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Costa Daurada: Belegung bei 85–90 % in Spanien, kein Ausverkauft
Der Hotelverband Tarragonas erwartet im August eine Auslastung von 85–90 %, schließt aber ein Ausverkauft aus. Grund sind weniger französische Touristen und steigende Preise.
Die Costa Daurada geht im August ohne „Ausverkauft“-Schild in die Hochsaison
Lohnt es sich, 260 Euro für eine Hotelnacht an der Küste Spaniens zu zahlen, wenn dasselbe Haus vor einem Jahr im Juni nur 130 Euro kostete? Diese Frage kursiert in vielen Haushalten und hat eine unbequeme Antwort für die Branche. Der Verband der Gastronomie- und Tourismusunternehmer von Tarragona (FEHT) prognostiziert für den August eine Belegung von 85 % bis 90 %, rechnet jedoch damit, dass es diesen Sommer keine ausgebuchten Hotels geben wird. Juli war „atypisch“. Weniger Buchungen als im Vorjahr. Und weniger französische und belgische Touristen, die bisher die Saison an der Costa Daurada trugen.
Warum war der Juli an der Costa Daurada ein atypischer Monat?
Weil er mit weniger Buchungen als in früheren Kampagnen und ohne den üblichen Ansturm französischer und belgischer Gäste begann. Die Branche führt dies auf das Wetter und die Wirtschaftslage zurück: Der ausländische Besucher prüft den Preis vor der Wahl des Reiseziels und beginnt angesichts der Inflation zu vergleichen. In Salou, wie ein Forenteilnehmer berichtete, konnte man mitten im Juli Vier-Sterne-Hotels im Zentrum zum Herbstpreis buchen. Bars, Restaurants und Strandbars liefen nur halbwegs gut. Man aß ohne Wartezeit und spazierte ohne Gedränge.
Ein Detail, das Besucher der Region betonen: Es war leicht, Lokale mit dem Schild „Frei“ zu finden. Die Prognosen sind noch weniger optimistisch im Landesinneren, in den Ebro-Landstrichen (Tierras del Ebro), wo die kurze Saison stärker ins Gewicht fällt.
Preise, die Kunden abschrecken
Hier liegt der Knackpunkt. Mehrere Zeugnisse aus dem Forum deuten auf dieselbe Entwicklung hin: Ein Hotel, das im Vorjahr im Juni 130 Euro pro Nacht kostete, verlangte im August 260 Euro. Eine Zwei-Zimmer-Wohnung kostet in der ersten Augustwoche 1.500 Euro pro Woche; in Cambrils wurden 900 Euro für sieben Tage aufgerufen. Einige Campingplätze an der Küste verlangen 80 Euro pro Tag für zwei Personen, fast der Preis einer Wohnung. Und in Chiclana wurde eine Zwei-Zimmer-Wohnung für die zweite Julihälfte für 2.600 Euro gebucht, während sie im Vorjahr zwischen 1.800 und 2.000 Euro kostete.
Die Beispiele wiederholen sich regionweise, und bei einigen Unterkünften verdoppelt sich der Tarif gegenüber dem Vorjahr. Ein Teilnehmer fasst die Schlussfolgerung zusammen: „Wenn du versuchst, 900 Euro pro Woche für eine Wohnung in Cambrils zu nehmen, ist es möglich, dass die Leute nicht bereit sind, das zu bezahlen.“
Die Branche sagt, die Rechnung geht nicht auf
Die Verteidigung der Branche ist bekannt: Personalkosten, Steuern, Energie und Lebensmittel haben zugenommen, und wer diese Kosten nicht weitergibt, muss schließen. Wie ein Teilnehmer erinnert, lebt das Küstengeschäft von zwei Monaten: Zwischen dem 15. Juli und dem 20. August konzentriert sich der Jahresumsatz. Daher ist die Preiserhöhung keine Laune, sondern der Weg, um zwölf Monate in sechs Wochen zu finanzieren. Die unbequeme Frage lautet, ob der Kunde bereit ist, dies zu tragen.
Ist der Tourist nach Norden abgewandert?
Alles deutet darauf hin, dass ein Teil ja. Während das Mittelmeer Kunden verliert, beschreiben mehrere Teilnehmer Galizien, Asturien und Kantabrien mit sehr hoher Belegung. In Oviedo ist es schwierig, durch die Altstadt zu gehen, so voll ist es. Das Muster wiederholt sich in den Pyrenäen, wo Terrassen früher schließen als im Vorjahr. Es ist nicht nur das Klima: Es ist das Gefühl, dass der Norden dasselbe für weniger bietet. Und im Vergleich zu dieser Konkurrenz hat die Goldmeile der Strandbars ein Preisproblem, das eine Blaue Flagge nicht löst.
Ist Urlaub im Süden Frankreichs günstiger?
Ein Teilnehmer berichtete, dass beim Vergleich von Wohnungen zwischen Tarragona und dem Ebro-Delta die andere Seite der Grenze besser abschnitt: Eine Woche in Biarritz im August, mit Garten und Grill, für etwa 550 Euro. Gegenüber standen 900 Euro für eine Woche in Cambrils. Die Paradoxie schmerzt. Derselbe Tourist, der jahrzehntelang wegen seines höheren Lohns in den Süden kam, stößt nun auf Preise eines reichen Landes und Löhne eines Landes mit der höchsten Arbeitslosenquote Europas.
Es bleibt die Frage, ob die erwarteten 85–90 % halten oder weniger Menschen verbergen, als angegeben. Manche berechnen, dass die tatsächliche Belegung eher bei 60 % liegt. Das „Ausverkauft“-Schild wird dieses Jahr jedenfalls nicht aufgehängt. Ironie eines Sommers, der bestenfalls korrekt sein wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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