Corrado Malanga: Vom Chemiker zum holografischen Raster

Der italienische Chemiker Corrado Malanga behauptet, wir lebten in einem fraktalen Hologramm, und nur 20 % der Menschen hätten eine Seele.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Corrado Malanga: Vom Chemiker zum holografischen Raster
Corrado Malanga: Vom Chemiker zum holografischen Raster

Corrado Malanga lehrte mehr als 35 Jahre lang Organische Chemie an der Universität Pisa und verfasste über 50 Artikel in internationalen Fachzeitschriften. Sein Name hallt nicht in den Fluren der Fakultät wider, sondern in den Hinterzimmern der Ufologie, wo er argumentiert, das Universum sei ein fraktales Hologramm und der Mensch bewohne es lediglich als Gast. Diese Paradoxie ist kein Zufall; sie ist der Kern eines Charakters, der sein Leben damit verbringt, sich zu korrigieren.

Seine Anhänger betonen genau dies. Im Gegensatz zu Gurus, die niemals Fehler zugeben, um ihre Aura der Perfektion zu wahren, wird hier derjenige geschätzt, der seine Meinung ändert und dies veröffentlicht. Seine Verteidigung liegt nicht im Recht haben, sondern im Überprüfen. Und er tut dies alle paar Jahre.

Von der Industriechemie zu Entführungen durch Hypnose

Die offizielle Biografie mischt zwei selten berührte Welten. Auf der einen Seite Lehre in Industriechemie und Biowissenschaften für verschiedene Studiengänge. Auf der anderen Seite mehr als 40 Jahre Forschung zu unbekannten Flugobjekten. Er war Leiter des Technisch-Wissenschaftlichen Komitees des Nationalen Zentrums für Ufologie (CUN) und Gründer der Stargate-Gruppe Toskana, sowie Kolumnist in Publikationen der Branche.

Sein Sprung ins mediale Rampenlicht gelang ihm mit der Studie über Alien-Entführungen mittels Regression-Hypnose und Neurolinguistischem Programmieren (NLP). Daraus entstanden Interpretationen der Phänomenologie und eine klare Warnung: Seine Techniken müssen selbstständig angewendet werden, ohne Mittelsmänner. Er lehnt explizit improvisierte Hypnotiseure ab, die seiner Aussage nach Fälle ohne wissenschaftliche Grundlage lösen.

Das TCTDF und die Reihenfolge der Sphären

Seine aktuelle Methode heißt TCTDF, ein Akronym für Triade Tonalidad Test Dinamico Flash. In der Praxis reduziert es sich auf Meditation: dunkler Raum, geschlossene Augen und ein Aufruf an drei Sphären, die in einer bestimmten Reihenfolge erscheinen. Zuerst der Geist, dann der Spirit und schließlich die Seele. Die Reihenfolge ist wichtig. Jeder Mensch hätte mindestens die ersten beiden; die dritte kann nie erscheinen, einfach weil sie nicht vorhanden ist.

Die Farben haben eine eigene Lesart und verweisen auf ein früheres Handbuch, Universo a Colores, in dem mögliche Parasitierungen jeder Sphäre detailliert sind. Eine Warnung an Leser: Wer den experimentellen Teil wie ein Rosenkranzgebet liest, wird nichts erreichen. Man muss zuerst die Trilogie Genesis I, II und III studieren, wie das Material insistiert, sonst wird das gesamte Verfahren ungültig.

Das holografische Raster und die 20 % mit Seele

Das Konzept, das alles zusammenhält, ist das holografische Raster: der Träger aller universellen Information, allen gemeinsam und in dieser Lesart vom Bewusstsein selbst konstruiert. Es fungiert zudem als Kommunikationskanal zwischen Seelen. Nichts davon ist verifizierbar, und genau darauf weisen Skeptiker hin: Dies sind Interpretationsrahmen, keine reproduzierbaren Ergebnisse.

Daraus ergibt sich eine wiederkehrende Zahl: Nur 20 % der heutigen Bevölkerung hätten eine Seele. Früher wäre es viel mehr gewesen, aber Leid und Barbarei hätten viele dazu gebracht, andere Bereiche des Universums zu verlassen. Der Prozentsatz ist eine Schätzung innerhalb seines Rahmens, keine gesicherte Datenbasis.

Kritik: Von Steiner bis Lapazano

Die Parallele zu Rudolf Steiner ist unvermeidlich: Körper, Seele und Geist. Der Unterschied ist hier die Hinzufügung des Geistes, eine vierte Komponente, die Steiner nicht vorgesehen hätte und die erklären soll, warum so viele Menschen ohne seelischen Anteil funktionieren.

Kritik kommt nicht nur von außerhalb des Kreises. Daniel Lapazano wird als jemand genannt, der Malanga bei der Interpretation von Mythologien, Erzählungen und Symbolen korrigiert, wobei Genesis I, II und III als Referenzwerk dient. Patrick Harpur und John Lamb Lash werden als prinzipiell zuverlässigere Quellen zitiert, ohne dass man ihnen vollständig zustimmt. Im Bereich der Entführungen werden Karla Turner und der Psychiater John E. Mack als die am nächsten kommenden bezeichnet; beide sind verstorben.

Das Gespräch streift andere Traditionen. Die Idee von Carlos Castaneda, dass es 600 Welten oder für den Menschen zugängliche Realitäten gebe, wird aufgegriffen, und es wird offen zugegeben, dass niemand weiß, welche tatsächlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten bestehen. Angesichts dieses Schwindels wird die Ehrlichkeit des Zweifelnden höher bewertet als die Sicherheit des Verkäufers von Gewissheiten.

Korrigieren als Methode, nicht als Ausnahme

Die Laufbahn liest sich als Folge von Korrekturen. Das alte TCTD hatte Verfahrensfehler, die die Flash-Version beheben sollte, basierend auf einer Grundidee: Das Universum ist nicht dual, Dualität ist eine Wahrnehmungstäuschung. Einen Weg zu angeblicher dualer Weisheit zu bauen, käme in dieser Logik dem Kauf eines Ferraris zur Fahrt in einer Garage gleich.

Ein anderer Zweifel schwebt über allem. Manche behaupten, Corrado Malanga habe die Falle gut gezeichnet – wie das Ganze entstand und warum wir hier sind –, aber noch keinen Ausgang gefunden. Die vollständige Hypothese funktioniert als Erzählung. Als Karte fehlt ihr weiterhin die Tür.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (117 Antworten).

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