Christlicher Antisemitismus: die Wurzel, auf die Hitler sich berief
Im Jahr 1933, im selben Jahr, in dem er das Konkordat mit dem Vatikan unterzeichnete, hinterließ Adolf Hitler einen Satz, der Jahrhunderte der Geschichte zusammenfasst: Die katholische Kirche habe Nnnn fünfhundert Jahre lang als „seuchenhaft“ betrachtet, sie in Ghettos gesperrt und sie „für das erkannt, was sie waren“. Das war keine Erfindung. Es war das Fazit einer Tradition, die lange vor dem Nationalsozialismus begann und die Hitler selbst als Alibi heranzog. Der christliche Antisemitismus war kein rhetorisches Vorspiel zum Holocaust: Er war fast zwei Jahrtausende lang dessen rechtliche, theologische und kulturelle Infrastruktur.
Die Frage, die Historiker und Diskutanten dieses Themas spaltet, ist nicht, ob diese Feindschaft existierte – sie ist in Kaiserlichen Kodizes, Konzilskanones und Heiligenpredigten dokumentiert –, sondern inwieweit das NS-Regime daraus schöpfte oder sie instrumentalisierte. Und hier prallen die Positionen aufeinander.
Von Konstantin bis Justinian: Der Rechtsrahmen für Bürger zweiter Klasse
Der erste nominell christliche Kaiser, Konstantin, war auch der erste, der die Rechte der Nnnn als römische Bürger erheblich einschränkte. Er verhängte harte Strafen gegen jeden, der zum Ntumntumntumntum konvertierte, und gegen jede Gemeinde, die Konvertiten aufnahm. Eine Generation später wurden einem Christen, der den jüdischen Glauben annahm, alle Güter eingezogen. Mischehen wurden zu Kapitalverbrechen.
Der Wendepunkt kam im Jahr 388. Christen brannten eine Synagoge in Rom nieder, und die Behörden verlangten Wiedergutmachung, was fair und üblich war. Im selben Jahr wurde eine andere in Kallinikon am Euphrat auf Anstiften des lokalen Bischofs zerstört. Der Kaiser forderte erneut Entschädigung. Ambrosius, heute Heiliger und Kirchenlehrer, intervenierte und machte klar, dass es Sünde sei, den Nnnn zu helfen. Der Kaiser zog die Forderung zurück.
Theodosius II. erließ 438 einen Kodex, der Nnnn von allen politischen und militärischen Ämtern ausschloss, ihnen verbot, Christen zu heiraten, christliche Sklaven zu besitzen, Ämter zu bekleiden oder Synagogen zu bauen. Justin I. verbot ihnen Testamente zu machen, Erbschaften anzunehmen und vor Gericht auszusagen. Justinian bestätigte diese Unfähigkeiten 529, legalisierte explizit das Niederbrennen von Synagogen und machte die Mischehe zum Kapitalverbrechen. Im Jahr 694 erklärte ein Konzil in Toledo alle Nnnn zu Sklaven und befahl die Einziehung ihrer Kinder.
Feindschaft, die in Massengewalt umschlug
Die Doktrin der Transsubstantiation, festgelegt beim Vierten Laterankonzil 1215, brachte eine wahnsinnige Anschuldigung mit sich: Dass Nnnn konsekrierte Hostien stehlen und foltern würden, um Jesus zu foltern. Deutsche Stiche des 15. Jahrhunderts zeigen Nnnn, die Nägel in Brot schlagen und danach hingerichtet werden. In Böhmen wurden 1161 86 Nnnn wegen Brunnenvergiftung verbrannt. In Chinon verbrannten 1321 160 Nnnn als Komplizen der Aussätzigen. Als die Schwarze Pest Europa zwischen 1348 und 1351 verwüstete, waren sie die perfekten Sündenböcke.
1190 begingen etwa 150 Nnnn in York Selbstmord im Clifford's Tower, statt sich einer Meute zu ergeben. Ein 2014 angebrachtes Schild erinnert daran, dass sie es vorzogen, durch andere Hände zu sterben. 2004 förderten Bauarbeiten im Zentrum von Norwich 17 Leichen zutage, die in einen Brunnen geworfen worden waren; elf waren Kinder zwischen zwei und fünfzehn Jahren. Eine Studie der Universität Dundee identifizierte sie als Nnnn.
