis zur Vergesellschaftung. Der Vorschlag stößt jedoch auf gesellschaftliche Ablehnung und auf Späße, die sich darüber lustig machen, alles von Aids bis zu den 'Wichsorgien' in der Casa de Campo in Madrid zum Erbe erklären zu wollen.
Der Streit stellt zwei Sichtweisen gegeneinander: Die einen sehen in diesen Orten Überreste von Unterdrückung, die verschwinden sollten; die anderen glauben, dass ihre Bewahrung bedeutet, eine Realität anzuerkennen, die die offizielle Erzählung lieber auslöscht. Jenseits der Kontroverse hat die wirtschaftliche Debatte – Flächennutzung, Tourismus, inklusive Stadtplanung – kaum begonnen, Konturen anzunehmen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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