China-Ware in Spanien zum Sechsfachen Preis verkauft

Ein Forennutzer behauptet, ein Zahnsteinentferner koste in China über 10 €, werde aber auf Amazon für 60 € verkauft – das Geschäft mit dem Umetikettieren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

China-Ware in Spanien zum Sechsfachen Preis verkauft
Chinesisches Label, spanischer Preis: Das Geschäft mit dem Umetikettieren

Ein Zahnsteinentferner, der auf Amazon für 60 Euro (42 Euro mit Gutschein) verkauft wurde, ist auf einer asiatischen Plattform für knapp über 10 Euro zu finden, wie ein Teilnehmer berichtet. Dasselbe Gerät. Der einzige Unterschied ist die Beschriftung einer Marke, die nichts herstellt. In der Beschreibung des Originalartikels steht unverhohlen: „Support logo print“. Das heißt, sie akzeptieren Bestellungen mit Ihrem Namen gedruckt. Laut den Diskussionsteilnehmern wiederholt sich dieses Muster bei Werkzeugen, Gartenmöbeln, Lautsprechern, Wäscheständern, Brillen und sogar bei elektronischen Extras im Auto, die serienmäßig vorhanden sind, aber gegen Aufpreis freigeschaltet werden.

Die unbequeme These der Unterhaltung lautet: Ein großer Teil des spanischen Handelsproduziert nicht, sondern importiert. Sie kaufen ein Produkt, das nur wenige Cent kostet, drucken ihr Logo darauf und verkaufen es zum Zehnfachen des Preises. Ohne F&E, ohne verlängerte Garantie, ohne Kundendienst. Nur der Zwischenhändler.

Von 10 auf 60 Euro: Die Arithmetik des Vermittlers

Der Fall des Zahnsteinentferners ist das kanonische Beispiel. An der Quelle knapp über 10 Euro. Im westlichen Schaufenster 60 Euro. Die Marge rechtfertigt weder Qualität noch Support, sondern dass der Durchschnittskäufer den Stall von Amazon nicht verlässt. Das ist das Geschäft. Manche beschreiben es ohne Umschweife: Der Schlüssel liegt darin, etwas zu importieren, das an der Quelle 2 oder 3 Euro kostet, und es für 20 Euro zu verkaufen. Der Kunde vergleicht nicht.

Das Phänomen ist nicht neu. Man erinnert sich an eine Marke aus Extremadura, die Xiaomi-Terminals kaufte und das Logo änderte. Ein anderer bekannter Fall hat sich in Andorra bereichert, indem er bestehende chinesische Hygieneartikel für Frauen in Auftrag gab und sich darauf beschränkte, Verpackung und Handbuch zu gestalten. Er verzehnfacht den Preis. Und ein Dritter lebt von Plastik-Wäscheständern: 2,50 Euro an der Quelle, 17 oder 20 Euro im Basar. Mit geplanter Obsoleszenz nach zwei Jahren, übrigens.

Die Frage ist nicht, ob es passiert, sondern welche Marge der Käufer toleriert, wenn er entdeckt, dass das Produkt identisch mit dem daneben ist, aber ein Fünftel des Preises kostet.

Cecotec, Brillen und Autos: Der gleiche Trick in anderen Sektoren

Das Muster erstreckt sich auf Eisenwaren, Heimwerkerbedarf und Unterhaltungselektronik. Bei Werkzeugen ist die Überprüfung alt: Man wechselt die Beschriftung und bestenfalls die Plastikfarbe. Chinesische Kopien von Makita sind äußere Klone; innen gemeinsame Komponenten mit Dutzenden von Eigenmarken. Ein Motor oder Abzug lässt sich auf einer asiatischen Plattform für 2 Euro ersetzen. Bei Gartenmöbeln ist es identisch.

Der Optik-Sektor verdient ein eigenes Kapitel. Jahre der obszönen Margen, während das Material aus China importiert wurde. Wer 200 Euro für Sonnenbrillen beim Optiker um die Ecke gezahlt hat, weiß, wovon wir sprechen. Und Einstärkengläser für einen Rahmen, den man schon hat: technische Ausreden, damit man neue kauft.

Das Automobil ist das chirurgischste Beispiel. 99 % der elektronischen Extras sind serienmäßig installiert. Wenn Sie nicht zahlen, werden sie abgesteckt oder im Steuergerät blockiert. Mit Geschick und einem Elektroniker lassen sie sich für einige hundert Euro aktivieren. Der Hersteller produziert nicht zwei Autos: Er produziert eines und degradiert es per Software.

Der Tag, an dem das Schnäppchen endet: Zölle und eigene Läden

Die regulatorische Bewegung gegen asiatische Plattformen hat eine wenig diskutierte Nebenwirkung. Wenn der direkte Kauf in China teurer wird, verlieren europäische Fast-Fashion-Ketten die Konkurrenz im Niedrigpreissegment. Dann, so zynische Analysen, werden Basisbekleidungsstücke unter 10 Euro verschwinden. Den Zoll, den Sie heute für den Import zahlen, werden Sie am Ende im Preis des T-Shirts bezahlen.

Inzwischen zahlt der Verbraucher, der Amazon nicht verlässt, die Differenz. Die Kette ist einfach: chinesische Fabrik, spanischer Vermittler, neues Logo, multiplizierter Preis. Der Mehrwert besteht im Aufkleber.

Warum gibt es in Spanien keine Polierer oder Formenbauer mehr?

Weil der Markt nur auf den Preis schaute. Jemand, der eine Fabrik und Arbeiter hatte, fasst es zusammen: Die Spanier schauen nur auf den Endpreis, also holen Großimporteure Ware aus China, und der Käufer akzeptiert sie inklusive eigener Marke. Das Ergebnis ist eine demontierte Industrie: Es bleiben keine Polierer, Fräser oder Formenbauer übrig. Es bleiben Bars, ironisiert jemand. Und Vermittler.

Die Beschwerde erstreckt sich auf den Einzelhandel vor Ort, der nicht unschuldig ist: Auch der kleine Eisenwarenladen verkauft aufgeblasene chinesische Produkte. Das Geld bleibt hier, ja, aber in der Tasche des Ladenbesitzers, der in Immobilien investiert, statt Arbeitsplätze zu schaffen.

Abschluss: Was passiert, wenn der Käufer aufwacht?

Bei diesen Margen wäre es vernünftig, wenn Käufer massenhaft zum Direktimport wechseln würden. Das passiert nicht. Die Trägheit der Plattform, Bequemlichkeit und Angst vor dem Zoll wiegen schwerer als die Ersparnis. Wenn diese Trägheit bricht —und Zölle könnten sie brechen—, wird die Anpassung von denselben bezahlt, die heute den Aufpreis zahlen. Prognose, mit Vorbehalt: Der Vermittler verschwindet nicht, er recycelt sich.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (107 Antworten).

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