Conde-Pumpido-Sohn: Klägerin verdiente 450 Euro pro Stunde

Die Richterin findet in den Überwachungskameras keine Bestätigung für die Aussage der Klägerin gegen Conde-Pumpidos Sohn, während ein Escort-Profil mit 450-Euro-Stundensatz den Fall neu ordnet.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Conde-Pumpido-Sohn: Klägerin verdiente 450 Euro pro Stunde
450 € pro Stunde und ein Leben, das die Anzeige nicht erklärt

Wie hält man einen Champagner-Kalender im Amazónico, Reservierungen in Madrid und Reisen nach Abu Dhabi und Mykonos durch, wenn das von dir gegründete Textilunternehmen nur zwei Jahre bestand? Diese Frage taucht im Protokoll nicht auf, zieht sich aber durch den gesamten Fall. Die kursierende Antwort hat Zahlen: ein Profil auf einer Dating-Plattform, Partyfotos und ein Tarif von 450 Euro für die erste Stunde. Das ist die Hälfte der Akte, über die am Gericht kaum gesprochen wird.

Die andere Hälfte ist eine Anzeige. Am 3. November erstattete Aline Fernanda de Maschietto Siqueira, 29 Jahre alt, Anzeige wegen mutmaßlicher sens Gruppenvergewaltigung im Wohnhaus von Cándido Conde-Pumpido Varela, einem Anwalt und Sohn des Präsidenten des Verfassungsgerichts (Tribunal Constitucional). Der Mann wurde ohne Anklage freigelassen. Seine Version, verbreitet durch seinen Anwalt, besagt, dass die Frau sich weigerte zu gehen und dass ein Fahrer sie nach Hause bringen sollte.

Warum zweifelt die Richterin an der Glaubwürdigkeit der Klägerin?

Weil die Bilder nicht dazu passen. Die Richterin María Isabel Durantez Gil schreibt im Beschluss, dass auf den Sicherheitskameras die Klägerin und der Beschuldigte «stundenlang in einem der Schlafzimmer beim Ein- und Ausgehen, Trinken usw.» zu sehen seien, «ohne dass eine Situation erkennbar ist, die mit ihrer Darstellung der Ereignisse übereinstimmt». Die Szene, die die Anschuldigung stützt, taucht nirgends auf.

Über dem Haus schwebt eine weitere Debatte. Es liegt im Stadtteil San Blas, umfasst 285 Quadratmeter bebaute Fläche auf einem Grundstück von 419 Quadratmetern und wurde 1981 errichtet. Nahestehende Quellen des Beschuldigten fassen es so zusammen: Wer über gewisse Mittel verfügt, installiert Kameras zum Schutz; wer keine hat, muss sich auf das Wort des anderen verlassen. Kein großes Mysterium, auch wenn manche danach suchen.

Was kostet eine Luxus-Acompañante und warum zahlt man diesen Preis?

Die erste Stunde kostet 450 Euro. Beim Kunden zu Hause sind es 300. Dies sind die Tarife, die dem Profil der Klägerin auf einer Kontaktseite zugeschrieben werden, und der Grund, warum ein Teil der Diskussion auf den Preis abdriftete. Am anderen Ende des Spektrums wird im Gespräch als Beispiel die Straßenprostitution genannt, bei etwa 30 Euro. Die Spanne zwischen beiden Welten erklärt viel an der Sache.

Manche behaupten, der hohe Preis kaufe keinen Sens, sondern einen folgenlosen Abschied: Man zahle dafür, dass die Person danach geht. Die ökonomische Formulierung ist noch feiner und kursiert seit Jahren unter denen, die meinen, daraus gelernt zu haben. Eine Zeugenaussage im Zusammenhang mit dem Fall beschreibt eine reale Verhandlung: 200 Euro für 45 Minuten plus Taxi, abgeschlossen bei 90 Euro für 50 Minuten, 110 inklusive Transport. Das Fazit des Erzählers lautet: Es gibt viel Konkurrenz.

Gemidox, ein Textilunternehmen, das zwei Jahre hielt, und 29 Verfahren in Brasilien

Vor den Kameras die dokumentarischen Spuren. Die Frau gründete 2017 zusammen mit einem Partner das Textilunternehmen Dolce Vita, das Abenteuer dauerte zwei Jahre. Ihr Name erscheint in Escavador, einer brasilianischen Datenbank für öffentliche Informationen, mit 29 offenen Gerichtsverfahren, davon 25 im Bundesstaat São Paulo. Auf dem Profil der Kontaktseite ist der Preis inzwischen verschwunden.

Laut Branchenquellen ist das Muster bekannt: Von Land zu Land reisen, durchschnittlich 90 Tage in jeder Stadt verbringen und als Tourist auftreten, während man Treffen arrangiert. Ein Instagram-Konto, das nach der Berichterstattung geschlossen wurde, und ein weiteres, das noch offen ist, zeigen zwei Versionen derselben Person.

Der doppelte Maßstab: Wem glaubt man und wen ermittelt man?

Hier wird aus einem Einzelfall ein Muster. Eine Strömung vertritt die Ansicht, dass die Glaubwürdigkeit einer Anzeige davon abhängt, wer sie erstattet und gegen wen sie sich richtet, und dass dies sichtbar wird, wenn der Beschuldigte einen bekannten Namen trägt. Die übliche Antwort lautet, dass eine Klage wegen falscher Verdächtigung über den Akten schwebt, obwohl nichts davon geklärt ist.

Den Beschluss unterzeichnet eine Richterin, die Mitglied der Vereinigung Juezas y jueces para la democracia war und zwischen 2009 und 2012 die Marina Mercante leitete. Manche zitieren dies als Kontext, andere nutzen es als Argument. Beides passt in denselben Absatz, und keines davon ersetzt ein Urteil.



Am Ende bleibt eine Anzeige ohne Kamera-Beweis, ein Tarif ohne Lohnabrechnung zur Erklärung und ein perfekt dokumentiertes Katasteramt in San Blas. Wenn jemand die Rechnung für den Champagner findet, soll er Bescheid geben: Wahrscheinlich ist das das Einzige, was den Vorgang abschließen kann.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (184 Antworten).

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