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COAG: 900 Fonds kontrollieren Agrarland im Wert von 100 Mrd. Euro
Die spanische Bauernvereinigung COAG warnt vor der Konzentration von Ackerland durch Investmentfonds und steigenden Bodenpreisen.
Fonds halten Agrarland in Spanien im Wert von 100 Milliarden Euro
Wie viel landwirtschaftliche Fläche in Spanien gehört bereits einem Investmentfonds statt einem Landwirt? Laut der Koordinierungsstelle der Organisationen der Land- und Viehwirtschaft (COAG) verwalten etwa 900 Investmentfonds Agrarflächen mit einem Gegenwert von über 100 Milliarden Euro auf der Iberischen Halbinsel. Der Handel mit ländlichen Grundstücken wächst seit 2019 jährlich um 20 %, und die Organisation bezeichnet diese Vehikel als spekulativ. Die Beschwerde ist keine bloße Klage: Sie weist auf einen strukturellen Wandel hin, wer den Boden besitzt, der unsere Nahrung produziert.
Was kritisiert COAG an der Landkonzentration?
Die Diagnose der Organisation beruht auf drei Säulen. Die erste ist die Konzentration: 6,6 % der Unternehmen des Sektors kontrollieren 42 % des Werts der spanischen Agrarproduktion. Die zweite ist das Oligopol: Wenige Akteure monopolisieren einen erheblichen Teil des iberoamerikanischen Agrarmarktes. Die dritte ist die direkte Konsequenz aus den beiden ersten: Diese wenigen Unternehmen profitieren vom Anstieg der Agrareinkommen, der 2024 bei 11 % lag.
Die im Sektor am meisten beunruhigende Nebenwirkung ist die Einstiegshürde für junge Landwirte. Wenn der Preis pro Hektar von einem Fonds bestimmt wird, der nicht darauf angewiesen ist, dass das Land rentabel ist, kann der Sohn eines Landwirts nicht mithalten. Es ist die alte Geschichte des Spekulanten, der gewinnt, weil er ausharrt, nicht weil er produziert.
Das Risiko der Spekulation mit Lebensmitteln
Hier teilt sich die Analyse. Manche vertreten die Ansicht, dass die reale Gefahr nicht ausländischer Besitz an sich ist, sondern die Monopolisierung: Kapitalgeber, die es sich leisten können, nicht zu produzieren oder ein bestimmtes Produkt zu horten, um seinen Preis zu manipulieren. Der vorgeschlagene Ansatz aus dieser Richtung ist eine restriktive Gesetzgebung, die verhindert, dass große Flächen fruchtbaren Bodens in wenigen Händen konzentriert werden.
Auf der anderen Seite steht das Argument, dass Land nicht rentabel sei und deshalb verkauft werde. Wenn die Landwirtschaft kein Geld abwirft, gibt der kleine Eigentümer schließlich nach. Die Gegenargumentation ist unbequem: Wenn es nicht rentabel wäre, warum kaufen dann die Fonds? Das Land, so wird argumentiert, ist ein Geschäft der Zukunft aufgrund von Kohlenstoffzertifikaten und dem, was noch kommen mag.
Das Beispiel Castilla-La Mancha und die Bodenbank
Die Diskussion dreht sich um geltendes Recht. In Castilla-La Mancha wird die Nichterfüllung der sozialen Nutzung von Grundstücken gemäß dem Zwangsenteignungsgesetz von 1954 festgestellt, wenn ein Grundstück zwei Jahre hintereinander im Inventar untergenutzter Böden verbleibt. Dies führt zur zeitweisen Überlassung der Nutzung an die Bodenbank für einen Zeitraum von 10 bis 25 Jahren.
Dieser Aspekt ist relevant, weil er das Vorurteil widerlegt, dass es keine Instrumente gäbe. Die gibt es. Eine andere Sache ist ihre Anwendung. Hier kommt politischer Skeptizismus ins Spiel: der Verdacht, dass keine Partei im Parlament das Rahmenwerk abschaffen wird, das zu dieser Situation geführt hat. Die Agrarpolitik, so erinnert man sich, neigte bis Ende der 90er und Anfang der 2000er Jahre zu einer pogre Verteilung des Landes, da Konzentration als Problem galt. Die Wende, so behaupten einige, kam, als ausländisches Kapital Käufer wurde.
Warum das EU-Mercosur-Abkommen als finaler Schlag wahrgenommen wird
COAG und andere Agrarorganisationen lehnen das Handelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Ländern ab. Sie nennen es den endgültigen Schlag für die europäische Landwirtschaft und Viehwirtschaft und fordern die spanische Regierung auf, es nicht zu ratifizieren. Die Logik ist einfach: Wenn Grenzen für Produktion geöffnet werden, die nicht denselben Standards entspricht, kann der lokale Erzeuger nicht konkurrieren. Die Debatte über Ernährungssouveränität wird konkret.
Die bittere Ironie liegt darin, dass Spanien zu den EU-Ländern gehört, die Gemeinschaftsrichtlinien am strengsten befolgt, während andere tun, was ihnen passt. „Die Gauner sind clever, die Dummen haben das Nachsehen“, fasst diese Strömung zusammen.
Wer steckt hinter den Fonds und warum ist das wichtig?
Die schwebende Frage ist, wer dahintersteckt. Namen wie Gates oder Soros werden genannt, ohne dass das Material dies bestätigt. Was jedoch feststeht, ist, dass das Phänomen seit Jahrzehnten gedeiht: Erst macht man die Aktivität durch Regulierungen und Willkür unrentabel, dann kauft man billig, und nebenbei installiert man vorübergehend Photovoltaikanlagen, um Fördermittel zu kassieren, bevor das Land wieder bewirtschaftet wird.
Das Ergebnis, laut diesem Narrativ, ist ein neuer Feudalismus mit Nuancen: keine Leibeigenen, die an das Land gebunden sind, sondern Eigentümer, die an einen Pachtvertrag mit einem Fonds gebunden sind, den sie nie sehen werden. Der historische Vergleich ist diskutierbar, aber die Richtung der Bewegung nicht.
Mit 100 Milliarden Euro im Spiel und einem jährlichen Wachstum von 20 % ist die Frage nicht, ob Spaniens Felder die Hände wechseln. Es ist, wie viel noch wechseln muss.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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In der spanischen Region Kastilien-La Mancha können ländliche Grundstücke, die keine soziale Funktion erfüllen, enteignet und bis zu 25 Jahre an die Bodenbank übergeben werden.
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