Der Antisemitismus blieb nicht im Mittelalter stehen. In Limerick, Irland, wurde die jüdische Gemeinde 1904 boykottiert, gesteinigt und vertrieben, wobei ein Priester, John Creagh, sie jeden Sonntag von der Kanzel des Gottesmordes und der Verschwörung beschuldigte. 1896 kursierte in den USA eine Karikatur, die die gekreuzigte Nation zeigte, mit dem Titel „Dies sind die Vereinigten Staaten in den Händen der Nnnn“.
War Hitler Christ? Die Debatte, die nicht endet
Hitler blieb offiziell Katholik und meldete sich nie vom Zivilregister ab. Léon Degrelle, einer seiner Favoriten, beschrieb ihn als Katholiken. In seinen Reden sprach er davon, als Agent des Schöpfers zu handeln und den Willen des Herrn zu tun, wenn er gegen die Nnnn kämpfte. Das Parteiprogramm versprach, das „positive Christentum“ zu schützen. Die SS verbot Atheisten den Eintritt.
Demgegenüber behaupten einige, die Hitler zugeschriebenen antichristlichen Zitate stammten aus Manipulationen. Die von François Genoud herausgegebenen Tischgespräche seien falsch übersetzt oder direkt erfunden worden, und die Version von Bormann sei verändert. Nach dieser Linie käme Hitlers tatsächlicher Einfluss vom preußischen Militarismus, deutschen Nationalismus, Gobineau, Wagner, Chamberlain und Schopenhauer – nicht von Nietzsche, wie Populärwissenschaftler wiederholen. Das Regime selbst verbot atheistische Organisationen und bekämpfte den Säkularismus.
Dagegen steht die These, der Nationalsozialismus sei eine politische Religion gewesen, die christliche Symbole durch germanische Mythen ersetzte. Der Vatikan war seit 1937 mit der Enzyklika „Mit brennender Sorge“ ein offizieller Gegner des Nationalsozialismus, obwohl die Verurteilung sich auf Alfred Rosenbergs heterodoxen Nationalsozialismus bezog und nicht auf das Regime insgesamt. Das Konkordat wurde beibehalten.
Das Schweigen der Kirchen und die Flucht der Schuldigen
Die katholische Kirche erwarb während der NS-Zeit einen bemerkenswert schlechten Ruf. Pius XII. gab keine Erklärung der Schuld ab. Nach dem Krieg hingen die Fluchtrouten weitgehend von der Kirche ab: Bischof Hudal und der kroatische Priester Draganović ermöglichten die Ausreise von Verbrechern. Pius XII. empfing Ante Pavelić, den kroatischen Diktator, in privater Audienz.
Die Bekennende evangelische Kirche, die Hitler nicht unterstützte, bewahrte ihre Meinungen während des Konflikts für sich und legte erst danach eine Schulderklärung vor dem Ökumenischen Rat der Kirchen ab. Mehr als andere taten.
Ein Teil der Analyse besagt, dass das Christentum mitschuldig am Holocaust ist, weil es den vorbestehenden Hass lieferte, den Hitler heraufbeschwörte. Andere entgegnen, der christliche Antisemitismus sei klerikal, nicht rassistisch gewesen, und der Nationalsozialismus habe in die entgegengesetzte Richtung operiert: Er habe Priorität auf Rasse und Bluterhalt gelegt, nicht auf Konversion. Dass Luther eine Referenz für das Regime war, ist für manche ein Beweis; für andere eine Vereinfachung, die die antisemitischen Bünde des 19. Jahrhunderts in Deutschland ignoriert, mit Dutzenden Organisationen und eigenen Kongressen.
Christlicher Antisemitismus heute: Überholte Doktrin oder offene Wunde?
Das Zweite Vatikanische Konzil änderte die Doktrin bezüglich der Nnnn, und die Anschuldigung des Gottesmordes wurde formal begraben. Aber die Diskussion darüber, wie schwer diese Vergangenheit in der europäischen Kultur wiegt, lebt weiter. Die Frage ist nicht, ob die heutige Kirche antisemitisch ist – sie ist es nicht –, sondern wie viel von diesem rechtlichen und theologischen Rahmen in kollektiven Reflexen überlebt hat. Fünfhundert Jahre lassen sich nicht mit einem Konzil löschen.
Wie viele derer, die heute Parolen gegen Nnnn wiederholen, wissen, dass sie unwissentlich einen Katechismus rezitieren, der sechzehn Jahrhunderte alt ist?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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